Keine Angst vorm Altern auf dem platten Land


von Tageblatt-Redaktion

Keine Angst vorm Altern auf dem platten Land
Foto: Silke Richter

Hoyerswerda. Yves Tschentscher und Sybille Babick von der örtlichen Arbeiterwohlfahrt arbeiten gemeinsam mit vielen Partnern im Projekt „Zukunftstechnologien für gelingendes Alter(n) im ländlichen Raum“. Es geht um die Verbindung moderner Technik und klassischer Sozial-Dienste bei der Betreuung älterer Menschen außerhalb größerer Metropolen.

Auch Technologien zur Unterstützung von Senioren in eigenen Wohnungen spielen eine Rolle. Das Ganze wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und von der Technischen Universität Dresden begleitet. Ein weiterer Kooperationspartner ist der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften.

Schlagworte sind „Wohnformen und Homecare“, „Lebens- und Sozialraum“, „Kampf gegen das Alleinsein“ oder „Versorgung im Wohnumfeld“. Das Projekt läuft zunächst bis Ende Mai. Das BMBF sagt, Ziel sei eine „Modellregion für ein erfülltes Leben im Alter“. –red-

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Kommentare zum Artikel:

Daniel Müller schrieb am

Hallo liebes Hoyte24-Team, ja, es ist schön, dass Sie in einer moderne Sprache hier schreiben, aber in der Tat ist es so, das sehr viele Ältere unter uns dies nicht verstehen "Es geht um die Verbindung moderner Technik und klassischer Sozial-Dienste bei der Betreuung älterer Menschen außerhalb größerer Metropolen.". Für mich übersetzt heißt dieser Satz, "älteren Menschen auf dem Land, Computer und Internet, bei normalen gegebenen Bedingungen, wenn Internet vorhanden zu erklären und das ganze im normalen Alltag"! Mfg

Thomas Häntschke schrieb am

Mit moderner Technik haben die älteren Menschen keine persönlichen sozialen Kontakte, so daß m. M. dafür gesorgt werden sollte, daß die Schuljugend (ab 14 Jahre) im sozialen Bereich tätig werden könnte, indem sie mit den Älteren im häuslichen Bereich in Kontakt treten. Dies könnte, nach dem Modell "Alltagsbegleiter" organisiert werden. Daß der Kontakt mit älteren Menschen funktioniert, zeigten schon vor ein paar Jahren die Jugendlichen der Bernsdorfer Oberschule, welche die älteren Menschen im Pflegeheim in Bernsdorf besuchten und sich mit ihnen beschäftigten. Natürlich ist es zur Zeit nicht zu realisieren, aber m. M. wäre dies der bessere Weg, die o. a. Schlagworte umzusetzen. MfG

Stefanie Trunsch schrieb am

Werte Vorkommentatoren, ich verstehe das Projektziel anders und sehe durchaus Potenzial, wenn Technik intuitiv bedienbar ist und vom Nutzer akzeptiert wird. Man denke nur an die Notfallarmbänder, die im Falle eines Sturzes Hilfe rufen lassen oder bei längerer Bewegungslosigkeit. Sie sind inzwischen keine Seltenheit mehr und hätten beispielsweise die Dehydration einer Nachbarin verhindern können, die nach einem Sturz erst nach 3 Tagen auf der Treppe ihres Hauses gefunden wurde.

In Japan wurde eine Toilette entwickelt, die die Zuckerwerte des Nutzers erfasst und Alarm schlägt, wenn diese Grenzwerte überschreiten - quasi ein Frühwarnsystem, welches ständige Blutentnahme überflüssig macht. Exoskelette erleichtern dort bereits schwere Tätigkeiten (was sich letztlich auch auf den Bewegungsapparat im Alter auswirkt) und ermöglichen z.T. mehr Selbstständigkeit. Für den Großstädter mit 10-Minuten-Straßenbahntakt ist eine leicht bedienbare, aktuelle Nahverkehrsinformation sicherlich zweitrangig. Steht man in Mortka und wartet auf den Bus, wäre es sicherlich hilfreich, rechtzeitig Bescheid zu wissen, falls er nicht kommt - dann kann man 6 Std. zu Hause die Beine hoch legen.

Man muss halt in der Realität schauen, was vom Menschen akzeptiert wird und sich in der Praxis bewährt, auch unter eher ländlichen Bedingungen. Von daher finde ich es gut, dass man es erforscht. Es geht ja nicht um Mensch gegen Technik sondern um Erleichterung durch Technik.

Thomas Häntschke schrieb am

Werte Frau Trunsch,
Es ist richtig, dass geforscht wird, so dass eine Erleichterung und mehr Sicherheit im Alter gewährleistet wird. Aber gerade beim Schlagwort "Kampf gegen das Alleinsein" (auf welches sich mein Kommentar hauptsächlich bezieht) wird Technik nicht viel helfen (egal ob fehlende Beherrschung oder Einschränkungen, welche eine Bedienung nicht zu lassen). Des Weiteren gibt es heute schon Technik zur Erleichterung, welche aber bei Bereitstellung (oft erst nach Widerspruch auf die Ablehnung) auch funktionieren muss, so dass sie auch genutzt werden kann.
Ich habe 8 1/2 Jahre meine Mutti in meiner Wohnung gepflegt und es hätte mir schon genügt, wenn auf Probleme mit einem technischen Hilfsmittel, durch die verantwortliche Pflegekasse bzw. die Herstellerfirma reagiert worden wäre. Es hat meiner Mutti nichts gebracht, dass ein über 5000,- € teures Hilfsmittel, seit 2016 in der Wohnung stand und niemand hat sich für die Probleme interessiert. Es wurden, nach 2017, sogar die jährlichen technischen Überprüfungen unterlassen. Durch den Tod meiner Mutti im Dezember 2020, habe ich das Hilfsmittel ungenutzt zurückgegeben. Es ist ein Beispiel, aber in Bezug auf Erleichterung durch Hilfsmittel und Praxisbewährung kein Einzelfall, wobei ich weiß, wovon ich schreibe, da ich, nach der abgeschlossenen Ausbildung, in der Pflege gearbeitet habe. MfG

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