Hälfte der Sperrgebiete bis 2017 wieder freigegeben


von Tageblatt-Redaktion

Bis 2017 werden an vielen Stellen im Lausitzer Revier die Sperrgebietsschilder noch stehen bleiben.
Bis 2017 werden an vielen Stellen im Lausitzer Revier die Sperrgebietsschilder noch stehen bleiben.

In den vergangenen zwei Jahren hat der Bergbausanierer LMBV bergbaulich beanspruchte Flächen in der Lausitz in großem Umfang gesperrt, Flächen, die zuvor schon zur Nutzung freigegeben waren. Immerhin rund 17 000 Hektar. Grund dafür waren die Rutschungen im Spreetaler Kippenbereich und bei Lippen im Oktober und Dezember 2010. Auch in Brandenburg hatte sich die Erde bewegt. Und die Sperrschilder im Lausitzer Seenland werden so bald nicht verschwinden. Bis 2017 wird erst mal nur die Hälfte der gesperrten Flächen im Sanierungsgebiet des Lausitzer Reviers wieder freigegeben, davon rund zehn Prozent bis Ende nächsten Jahres. Das kündigte LMBV-Geschäftsführer Mahmut Kuyumcu am Gründonnerstag in Senftenberg an. Es handelt sich dabei um reichlich 9 600 Hektar, davon rund 3 100 in Sachsen. Hier muss nur noch geringfügig saniert oder der Boden untersucht werden.
5 200 sächsische Hektar bleiben jedoch bis über das Jahr 2017 hinaus gesperrt. „Auf diesen Flächen wird eine umfassende Sanierung in die Wege geleitet, die aber bis 2017 nicht abgeschlossen sein wird“, sagte Kuyumcu. Diese sei aber ohnehin erforderlich gewesen.
Eine detaillierte Aufschlüsselung, welche Bereiche im Seenland wie lange gesperrt bleiben oder für ansässige Betriebe nur eingeschränkt nutzbar sind, gab es am Donnerstag nicht. Konkrete Gespräche dazu mit den betroffenen Kommunen kündigte die LMBV noch für diesen und nächsten Monat an. Aus der Präsentation am Donnerstag war ersichtlich, dass unter anderem Areale nord- und südöstlich des Spreetaler Sees nur bis 2013 gesperrt bleiben. In einigen Bereichen südwestlich des Spreetaler sowie des Sabrodter Sees wird die Sperrung mittelfristig aufgehoben.
Weite Teile dürfen aber unter Einhaltung von Verhaltensanforderungen land- und forstwirtschaftlich oder gewerblich genutzt werden. Auf unbestimmte Zeit Sperrzone bleiben die Flächen um den Lugteich – wobei auch hier unter Auflagen zum Teil Nutzung möglich ist – sowie Kippenbereiche süd- und nordöstlich des Bergener Sees.
Zur Entscheidung über die Flächenfreigabe hat die Arbeit des geotechnischen Beirats der LMBV beigetragen. Er setzt sich aus LMBV-Vertretern, Geotechnik--Hochschulprofessoren und Sachverständigen zusammen. Die Experten bewerteten das Sanierungsgebiet geotechnisch neu, sammeln weiterhin so viele Informationen wie möglich über Kippen, erstellen ein Kippenkataster. „Wir hatten offenbar Kenntnis- und Wissenslücken“, sagte der LMBV-Chef bezüglich der Rutschungen. „Unser Ziel ist es, diese zu schließen.“
Dass ein großer Teil der Flächen erst irgendwann nach 2017 in Angriff genommen wird, hat finanzielle Gründe, aber auch technische. Einerseits muss für diese Zeit ein weiteres Verwaltungsabkommen zur Finanzierung der Braunkohlensanierung abgeschlossen werden; andererseits kommen neuartige Sanierungstechnologien zum Einsatz, welche die LMBV in Feldversuchen ausprobiert. Diese Versuche werden, so Mahmut Kuyumcu, in diesem Jahr weitgehend abgeschlossen. Danach werde man sehen, wie die Technologien regulär angewendet werden könnten. „Die alte Lehre“, so formulierte es Manfred Kolba, Sanierungsbereichsleiter Lausitz bei der LMBV am Rande der Veranstaltung, „wurde auf den Kopf gestellt.“
Freilich, an den Grundsäulen gebe es nichts zu rütteln, betonte Mahmut Kuyumcu. Man setze bei der Sanierung weiter auf unterirdische Dämme, damit der lockere Boden nicht ins Rutschen kommt. 400 Kilometer solcher Dämme hat die LMBV in der Lausitz bereits „versteckt“. Diese hätten sich bewährt.
„In einem Jahr werden wir wesentlich weiter sein“, sagte der LMBV-Chef abschließend. Für Frühjahr 2013 ist wieder eine Informationsrunde über den dann aktuellen Sachstand geplant.



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