Hier Aufbau und anderswo gleichzeitig Abriss
Hoyerswerda. Rund 12 Millionen Euro hat die städtische Wohnungsgesellschaft (WH) im vergangenen Jahr in Bestandsimmobilien sowie in Neubauten gesteckt. Nach Unternehmensangaben war die Höhe dieser Investitionen ein Rekord.
Hier zu sehen ist die dritte der vier im Baugebiet Paul-Ehrlich-Straße im WK V geplanten Stadtvillen. Allein jedes dieser Häuser kostet reichlich eine Million Euro. Die Aufzug-Initiative in der Niederkirchnerstraße schlägt mit 1,5 Millionen zu Buche.
Die WH hat derzeit 7.512 Wohnungen im Bestand – von denen 13 Prozent leer sind. Daher stehen weiterhin auch Abrisse an – demnächst die Dameraustraße 1-7 im WK I, die Weinertstraße 16-22 im WK IV und die Ziolkowskistraße 2-6 im WK VI.
Dass Neubau und Abriss sich nicht ausschließen, hängt einerseits mit der höheren Nachfrage nach "neueren" Angeboten zusammen. Andererseits werden viel mehr Wohnungen abgerissen als gebaut. Die WH erfüllt aber auch Wünsche nach Zusammenlegungen. (red)
Kommentare zum Artikel:
Frank Niemtz schrieb am
Die WGH hält also an dem - nicht nur aus meiner Sicht – irrwitzigen Vorhaben fest, das (einzige noch vorhandene WK-) Gesamtensemble WK I zu zerstören. Es ist nicht nur für mich nicht nachvollziehbar, warum an die / in die einen Häuser Aufzüge eingebaut werden und andererseits ein gleiches Haus abgerissen werden soll. Das WK I ist ein beliebtes Wohngebiet, nach an Nahversorgern, medizinischen Einrichtungen, einer neuen Oberschule und dem Neustadt-Zentrum... Vielleicht, kann ja die Geschäftsführung / der Aufsichtsrat der WGH mal an dieser Stelle erläutern, was die (fixe) Idee hinter dieser Entscheidung ist. Immerhin ist ja die WGH eine 100%ige „Tochter“ der Stadt Hoyerswerda...
Mirko Kolodziej schrieb am
Hallo Frank, die Überlegungen sind eigentlich seit Jahren immer dieselben: 1. Welche Wohnungstypen hat ein Haus – und wie gut werden diese Typen gerade nachgefragt? 2. Kapitalismus, sprich: Welcher Abriss ist wirtschaftlich? Da geht es dann ein bisschen an Zahlen, die unter Verschluss bleiben: Wie ist so ein Haus bewertet? Und vor allem: Wo gibt es noch welche, auf denen keine Kredite lasten? Banken lassen sich zwar unter Umständen auf Umschuldungen ein. Aber unserer Kenntnis nach denken die Leute bei der WH schon darüber nach, an welcher Stelle sie einer Bank den Abriss eines noch mit Schulden belasteten Gebäudes erklären oder lieber ein anderes abreißen. Beste Grüße! Mirko Kolodziej, Redaktion
Frank Niemtz schrieb am
Hallo Mirko, ich will ja nicht hoffen, dass ich auf meine "alten Tage" (lach) noch einmal eine Bürgerinitiative wie dazumal zum ehemaligen Zuse-Gymnasium ins Leben rufen muss...
Meiner Kenntnis nach sind die Wohnungen im WK I (das weißt Du als Mieter und ich als Eigentümer) nachgefragt. Aber wenn man Leerstand "erzeugen" will, schafft man dies sicher auch. In diesem Sinne: warten wir mal auf Reaktionen!
Thomas Häntschke schrieb am
Wie ich schon mehrmals geschrieben habe, geht es beim WK I um den "Grundstein und die Wiege" der Hoyerswerdaer Neustadt. Es ist absolut nicht nachvollziehbar, dass solch ein Ensemble kaputt gemacht werden soll. Am meisten ärgert mich aber, dass sich nicht mehr BürgerInnen für den Erhalt stark machen, wobei für mich eine plausible Abrisserklärung immer noch nicht erfolgte. MfG
Torsten Weniger schrieb am
Ich muss mal zu dem letzten Satz des Artikels "Die WH erfüllt aber auch Wünsche nach Zusammenlegungen" etwas los werden.
Wir bewohnen selber eine zusammengelegte Wohnung. Hatten erst die eine Wohnung und als die Nachbarn auszogen, kam die Schnapsidee, die Nachbarwohnung doch mit dazu zunehmen. Hat ja anscheinend auch geklappt, aber der Weg dahin erinnert mich an "Servicewüste Deutschland".
Was die Erfüllung des Wunsches der Zusammenlegung für die Wohnungsgesellschaft bedeutet, ist ein simples "Joah, könnt ihr machen". Aber mit unseren "Vertragsfirmen", ihr koordiniert das selber und bezahlt das auch gleich noch alles.
Wirtschaftliches Fazit = die Nachbarwohnung hat durch Leerstand bis zur Abwicklung der Zusammenlegung der Wohnungsgesellschaft soviel Geld gekostet, wie die Zusammenlegung in handwerklicher Leistung.
Ja, liebe Wohnungsgesellschaft, wer so ein Arbeitstempo an den Tag legt, braucht sich nicht zu wundern, wenn die "Lebensräume" einem mit mehr Innovationen die Mieter wegnehmen.
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