32 Jahre Kindergärtnerin - mit ein paar Hürden im Weg

Sonntag, 13. Oktober 2019

Foto: Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Was ist eigentlich genau gemeint, wenn mangelnde Anerkennung der Lebensleistung vieler Menschen in Ostdeutschland beklagt wird? Ramona Kaiser kümmert sich gern um Kinder, leitet im Stadtzentrum das Kinderhaus "Brüderchen und Schwesterchen". Leicht war der Weg dahin nicht.

Obwohl sie 1987 als fertig ausgebildete Kindergärtnerin in der Einrichtung im WK X anfing, zählte die Ausbildung nach 1990 plötzlich nichts mehr. Dies und der Fakt, dass die vorgeschriebene mehrmonatige berufsbegleitende Weiterbildung selbst zu zahlen war, ärgert Ramona Kaiser immer noch.

Allerdings: Sie sattelte später sogar freiwillig auf, studierte Anfang der 2000er-Jahre noch einmal berufsbegleitend Soziale Arbeit. Sie war auch am Aufbau des Familiennetzwerkes beteiligt, in dem Kindereinrichtungen, Eltern und Behörden zusammenarbeiten. (red)

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Kommentare zum Artikel:

Kommentar von Martina Opitz |

Hallo, ich bin Martina Opitz und habe von 1979 bis 1998 bei der Stadt Hoyerswerda gearbeitet, bis ich bedarfsgemäß gekündigt wurde und die Horte in freie Trägerschaft gingen.
Den meisten Erziehern der Stadt ging es so, dass sie nur eine Teilanerkennung ihrer Ausbildung bekommen haben und noch einmal einen Abschluss zum staatlich anerkannten Erzieher machen mussten. Einige von ihnen waren zu dem Zeitpunkt schon über 50 Jahre alt und 30 Jahre im Job. Das Kolloquium war für einige noch einmal wie eine Prüfung.
Ich durfte auch nicht mehr unterrichten, obwohl ich damals in Bautzen eine Erzieherausbildung mit Lehrbefähigung absolviert habe.
Nach der Kündigung habe ich als ABM-Kraft im Frauenzentrum Hoyerswerda gearbeitet und 2001 eine Ausbildung zur Heilpädagogin begonnen, die ich 2003 abgeschlossen habe.
Jetzt lebe ich in Hagen und arbeite dort bei der Stadt als Erzieherin, war vorher als Sprachförderkraft und Integrativkraft tätig, wo ich meine Kenntnisse aus der zweiten Ausbildung mitinvolvieren konnte und auch weiter in meiner Tätigkeit in der Kita gut anwenden kann.
In Hagen wird bald eine Kita in der Kirche eröffnet und das ist für mich noch einmal eine Herausforderung bis zur Rente.
Ich bekomme Wertschätzung von meinen Kollegen und das zeigt mir, dass meine Qualifikationen gleichwertig sind und ich aufgrunddessen einen guten Job mache. Wir hatten damals eine fundierte Ausbildung, sehr umfangreich und das kommt uns heute noch zugute.

Mit freundlichen Grüßen
Martina Opitz

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