Grethe-Weiser-Haus bleibt erhalten – vorerst


von Tageblatt-Redaktion

Martina Scholze schlüpft gern in die Rolle der Schauspielerin Grethe Weiser.
Martina Scholze schlüpft gern in die Rolle der Schauspielerin Grethe Weiser.

Eigentlich war ja alles ganz anders geplant. Wollte sich doch Martina Scholze als Betreiberin des Grethe-Weiser-Hauses in Bernsdorf zum Ende des vergangenen Jahres endgültig zurückziehen. Gründe dafür waren zum einen ihre Gesundheit und zum anderen die mangelnde Zeit für ihre Familie. „Ich muss gesundheitlich kürzer- treten, möchte endlich mal eine richtige Oma für meine Enkelkinder sein und mir selbst auch mal etwas gönnen“, meinte Martina Scholze damals ziemlich entschlossen. Doch die Suche nach einem Nachfolger gestaltete sich schwieriger als gedacht. Es gebe schon Interessenten, aber Martina Scholze kann sich einfach nicht damit anfreunden, dass „ihr“ Grethe-Weiser-Haus als solches nicht erhalten bleiben würde.
„Ein potenzieller Bewerber wollte viele Originalstücke von Grethe Weiser einfach entsorgen und bauliche Veränderungen vornehmen, die bei den Eigentümern, zwei Unternehmer aus dem Schwarzwald, nicht ins Konzept passten“, erklärte die Pächterin des Hauses.
Grund genug, um über eine Fortführung ihrer Tätigkeit nachzudenken. Denn schließlich hat die 65-Jährige viel Herzblut in ihr Projekt investiert, sammelt seit fünfzehn Jahren akribisch Originalstücke von Grethe Weiser, der verstorbenen „Berliner Kodderschnauze“, wie sie liebevoll genannt wurde. Als Mathilde Ella Dorothea Margarethe Nowka kam Grethe Weiser 1903 in Hannover zur Welt und verbrachte im heutigen Grethe-Weiser-Haus ihre Freizeit. Dort bringen thematische Veranstaltungen den Besuchern das Leben der Schauspielerin näher. Dafür schlüpft Martina Scholze auch gern selbst in die Rolle der Grethe Weiser, erzählt über das Leben und Wirken der einstigen Film- und Bühnenschauspielerin.
Das Konzept kommt bei den Besuchern gut an. So gut, dass Martina Scholze derzeit kaum noch unbemerkt einkaufen gehen kann. „Ich werde immer wieder gefragt, ob ich denn nicht weitermachen wolle und was mit der Pension nun wird. Bis zum 1. August geht es definitiv weiter“, verspricht die 65-Jährige, die demnächst auch neue Ideen umsetzen will: So soll eine große Leinwand platziert werden, auf der verschiedene Filme gezeigt werden können. Diverse Renovierungsarbeiten im Haus sind bereits abgeschlossen.
An Vorbestellungen mangelt es derzeit auch nicht. Martina Scholze hofft, bis zum Sommer dieses Jahres einen Nachfolger gefunden zu haben. „Aber es muss der Richtige sein“, betont sie.



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Kommentare zum Artikel:

HEINZ GSTETTNER schrieb am

S.g Fr.Scholze!
Auch ich bin ein großer Verehrer von Fr. Grethe Weiser und ich denke
man sollte schon behutsamer mit ihrem Nachlass umgehen. Das was
verloren geht kann nicht mehr zurückholen. Verwalten sie weiterhin gut
dieses Erbe damit die Erinnerung an diese großartige Schauspielerin und
Frau weiterhin bestehén bleibt. Mein Lieblingsfilm ist übrigens " Der
Haustyrann wo sie so brilliant mit dem unvergessenen Heinz Erhardt spielt. Die schönen Erinnerungen dieser Schauspieler bleiben und man sollte darauf schauen das der Nachlass erhalten bleibt. Es ist doch schön wenn heute immer noch darüber gesprochen wird und es zeigt wie
beliebt sie beim Publikum immer noch sind. Sie bleiben dem Publikum
unvergessen!

Peters, Rosemarie schrieb am

Sind Sie an Fotos und Negativen von Grete Weiser für Ihr Archiv interessiert. Sie stammen aus den Anfängen der 50er Jahre und sind aus dem Nachlaß meiner Tante - der Berliner Fotografin Charlotte Rohrbach. Ich bitte um Nachricht.
Vielen Dank und freundliche Grüße
R.Peters

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