Ein Traum wird Wirklichkeit


von Tageblatt-Redaktion

Die Schleuse im Koschener Kanal öffnete sich am Samstag und das Boot mit den beiden Ministerpräsidenten fuhr heraus.
Die Schleuse im Koschener Kanal öffnete sich am Samstag und das Boot mit den beiden Ministerpräsidenten fuhr heraus.

Das gerade Erlebte mussten die Geierswalder Wassersportler erstmal sacken lassen. Irgendwo war es ja ein historisches Ereignis für den 1. Wassersportverein Lausitzer Seenland (WSVLS ). WSV-Boote waren am Samstagnachmittag die allerersten „normalen Touristenboote“, die nach der offiziellen Eröffnung des Koschener Kanals durch die Schleuse vom Geierswalder in den Senftenberger See einfuhren.

Neben Vereinsmitgliedern mit in den Motorbooten waren Freunde, Sponsoren und Unterstützer des WSV, der an diesem Samstag mit der Regatta Lausitzpokal Ixylon 2013 der Ostsächsischen Sparkasse Dresden nicht nur die 7. Lausitzer Seglerwoche eröffnete, sondern auch sein 10-jähriges Vereinsbestehen feierte. Der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg hatte im Vorfeld der Kanaleinweihung Wassersportvereinen auf sächsischer und brandenburgischer Seite angeboten, den Festakt mit einigen Booten zu begleiten.

Sieben WSV-Boote machten sich also am frühen Samstagnachmittag auf den Weg über den frisch ausgetonnten Geierswalder See. Allen voran fuhr ein Grilldonut des am Geierswalder See ansässigen „Pear 1“, der die Sachsen auf ihrem Weg ins Brandenburgische gastronomisch versorgte. „Ich krieg das Dauergrinsen nicht mehr aus dem Gesicht bei der Passage“, meinte WSV-Mitglied Matthias Jochmann, als er das Boot seines Vereinskollegen Siegfried Lehmann unter Schwarzer Elster und B 96 hindurch wieder gen Heimathafen in Geierswalde steuerte. Das gemeinschaftliche Schleusen der Boote klappte wie am Schnürchen; Zuschauer an Land applaudierten spontan. Zuvor hatten die Sachsen am Stadthafen in Senftenberg angelegt – um dort einen Kaffee zu trinken.

„Von See zu See fahren, überall anlegen … jetzt kriegt man ein Gefühl dafür, was das Seenland ausmacht“, sagte Matthias Jochmann sichtlich begeistert. „Es ist keine Vision mehr, sondern Wirklichkeit!“ Vor zehn Jahren, zur Vereinsgründung, hat das wohl noch etwas anders ausgesehen. Bereits im Jahr 1998 hatten der heutige WSV-Vorsitzende Armin Höhle, sein Vorgänger Axel Holz und weitere Mitstreiter überlegt, wie sie den See vor ihrer Nase sportlich nutzen könnten, sagte Armin Höhle vor der Fahrt beim Gäste-Empfang im Festzelt am Hafen.

1999 gingen die Wassersportler als Sektion Segelsport zunächst in den Geierswalder Kultur- und Sportverein. Am 16. April 2003 folgte dann die offizielle Gründung des WSVLS, der sich inzwischen unter anderem als Ausrichter verschiedener Segelveranstaltungen überregional einen Namen gemacht hat. Nicht zu vergessen die erfolgreiche Jugendarbeit des Vereins. „Unsere Jugendsegler belegen wunderbare Plätze bei Regatten“, lobte der WSV-Chef.

„Ihr seid ein sehr aktiver Verein in Sachsen geworden“, beschied Jens Tusche, Präsident des Seglerverbandes Sachsen, den Geierswaldern. Der WSVLS zähle im Freistaat mittlerweile zu den mitgliederstärksten Segelvereinen. Als Geschenk zum 10-jährigen Bestehen überreichte der Präsident einen Wimpel in den Sachsenfarben mit aufgedrucktem Segelboot, der, so Armin Höhle, im Hafenmeisterbüro seinen Platz finden wird.

Aktuell befindet sich der Verein in, so Armin Höhle, „schwierigen Verhandlungen“ mit dem Grundstücksbesitzer Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen um das Vereinsgelände an der Südböschung, wo auch ein Wasserwanderrastplatz entstehen wird (TAGEBLATT berichtete mehrfach). Der Verein als derzeitiger Pächter des Geländes möchte dort recht bald ein Vereinsheim und eine Bootshalle errichten und sich die Flächen per Erbpacht sichern.

„Aber ich bin optimistisch“, sagte Armin Höhle, „dass wir als Verein auch das 20., 30., 40. Jahr feiern werden.“ (aw)



Zurück

Einen Kommentar schreiben

Es werden nur jene Kommentare veröffentlicht, die unter Angabe von Vor- und Familienname und einer gültigen E-Mail-Adresse (für Rückfragen) abgegeben wurden.

Bitte addieren Sie 3 und 2.