Freistaat Sachsen ebnet Weg für Abriss-Großprojekt


von Tageblatt-Redaktion

Den Fördermittelbescheid des Freistaates für den Abriss des sogenannten Trautmannbaus (im Hintergrund) in Lauta überbrachte gestern Innenstaatssekretär Dr. Michael Wilhelm (r.).
Den Fördermittelbescheid des Freistaates für den Abriss des sogenannten Trautmannbaus (im Hintergrund) in Lauta überbrachte gestern Innenstaatssekretär Dr. Michael Wilhelm (r.).

Von Ralf Grunert

Punkt 11.27 Uhr hatte Lautas Bürgermeister Hellfried Ruhland gestern den Empfang von etwas mehr als 700 000 Euro quittiert. Über diesen Betrag war der Fördermittelbescheid ausgestellt, den Sachsens Innenstaatssekretär Dr. Michael Wilhelm persönlich in Lauta überreichte. Das geschah vor dem sogenannten Trautmannbau. Dieser im Verlauf der Jahre zu einer Invest-Ruine verkommene Gebäude-Komplex soll mit Hilfe dieses Geldes aus der Landschaft getilgt werden. Rund 775 000 Euro sind dafür veranschlagt. Der Freistaat steuert dazu 90 Prozent bei. Die Stadt Lauta muss die restlichen zehn Prozent tragen.

Bereits in der ersten Juli-Woche soll der Bauzaun errichtet werden und der Abriss beginnen. Bis etwa Mitte November muss alles erledigt sein, um die Fördermittel noch fristgerecht vor dem Jahresende abrechnen zu können. Diese Zeitschiene nannte gestern Lautas Bauamtsleiter Wolfhardt Persicke in Abstimmung mit den Bauplanern vom Architektur- und Ingenieurbüro Böhme/Kasper Hoyerswerda.

Mit der Bewilligung der Fördermittel wurde ein bedeutender Schritt in Richtung Abriss getan, allerdings noch nicht die letzte Hürde aus der Welt geschafft. In seiner nächsten Sitzung wird der Stadtrat von Lauta über den Grunderwerb zu entscheiden haben. Denn die Immobilie gehört nach wie vor einem großen deutschen Versicherungsunternehmen. Um welche Summe es dabei geht, das behielt der Bürgermeister gestern auch auf TAGEBLATT-Nachfrage für sich. Die Stadträte sollen es zuerst erfahren, begründete er seine Zurückhaltung. Allerdings deutete er schon an: Der Beschluss zum Grunderwerb wird von dem im Stadtrat im Dezember gefassten Grundsatzbeschluss abweichen. Seinerzeit hatten die Räte beschlossen, sich um Fördermittel für den Abriss des Trautmannbaus bemühen zu wollen. Die wesentliche Bedingung, die den Mehrheitsbeschluss möglich machte, hatte Stefan Urbanski, der Fraktionschef der Freien Wähler, deutlich formuliert: „Jegliche Kosten für die Stadt müssen vermieden werden.“

Die höchstmögliche Unterstützung des Freistaates für das Abriss-Projekt ist der Stadt jedenfalls sicher. „Ich freue mich, dass wir mit diesem Geld helfen können, einen großen städtebaulichen Missstand zu beseitigen“, erklärte Staatssekretär Dr. Wilhelm. Bei der Summe von rund 700 000 Euro handelt es sich immerhin um sieben Prozent des gesamten Budgets, das in Sachsen in diesem Jahr für die Revitalisierung von Brachen dieser speziellen Art zur Verfügung steht, so sein Hinweis. Das einstige Wohn- und Gewerbeobjekt, dessen Errichtung 1992 begonnen wurde, dessen Fertigstellung nach einem Baustopp im Jahre 1995 aber nie erfolgte, soll als Schandfleck am Ortseingang von Lauta und der Gartenstadt beseitigt und in eine Grünfläche verwandelt werden. „Damit kommt die Stadt ihrem Leitbild, das «Grüne Tor» zum Lausitzer Seenland zu werden, ein gutes Stück näher“, ist Dr. Michael Wilhelm überzeugt.



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