Eine Saison voller Glücksmomente


von Tageblatt-Redaktion

Außenangreiferin Juliane Bloch im Spiel gegen Pirna/Heidenau.
Außenangreiferin Juliane Bloch im Spiel gegen Pirna/Heidenau.

Spielfrei hatten die Frauen des SC Hoyerswerda am Wochenende in der Sachsenliga – und die kleine Pause in den Winterferien ist mehr als verdient. Als Neuling steht die Mannschaft von Trainerin Kerstin Herzer an der Tabellenspitze. Als einzige Mannschaft ist sie noch ohne Niederlage. Es gibt viele Gründe für diesen Höhenflug. Eine Analyse der Lage:

War die Zielstellung, einen guten Mittelfeldplatz zu erreichen, untertrieben?
Nein. Trainerin Kerstin Herzer war sich vor dem Saisonstart sicher, dass die Mannschaft das Potenzial hat, um mehr zu spielen als „nur“ um den Klassenerhalt. Mit dem Spitzenplatz war freilich nicht zu rechnen. Aber schon in der Vorbereitung deutete sich an, dass die Mannschaft, obwohl als Neuling startend, gegen jede Mannschaft mithalten könnte. In Trainingsspielen gegen den SV Koweg Görlitz, den Sachsenliga-Meister und Oberliga-Aufsteiger, gelangen zwei Siege.

Warum spielt das Team so überzeugend auf?
Die Mannschaft ist eingespielt und hat sowohl den Umfang des Trainings als auch die Intensität erhöht. Immer wieder rücken aus der Jugend Spielerinnen in die 1. Mannschaft. Mit Vollendung des 16. Lebensjahres dürfen diese Mädchen bei den Frauen spielen. Ein weiterer Vorteil: Trainerin Kerstin Herzer kennt diese Spielerinnen von Anfang an. Die Mannschaft profitiert von der großen Ausgeglichenheit des Kaders. Sie kann ein hohes Tempo spielen und häufig wechseln, ohne dass ein Leistungsabfall erkennbar ist. Und der Teamgeist stimmt: Um verletzte Spielerinnen wird sich sehr intensiv gekümmert.

Wie geht die Mannschaft mit Krisensituationen um?
Sehr souverän. Krisen gab es nur wenige, und die wurden mit viel Kampfgeist gemeistert. Das Sprichwort „Glück des Tüchtigen“ trifft hier zu. Mehrfach war es sehr eng in dieser Saison. So lag die Mannschaft im Heimspiel gegen die HSG Neudorf-Döbeln zehn Minuten vor dem Schluss mit 15:20 zurück und schaffte mit dem 21:20 kurz vor Schluss die erstmalige Führung und doch noch den Sieg.

Wie hat die Mannschaft den Hallenwechsel verkraftet?
Besser als gedacht. Im Herbst musste in die Sporthalle des Beruflichen Schulzentrums „Konrad Zuse“ (BSZ) ausgewichen werden, weil das Dach der Jahnsporthalle erneuert wurde. Im ungewohnten BSZ, Heimstätte des LHV, spielte der SC vor noch mehr Zuschauern. Das gab einen zusätzlichen Schub. Ohnehin zählt die Heimstärke zu den großen Pluspunkten der Mannschaft. Seit dem 11. September 2010, also seit fast 2,5 Jahren, hat der SC kein Punktheimspiel mehr verloren. Damals unterlag der SC 18:22 dem HC Sachsen Neustadt-Sebnitz II. Ziel ist es, auch künftig verstärkt das BSZ zu nutzen. Zuletzt klappte es nicht, als die SG Pirna-Heidenau einer Verlegung nicht zustimmte.

Wie groß ist die Chance, einen „Durchmarsch“ hinzulegen?
Die Chance ist da. Aber an der Tabellenspitze ist es sehr knapp. Gegen den Zweitplatzierten SC Markranstädt (22:22) und den Dritten SV Plauen-Oberlohsa (28:28) hat der SC die einzigen beiden Punkte abgegeben. Bereits am nächsten Spieltag (Samstag 16 Uhr) geht es nach Plauen. Das Rückspiel gegen Markranstädt wird am 6. April, einem Samstag, stattfinden.
Entscheidend wird sein, wie die Gegner sich im Rückspiel auf die Stärken des SC einstellen. In der Hinrunde profitierten die Hoyerswerdaer auch vom Überraschungseffekt des unbekannten Neulings. Der ist verflogen. Motivierend dürfte sein, dass der SC selbst gegen eine zwei Klassen höhere spielende Mannschaft gut mithalten kann. Drittligist SHV Oschatz tat sich beim 32:25-Pokalsieg in Hoyerswerda lange schwer.



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