Einblick ins Künstlerleben – ohne Boheme


von Tageblatt-Redaktion

Besuch in der Strassgraebchener Garagen-Galerie von Helga Schoenach -rechts-
Besuch in der Strassgraebchener Garagen-Galerie von Helga Schoenach -rechts-

Bergen. Veranstaltungen wie „Kunst:offen in Sachsen“ mag Monika Schumann. „Weil man sich da mit anderen Menschen über all das, was Kunst ausmacht, austauschen kann“, so die Bergenerin, die zum zweiten Male an dieser Veranstaltung teilnahm. Die Besucher bekommen Einblicke in das Leben der Künstler, und gelegentlich können bei so einer Visite im Atelier auch Berührungsängste abgebaut werden. Monika Schumann freute am Pfingstwochenende nicht nur die gute Resonanz (etliche legten auf ihrem Ausflug einen Zwischenstopp bei ihr ein) sondern auch, dass sie mit den Besuchern das von ihr Geschaffene reflektieren konnte. Dies schätzt die 64-Jährige sehr: „So erhalte ich oft neue Anregungen für meine Arbeit“, so die frühere Kunsterzieherin. „In den interessanten Gesprächen habe sie auch immer wieder heraus gehört, dass die warmen Farben, die ich häufig verwende, beim Betrachter angenehme Empfindungen auslösen.“
Ihre Rohrfederzeichnungen auf Collagen haben mitunter einen etwas abstrakten Charakter. Sie umschreiben Motive und Formen, lassen dem Betrachter Spielraum bei der Interpretation. Ganz klare Aussagen vermitteln dagegen ihre Bilder, die die sorbischen Traditionen, etwa das Osterreiten, darstellen. Auch wenn sie unscharf konturiert wirken, vermitteln sie doch eine Prägnanz, die manchen an diesem Pfingstwochenende faszinierte. Die Menschen für das Malen zu öffnen, ist sicher auch etwas, was die gebürtige Nardterin mit einem solchen Aktionstag verbindet. Verbunden mit der Hoffnung, dass der ein oder andere auch eines ihrer ausdrucksstarken Bilder erwirbt. (RK)

 

Straßgräbchen. Helga Schönach (69) weiß, dass Betrachtungsweisen mitunter recht weit auseinanderfallen. „Aber ich habe nun mal meinen eigenen Stil.“ Und den werde sie auf keinen Fall ändern. Warum auch. Schließlich kann sich die ehemalige Verkäuferin gut einschätzen. Und das, was sie malt. Viele ihrer Werke konnte man in den zurückliegenden Jahren in regionalen Ausstellungen sehen. Sogar in den Altbundesländern hatte sie einige ihrer recht farbenfrohen Bilder gezeigt. Sie sei eine klassische Hobbymalerin. Meist setze sie sich einmal in der Woche an ihre Staffelei. „Gerade so, wie ich mich fühle.“ Mit anderen Malern im Landkreis vergleiche sie sich nicht. Auch nicht mit jemandem wie der Bergenerin Monika Schumann. Das sei eine ganz andere Liga. „Die ist eine absolute Künstlerin.“ Dabei ist das, was sie in den vergangenen zehn Jahren auf die Leinwand gebracht hat, zweifelsohne ebenfalls Kunst. Als sie in den Ruhestand ging, hatte sie mit dem Malen in einem Kunstzirkel in Kamenz begonnen. Was sie etwas überraschte, war, „dass mir das sogleich Spaß bereitete“. Sie, die sehr heimatverbunden ist, schätzt die Landschaftsmalerei, malt auch Stillleben. In den umliegenden Orten und Städten schaut sie sich um, um das, was sie fasziniert, mit Acryl oder Pastell festzuhalten. Diesmal hatte sie ihre Werke in der Garage ausgestellt: Moorlandschaften, Felder, Denkmäler. Ihre Enkelin Maxi hat sie seit zwei Jahren mit ihrem Hobby angesteckt. Die Elfjährige hatte ebenfalls Bilder präsentiert und freute sich am Pfingstsonntag über das Interesse von rund 70 Besuchern, die auf dem Grundstück ihrer Großeltern vorbeischauten.



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