Landeskonservator schaut sich den WK I an


von Tageblatt-Redaktion

Landeskonservator schaut sich den WK I an
Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Der Wunsch, den WK I sozusagen als Keimzelle der Neustadt unter Denkmalschutz zu stellen, wird bis Ende März intern bei Sachsens Landesdenkmalbehörde abgestimmt. Das sagte Landeskonservator Alf Furkert der Deutschen Presseagentur.

Es habe Ende Januar eine Ortsbesichtigung gegeben. Fast 50 Hoyerswerdaerinnen und Hoyerswerdaer hatten sich im Sommer an das Landesamt für Denkmalpflege gewandt. Anlass waren Abrisspläne der Wohnungsgesellschaft für zwei weitere Blöcke im WK.

War bereits 2021 das Haus Dameraustraße 1-7 beseitigt worden, sollen dieses Jahr die als Block 117 errichtete Günter-Peters-Straße 1-7 (im Bild) sowie Block 106, die Brigitte-Reimann-Straße 2-8 folgen. (red)

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Kommentare zum Artikel:

Jürgen Müller schrieb am

Ich habe nichts gegen den Abriss, es würde danach eine Aufwertung des Quartiers entstehen. Ich wohne unmittelbar neben einem der besagten Blöcke. Der Denkmalschutz ist nur vorgeschoben. Die Bauweise lässt auch nur wenig Möglichkeiten der Zuschnittsänderung zu, um die Wohnungen aufzuwerten.

Hagen Schmaler schrieb am

...hinter den Unterzeichnenden "fast 50 Hoyerswerdschen" stehen weitere hunderte engagierte Bürger dieser Stadt, welche mit Hingabe und Enthusiasmus für den Erhalt dieses einzigartigen, architektonischen und geschichtlichen Ensembles "brennen". Ich selber habe seit Sommer 2023 – als der geplante Abriss öffentlich gemacht wurde – in Gesprächen mit Freunden und Bekannten gemerkt, welch "Kopfschütteln" und Fassungslosigkeit die Entscheidung der Wohnungsgesellschaft auslöste. Gerade unsere ältere Generation, welche am Aufbau unserer Heimatstadt maßgeblich mit den "eigenen Händen" beteiligt war, kann die Gedankengänge für das WK I nicht verstehen. Viele der jetzigen Ruheständler ist mit den modernen Medien nicht ganz "warm geworden", so dass etliche Meinungen und Gedanken für uns alle verborgen bleiben – um sie zum Beispiel hier zu äußern. Der Besuch des Landeskonservators bringt Hoffnung, Hoffnung auf eine objektive Entscheidung ohne ständig über eine "rote oder schwarze Null" diskutieren zu müssen. Von Hause aus ist Alf Furkert Architekt, kennt also von der Pike auf die Baugeschichte – auch die der DDR-Typenbauten. Neben seiner Berufung zum Landeskonservator bekleidet er das Amt des Präsidenten der Architekturkammer Sachsens und ist Vorstandsmitglied der Bundesarchitektenkammer. Mögen seine Einblicke und Erfahrungen in Zusammenarbeit mit den weiteren Entscheidungsträgern im Landesamtes für Denkmalpflege Zuversicht bringen. Dass es dieses Thema auch in die bundesweite Presse-Politik geschafft hat, zeugt von dessen Brisanz und Anteilnahme und nicht von einem "schnell mal zwei Blöcke abreißen". Sowohl die Süddeutsche Zeitung wie auch die Frankfurter Allgemeine veröffentlichten am vergangenen Sonntag einen entsprechenden, ausführlichen dpa-Bericht. Zum Ende sei noch einmal ein Wunsch geäußert – an die Entscheidungsträger unserer Stadt: Viele Menschen aus Hoy-Woy haben Visionen, Ideen – möchten sich für ihre Heimatstadt kreativ und lösungsorientiert einbringen. Gebt ihnen die "Luft zum Atmen" – DAS macht es doch aus, sich hier wohl zu fühlen, Mitgestalter seiner Stadt zu sein und dadurch Identität zu stiften. All dies bringt neue Bindungen, schafft Zugehörigkeit und macht das Leben für uns alle in unserer Stadt immer ein kleines Stück lebenswerter. Und gerade bei so entscheidenden Eingriffen wie in die "Wiege der Hoyerswerdaer Neustadt".

Thomas Häntschke schrieb am

DANKE – Herr Schmaler – einfach nur DANKE!

Ronald Will schrieb am

Nur wenige werden sich dafür interessieren. Leider. Als Immobilienmakler mit 33 Jahren Berufserfahrung und ca. 40 vermittelten Eigentumswohnungen in WK I und WK II kann ich nur sagen: Nicht abreißen! Wenn es für den Eigentümer keinen Wert mehr hat und er den Block abreißen möchte, dann einfach zum Preis von symbolisch 1 Euro pro Wohnung an mich verkaufen. Dann werden auch noch Abrisskosten gespart und CO2-Emissionen für den sogenannten Klimawandel. Ich weiß aus Erfahrung (!), dass ich diese Wohnungen gut verkaufen kann, dabei will ich gar keinen großen Gewinn erzielen, aber vielleicht 20 Familien den Traum von Wohneigentum erfüllen helfen und für die Stadt bleibende Steuerzahler. Was kann man daran nicht verstehen?

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