Kläranlagen mit Fällmittel-Problem
Hoyerswerda. Auch in der Stadtregion blicken die meisten Betreiber von Kläranlagen mit Besorgnis auf die aktuelle Knappheit an Eisensalzen, die als chemische Fällmittel zum Abbau von Phosphor zum Einsatz kommen. Die Versorgungsbetriebe etwa berichten für ihre Kläranlage in Bergen (im Bild), es seien noch Fällmittel für einige Wochen auf Lager. Die Beschaffung sei aber kompliziert.
Es sei jedoch gelungen, neben dem bisherigen Lieferanten einen zweiten zu finden. Vom Wittichenauer Eigenbetrieb Abwasser heißt es, bei einem kompletten Lieferstopp könnte man mit gelagertem Material drei Monate überbrücken. Von der Kamenzer Ewag, die unter anderem die Kläranlagen Bernsdorf und Lauta betreibt, heißt es ausdrücklich, sie rechne nicht mit einem Liefer-Ausfall.
Allerdings steigen wegen der Knappheit die Preise. Die VBH sprechen von einer Verdreifachung. Allerdings sei der Kostenanteil in der Gesamtkalkulation für die Gebühren eher klein. Die beiden Kläranlagen im Industriepark Schwarze Pumpe benötigen keine Eisensalze, da das Industrieabwasser keine menschlichen Ausscheidungen enthält.
Die Knappheit an Fällmitteln hängt mit den gestiegenen Energie-Preisen zusammen. Die Stoffe entstehen als Beiprodukte in der chemischen Industrie, und hier haben wegen der Kosten viele Unternehmen ihre Produktion zumindest gedrosselt. (red)
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