5.000 Euro Belohnung für Ergreifung des Todesfahrers


von Tageblatt-Redaktion

Eckbert Huhn fand am 13. Mai den überfahrenen 23-Jährigen. Für die Kripo kehrte er an den Unglücksort zurück.
Eckbert Huhn fand am 13. Mai den überfahrenen 23-Jährigen. Für die Kripo kehrte er an den Unglücksort zurück.

Drei Wochen nach dem mysteriösen Unfalltod des 23-Jährigen Markus bei Wittichenau sucht die Polizei weiter nach dem Todesfahrer. Mittlerweile haben die Fahnder eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt, denn sowohl vom Fahrer als auch seinem Fahrzeug, einem Audi A4, fehlt bislang jede Spur. Gestern wurde der Unfall vor Ort für "Kripo live" rekonstruiert.

Dieses Bild wird Eckbert Huhn sein Leben lang wohl nicht mehr vergessen. Seit 27 Jahren ist der Thüringer Lkw-Fahrer. Da erlebe man ja schon so einiges, erzählt der 48-Jährige. Aber das, was er in den frühen Morgenstunden des 13. Mai 2010 auf der Staatsstraße 285, zwischen Brischko und Wittichenau, sah, das habe ihn „sehr schockiert“. Gegen halb fünf Uhr fand er am Straßenrand einen blutüberströmten Menschen. Er sei sofort aus dem Fahrzeug herausgesprungen, hin zu dem jungen Mann. Als er feststellte, dass der nicht mehr lebte, habe er die Polizei verständigt.

Dies alles erklärte er noch einmal einem MDR-Filmteam, das gestern den vermeintlichen Hergang dieses Unfalles rekonstruierte. Dieser Beitrag wird am Sonntag in der Fernseh-Fahndungssendung „Kripo Live“ (19.50 Uhr) ausgestrahlt. Denn vom Unfallverursacher, dem Fahrer eines Audi A 4, fehlt bisher noch jede Spur. „Hoffentlich bekommen wir nach der Sendung Hinweise, die uns weiterbringen“, so Peter Oehmcke vom Hoyerswerdaer Polizeirevier. Der 50-jährige Sachbearbeiter des Verkehrsunfalldienstes ist dort für die Ermittlungen des Falles zuständig. Er beschreibt, dass dies in seiner langen Dienstzeit der erste tödliche Unfall mit Fahrerflucht ist.

Für ihn ist an dieser Tat einiges mysteriös. Es gebe keine Brems- oder Blockierspuren. Nur Glassplitter habe man am Tatort gefunden. Von dem in Frage kommenden Fahrzeugtyp gebe es im Landkreis etwa rund 1 000 Stück. Alle Halter werde man kontaktieren, so der Polizeibeamte, der gestern bei den Dreharbeiten dabei war. Mit dem Beitrag erhoffe man sich auch Hinweise von hiesigen Werkstätten, denn der Wagen müsse Schäden im vorderen rechten Frontbereich haben.

Gefilmt wurde im Geflügelhof Latta, wo der 23-Jährige am Vorabend eine Disco-Veranstaltung besucht und sich von dort mit einem Freund auf den Heimweg gemacht hatte. Auf dem Weg zur Kobermühle trennten sich die beiden. „Das muss etwa zwischen vier und fünf Uhr morgens gewesen sein“, beschreibt es Oehmcke. Warum der junge Mann dann aber kehrt gemacht habe, wie er auf die Staatsstraße gelangt sei, sei ungeklärt. Während das Team die Szene drehte, wo Lkw-Fahrer Huhn den Wittichenauer entdeckt, verfolgte am Straßenrand ein Mann das ganze Geschehen. Es ist Markus´ Vater. Der 49-jährige Wittichenauer nutzte die Gelegenheit, wechselte ein paar Worte mit dem Lkw-Fahrer. Regisseur Claudius Fischer zeigte sich beeindruckt von der Haltung des Vaters. „Das muss für ihn sehr hart sein, uns hier zuzuschauen“, meinte Fischer. Er habe einfach kommen müssen, meinte der Vater des Getöteten. Er hoffe doch sehr, dass nach der Ausstrahlung des Beitrages Bewegung in den Fall komme. Denn „die Ungewissheit“ mache ihm zu schaffen. Er wolle endlich wissen, wer für den Tod seines Sohnes verantwortlich sei. Die Polizei hat eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro ausgesetzt.

Weitere Hinweise an das Hoyerswerdaer Polizeirevier,
Telefon (03571) 465224 oder an jede andere Polizeidienststelle.

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