Dieser Brocken stammt aus dem Erzgebirge


von Tageblatt-Redaktion

Geologe Max Hesse mit einem seltenen Stein, einem im erzgebirgischen Altenberg gefundenen Pyknit. Der gehörte zu den 160 Exponaten der Ausstellung.
Geologe Max Hesse mit einem seltenen Stein, einem im erzgebirgischen Altenberg gefundenen Pyknit. Der gehörte zu den 160 Exponaten der Ausstellung.

Von Rainer Könen

Der Tag der Mineralogie, der am Samstagnachmittag im Naturwissenschaftlich-Technnischen Kinder- und Jugendzentrum (Natz) stattfand, war einer, der insbesondere den jungen Besuchern eine Menge Vergnügen bereitete. Was daran lag, dass die Kinder in dem in der Liselotte-Hermann-Straße 74 gelegenen Haus ausgiebig Gelegenheit hatten, sich kleinste Gesteinsproben aus der Nähe anzuschauen. „Ich sammle gerne Steine“, meinte Nicolas Bedrich. Der sechsjährige Wittichenauer zeigte sich auch von der Struktur der Steine, die er sich durchs Mikroskop ansehen konnte, total begeistert. Der Junge gehörte zu den Hobby-Mineralogen, die an diesem Tag auch in der oberen Etage in der Ausstellung vorbeischauten, wo man 160 Steine aus der ganzen Welt bewundern konnte. Krokoit aus Tasmanien, Calcitkristalle aus Freiberg. Oder einen Pyknitbrocken aus dem Erzgebirge. Die in Vitrinen ausgestellten Exponate haben allesamt eine interessante Geschichte, erzählte Geologe Max Hesse, der auch Mitglied im Verein der Freunde der Mineralogie und Geologie ist. Mit diesem Tag wolle man auch wieder mal auf die im Natz untergebrachte AG Mineralogie aufmerksam machen, so Hesse weiter. Er sprach davon, dass immer noch die weit verbreitete Meinung herrsche, dass Steine leblose Dinge seien und damit uninteressant. Ein großer Irrtum. Denn alle Mineralien, die man am Samstag im Natz anschauen, kaufen oder eintauschen konnte, hätten, so Max Hesse, eine interessante und in manchen Fällen sicher auch aufregende Geschichte zu erzählen. „Steine leben“, so Hesse, der für diesen Mineralogietag das Kunststück fertigbrachte, die Essenz seines fünfjährigen Geologiestudiums auf eine einzige Seite zu bringen: Eine Art Merkblatt für die Besucher hatte er in dem Ausstellungsraum aufgehängt. Sie konnten so manches über Mineralien und ihre Entstehungsgeschichte erfahren. Etwa, dass Steine von der Entstehung der Erde erzählen können, erklärte Max Hesse, und dabei zeigte er auf einige verschiedenfarbige Mineralien. Diese bizarr anmutende Farbgebung sei auf eine Reaktion der chemischen Stoffe in Felsen und Gesteinsbrocken zurückzuführen. Dass Mineralien aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken sind, deutete Hesse ebenfalls an. „Die werden in der Zukunft noch wichtiger für die Menschheit“, so der Geologe. So gebe es beispielsweise ohne Mineralien keine Lasertechnik. Sammler und mineralogisch Interessierte bekamen an diesem Tag wertvolle Tipps, wo man in der Region Kristalle finden kann. Auf einer Mineralienbörse konnte man Steine, die aus vielen Regionen der Welt stammen, erwerben. Für Nicolas Bedrich hat sich der Aufenthalt im Natz auf jeden Fall gelohnt: „Ich werde jetzt noch mehr Steine suchen.“



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