Eine Erfolgsgeschichte aus Hoyerswerda


von Tageblatt-Redaktion

Gestern begann der Umzug der Gas-Motoren für YADOS-Blockheizkraftwerke
Gestern begann der Umzug der Gas-Motoren für YADOS-Blockheizkraftwerke

Von Uwe Jordan

Glücklich die Stadt, die ein produzierendes Spitzentechnologie-Unternehmen des Zukunftsmarktes Nr. 1 in ihren Mauern beherbergt. Ein Unternehmen, das noch ganz jung ist, dessen vielfältigste Erzeugnisse aber schon jetzt europaweit „Hausnummern“ sind, auch dank starker internationaler Partner. Ein Unternehmen, das zu den am schnellsten wachsenden der Branche gehört. Das sich nun schon zum zweiten Mal im Abstand von fast nur Monaten grundlegend erweitert – aber dennoch auf grundsoliden Füßen steht, weil es sein Wachsen nicht an blauäugigen Hoffnungen ausrichtet, sondern an kalkulierbaren Entwicklungen, die es selbst maßgeblich in die Wege geleitet hat. Ein Unternehmen, das überdies zu seinem Lokalpatriotismus steht; sowohl was die Standortwahl anbelangt als auch das soziale Engagement. – „Ja“, werden Sie jetzt wohl sagen, „solche Unternehmen gibt es gewiss. Im baden-württembergischen «Ländle», im Bayrisch-Fränkischen, in Nordrhein-Westfalen, in außerdeutschen Metropolen ... Aber hier, in Hoyerswerda? Niemals!“

Umzug an die YADOS-Straße

Und doch ist es so. YADOS ist das Unternehmen. Es führt die Tradition des Energiestandortes fort – und es beginnt dieser Tage seinen Umzug in den Neubau des (Hoyerswerdaer) Industriegebietes, an die YADOS-Straße 1.
YADOS baut Blockheizkraftwerke. Das klingt wenig spektakulär und schon gar nicht innovativ. Blockheizkraftwerke – sind das nicht so mittelprächtige Bauten wie einst im Hoyerswerdaer Stadtzentrum an der Bonhoefferstraße, deren Schornstein das Stadtbild nicht gerade verschönte, und das nicht nur ob der Braunkohlen-Abgase, die ihm entwichen?

Modul-Bau und Leasing

Dieses Bild hat wenig mit den YADOS-Blockheizkraftwerken von heute zu tun. Das sind kleinformatige Energiezentralen, die mit verschiedensten Materialien betrieben werden können: Stadt-, Erd- oder Biogas. Hackschnitzel. Solar-Energie. Geothermie. Ganz wie der Kunde es wünscht. Denn jede YADOS-Anlage wird individuell auf die Bedürfnisse des Auftraggebers zugeschnitten – ganz gleich, ob nun die postpaketgroße Einheit für das Eigenheim, die Autark-Lösung für ein Unternehmen „auf der grünen Wiese“ oder die Fernwärme-Station für gleich eine komplette Kommune.
Mit den neuen Betriebsstätten an der YADOS-Straße wird sich das Bild noch einmal entscheidend ändern. „Konnten wir bisher Anlagen mit Liefergrößen von ein, zwei Megawatt bauen, werden es jetzt dank der Kranbahnen Größenordnungen von bis zu 20 Megawatt“, erklärt Geschäftsführer Jörg Wolf. Sein Unternehmenssprecher, Olaf Besser, ergänzt: „Wir bieten Energiezentralen im «Baukastensystem» an.“ Heißt: Der Kunde kann eine Anlage erwerben, die modular erweiter- und wieder verringerbar ist. Je nachdem, ob der Energieverbrauch künftig steigt oder sinkt. Diese entsprechenden Baugruppen können problemlos ausgetauscht werden – und sie werden nicht nur gekauft, sondern auch gemietet/ geleast werden können. Dem Kunden wird also eine maximale Beweglichkeit gesichert: finanziell und technisch.
Die „alten“ YADOS-Hallen an der Straße E des Hoyerswerdaer Industriegebietes, einst Bus-Shelter der Verkehrsgesellschaft „Schwarze Elster“ (VSE) werden aber keinesfalls verwaisen oder zu Leerstands-Brachen. „Wir werden hier Vorlieferer ansiedeln. Für ein Blechbearbeitungszentrum und eine Pulverbeschichtung ist schon alles geklärt. Das sichert uns kurze Wege, macht die Produktion ökologischer, effektiver und billiger – und schafft zusätzlich Arbeitsplätze in Hoyerswerda; Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe wohlgemerkt“, setzt Olaf Besser hinzu.

Ausdrücklich: Hoyerswerda

In Hoyerswerda. Das ist ihm wichtig. „Es war eine bewusste Entscheidung. Wir hatten auch Avancen aus Senftenberg. Für diesen Standort hätte manches gesprochen. Zum Beispiel wären wir um einiges näher an der Autobahn gewesen. Aber wir fühlen uns Hoyerswerda verbunden. Auch, weil die Verwaltung uns in jeder Phase der Unternehmensgeschichte absolut zuvorkommend begleitet hat. Da fühlen wir uns, auch als Lokalpatrioten, ein bisschen in der Pflicht, etwas zurückzugeben – und dass Hoyerswerda ein Energiestandort mit Tradition ist, hat bei unseren Überlegungen auch eine Rolle gespielt.“ Überdies: Der Komplex und dessen Betrieb bis hin zum Energieversorger VBH (Versorgungsbetriebe Hoyerswerda) und dem heute schon sehr präsenten Wachschutz hat Hoyerswerdaer Firmen Lohn und Brot gegeben und wird es weiter tun – Teil der YADOS-Philosophie lokaler Wirtschaftskreisläufe


Märkte im Osten aufschließen

Bei aller Verbundenheit zu Hoyerswerda: Der strategische Blick des Unternehmens hat sich längst auf den Kontinent gerichtet. Von Lausitzer Aufträgen allein könnte YADOS nie und nimmer überleben. Aber Anlagen in ganz Deutschland, in England, in der Schweiz und in Italien sichern die Auftragslage. 2013 wollen die Hoyerswerdaer auch den französischen und polnischen Markt für sich erschließen – und überhaupt den Osten. „Zwar sind dort, also vor allem in Russland, die Energiepreise noch so niedrig, dass derzeit keine Notwendigkeit besteht, sich in Russland eine YADOS-Anlage zuzulegen. Aber auch dort gibt es schon Referenzanlagen von uns. Und Anfragen «großer» privater und öffentlicher Interessenten, die wissen, dass der Tag ganz sicher kommen wird, da sich auch dort die Energiepreis-Frage stellt. Wer dann schon einen Namen hat, wer «da ist», der hat den entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Und wir sind als die Ersten da“, ist Jörg Wolf sicher.

P.S.: Die Ansprüche, die YADOS an die eigene Produktion stellt, Termintreue und Wirtschaftlichkeit, wurden auch auf der Firmenbaustelle umgesetzt. Ein Millionenbau ohne Nachträge und ohne einen Tag Bauverzug – keine Selbstverständlichkeit ... schöne Grüße an den Flughafenbau nach Berlin!

DATEN & FAKTEN ZU YADOS

Firmenstart: 2009
Mitarbeiter: über 100, Zuwachs geplant
Produktionswert 2011: 19 Mio £
Slogan: „YADOS Fernwärmetechnik – Energie mit Zukunft“
Geschäftsfelder:
– Energieerzeugung
– Wärmekompakt- und verteilstationen
– Leit- und Kommunikationstechnik
Anspruch: „Entwicklung von innovativen und funktionalen Produkten und komplexen Lösungen im Bereich der Fernwärmestationen und Blockheizkraftwerke. Energieeffizienz und Erneuerbare Energien stehen im Mittelpunkt (des) Handelns.“
Sitz: Industriegelände Straße B, Nr. 8 in 02977 Hoyerswerda | ab 7.1.2013 YADOS-Straße 1 in 02977 Hoyerswerda
erreichbar über Telefon 03571 20932-0
web www.yados.de

KOMMENTAR - ZUM TAGE

Uwe Jordan

zum YADOS-Umzug
in Hoyerswerda

Wo Churchill recht hat, hat er recht

YADOS zieht um. Und bleibt doch. Das globale Dorf mit seinen verlängerten Werkbänken (gleich zwei scheußliche Begriffe!) böte gewiss anderweitige Möglichkeiten. Dass YADOS zu Hoyerswerda hält, als Arbeitgeber, Steuerzahler und sozial engagiertes Unternehmen, darf man deutlich sagen. Da stehe ich zu den einleitenden Sätzen des Artikels links, die manchem zu hochgestochen erscheinen und den Kommentar herausfordern werden: „Na, wenn sie hier nicht extra gut verdienen würden, wären sie gewiss schon längst weg.“ Ja. Eben. Und wenn YADOS nicht hier seine Brötchen verdient, sondern anderswo, werden die eben auch nicht mehr hier gebacken und gekauft, sondern anderswo. So einfach ist das.
Und das Unternehmen macht nicht um jedes seiner sozialen Engagements viel Aufhebens, etwa Hoyerswerdas 24-Stunden-Lauf.„Es gibt Leute, die halten Unternehmer für einen räudigen Wolf, den man totschlagen müsse“, wusste einst Winston Churchill. „Andere meinen, der Unternehmer sei eine Kuh, die man ununterbrochen melken kann“, setzt er fort. Und schließt: „Nur ganz wenige sehen in ihm das Pferd, das den Karren zieht.“ Und genau Letzteres unterscheidet Unternehmer wie YADOS von „Investoren“, die nichts als ihre Rendite im Über-25-%-Bereich interessiert.



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