Foucaults Pendel ist wieder komplett


von Tageblatt-Redaktion

Gut 20 Kilo wiegt der Pendelkörper, den Katharina Rothe, Amely Lohse und Lisa-Marie Vollmer-Böttcher (von links) haben herstellen lassen. Physiklehrer Erhard Spank war hoch erfreut.
Gut 20 Kilo wiegt der Pendelkörper, den Katharina Rothe, Amely Lohse und Lisa-Marie Vollmer-Böttcher (von links) haben herstellen lassen. Physiklehrer Erhard Spank war hoch erfreut.

 „Nein, das kann nicht wahr sein“, entfuhr es gestern einem überraschten Erhard Spank. Es war ein Ausdruck höchster Freude, den der Physiklehrer des Léon-Foucault-Gymnasiums da von sich gab. Denn: Das Foucault’sche Pendel auf dem Hof der Schule ist endlich wieder richtig komplett. 1994 hatte man das 15 Meter hohe Gerüst zur Namensgebung der Schule aufgestellt. Es ist ein Nachbau des von Léon Foucault 1851 entwickelten Instrumentes zum Nachweis der Erdrotation.

Doch schon drei Jahre nach der Einweihung wurde der Pendelkörper von Edelmetall-Dieben gestohlen. Es war zu jener Zeit, als Amely Lohse, Lisa-Marie Vollmer-Böttcher und Katharina Rothe gerade eben geboren wurden. Inzwischen sind sie Zehntklässlerinnen des Foucault-Gymnasiums und für Erhard Spanks gestrige Überraschung verantwortlich. Als zum Schuljahresbeginn die Erdrotation mittels Praxisversuchen auf dem Schulhof behandelt wurde, erklärte der Lehrer, warum er als Pendelkörper einen nicht eben ideal geschnittenen und geformten Ersatz verwenden musste.

Die Mädchen scheint das Leid des Pädagogen gerührt zu haben, und sie machten sich hinter seinem Rücken daran, das Problem zu lösen. Nur Schulleiter Uwe Blazejczyk und Hausmeister German Dinges waren eingeweiht.

So, wie der Physikleistungskurs um Michael Schneider also 1994 quasi im Alleingang die Errichtung des Pendels in Angriff genommen hatte, liefen auch die drei Mädels völlig ohne Aufforderung und Hilfe los, um sich die richtigen Maße für so einen Pendelkörper zu besorgen und vor allem nach einem Sponsor zu suchen. Sie handelten sich jede Menge Absagen ein, blieben aber hartnäckig. Schließlich waren sie beim Metallbau-Unternehmen MSL in Schwepnitz erfolgreich. „Vor ein paar Tagen kamen die drei zu mir, um Vollzug zu vermelden“, erzählt Uwe Blazejczyk.

Gestern ist der Edelstahl-Pendelkörper mit Chromnickel-Überzug getestet und für gut, wenn nicht für ausgezeichnet befunden worden. Er hat etwa exakt das richtige Gewicht, was für die Dämpfung beim Experimentieren von Belang ist. „Außerdem ist das Design fast schöner als beim ersten“, meint Erhard Spank. Die Mädels dürften nun einen dicken Pluspunkt im Physik-Zensuren-Heft haben, während in der Schule nach einem sicheren Aufbewahrungsort für den Pendelkörper gesucht wird. Ein verschließbarer Metallkasten am Pendel war 1997 zu leicht zu knacken.



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