Gemeinsam auf Kontrollfahrt


von Tageblatt-Redaktion

Innenminister an Bord: Markus Ulbig (li.) und Dietmar Woidke starteten gestern an Bord des noch in Brandenburg stationierten Bootes der Wasserschutzpolizei zu einer gemeinsamen Patrouille.
Innenminister an Bord: Markus Ulbig (li.) und Dietmar Woidke starteten gestern an Bord des noch in Brandenburg stationierten Bootes der Wasserschutzpolizei zu einer gemeinsamen Patrouille.

Eine halbe Stunde benötigt das Boot der Wasserschutzpolizei vom Stützpunkt am Senftenberger See bis zur Marina im Geierswalder See. Inklusive Schleusenvorgang. Die Beamten sind zufrieden. Gestern kam das Brandenburger Polizeiboot das erste Mal nach Sachsen, machte neben einem sächsischen fest. Der Beginn einer Ära, der wenige Minuten zuvor vertraglich besiegelt worden war: Ab 1. Juni haben Brandenburg und Sachsen im Lausitzer Seenland eine gemeinsame Polizeipräsenz.

 Sachsens Innenminister Markus Ulbig und sein Brandenburger Amtskollege Dietmar Woidke unterzeichneten im Saal der Geierswalder Gaststätte „Zur Grubenlampe“ die entsprechende Vereinbarung, die beiden Dienststellenleiter zudem die Durchführungsbestimmungen. Im Hinblick auf die Einweihung des Koschener Kanals am Samstag sagte Ulbig halb im Ernst, halb im Scherz: „Heute ist der wichtigste Tag. Denn erst, wenn der Rahmen gegeben ist, kann auch das Offizielle erfolgen.“ Und solche Dinge sind am Geierswalder See in letzter Zeit am laufenden Band geschehen.

Das Landratsamt hat die Allgemeinverfügung für den Gemeingebrauch und die Gewässerbenutzung des Geierswalder Sees erlassen. Darin ist beispielsweise der schiffbare Bereich markiert. Dank gelber und roter Tonnen wird der im Wasser für jedermann sichtbar sein. Die Tonnen selbst werden dieser Tage ausgebracht. Und jetzt die Vereinbarung über die Präsenz der Wasserschutzpolizei. Erst einmal wird die mit einem Boot unterwegs sein und je einem Beamten aus Brandenburg und Sachsen.

Zu weit lässt man sich nicht in die Karten gucken, aber es ist natürlich so, dass man vor allem dann auf den Seen präsent sein wird, wenn auch am meisten los ist, also vorzugsweise am Wochenende. Und dann wird man schauen, wie sich die Lage entwickelt. Das hängt einerseits von der Anbindung weiterer Seen ab, andererseits von der Anzahl der Boote. Derzeit, so wurde gestern verkündet, gehen beide Länder von etwa 500 Boten im Lausitzer Seenland aus. In einigen Jahren könnten es aber bis zu 10 000 sein.

Bis dahin wird man auch die Präsenz der Wasserschutzpolizei anpassen. Der Kauf eines zusätzlichen Bootes ist noch nicht geplant. Sicher ist aber, dass es von Sachsen angeschafft werden wird. Bis dahin soll bei Bedarf eines der im Freistaat schon verfügbaren Boote hinzugezogen werden, die problemlos per Trailer und Zugfahrzeug umgesetzt werden können. So wie es gestern schon mal organisiert worden war.

Bei bestem Sonnenschein unternahmen dann beide Innenminister an Bord des Brandenburger Bootes eine Fahrt über den Geierswalder See, schauten sich die Schwimmenden Häuser und den neuen Anlegesteg für künftige Fahrgastschiffe an. Beide schwärmten von der Faszination des Seenlandes, entstanden aus ehemaligen Kohlegruben. Ulbig betonte dabei, dass man auch künftig die Braunkohle brauche. Es sei aber eben auch wichtig, dass danach renaturiert werde. Und das bedeutet auch, dass Sachsen und Brandenburg gut zusammenarbeiten müssen, wenn man das Seenland voranbringen will.

An dem Punkt sind sich auch beide Minister einig, dass das Problem der unterschiedlichen Geschwindigkeiten, die auf sächsischen und brandenburgischen Gewässern gelten, gelöst werden muss. Beide Minister bezeichneten den aktuellen Zustand als „Unfug“ und der müsse beendet werden. Glücklicherweise haben beide Länder noch ein bisschen Zeit, sich zu einigen. Denn obwohl ein Teil des Geierswalder Sees auch zu Brandenburg gehört, wird es ab kommendem Wochenende keine Probleme wegen der unterschiedlichen Geschwindigkeiten geben. Der freigegebene Bereich liegt wegen noch anstehender Sanierungsarbeiten ausschließlich im sächsischen Hoheitsgebiet – kontrolliert von der sächsisch-brandenburger Polizeistreife.



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