Der Silbersee ist wieder ein Schatz


von Tageblatt-Redaktion

Baden im Silbersee macht Spaß - so wie früher. Übrigens sollen am Wochenende bis zu 30 Grad Celsius werden...
Baden im Silbersee macht Spaß - so wie früher. Übrigens sollen am Wochenende bis zu 30 Grad Celsius werden...

Von Uwe Schulz

Glück kann so einfach sein. Das Baden in einem See ist so etwas. Vor allem, wenn man es so viele Jahre gewohnt war, bis die Bergbausanierer einen Zaun um den Silbersee bei Lohsa zogen und damit auch den Friedersdorfer Strand dichtmachten. Doch jetzt ist der Zaun weg, der Strand grob hergerichtet. Gestern standen gut fünfzig gut gelaunte Dauercamper am Ufer. Landrat Michael Harig, Bürgermeister Udo Witschas und der Landtagsabgeordnete Frank Hirche wie gewohnt in Schlips und Kragen, derweil sich schon einige der Dauercamper auszogen, um nach den offiziellen Ansprachen in das Wasser zu spurten.

Ein kleiner Kinderbadebereich ist abgegrenzt. Weiter draußen zeigt eine gelbe Bojenkette, wo der freigegebene Badebereich endet. Wenn man nicht gerade für einen Triathlon trainieren will, sollte es zum Baden und zum Schwimmen reichen.

Bis zum 30. September ist der Friedersdorfer Strand freigegeben. Der 1. Juli als Freigabetermin war der Wunschtermin. Darauf wurde hingearbeitet. Am Montag hatte Bürgermeister Witschas per Mail die Freigaben und Genehmigungen zugestellt bekommen, gestern dann auch in der verbindlichen schriftlichen Form. Das Baden ist per Ausnahmegenehmigung geregelt. Und für das nächste Jahr ist die nächste schon in Aussicht gestellt. Erst einmal soll bis 2017 jährlich im Sommer vom 1. Juni bis zum 30. September das Baden erlaubt sein. In der kälteren Jahreszeit arbeiten die Bergbausanierer sich weiter am Seeufer entlang, bis irgendwann das Tagebaurestloch als sicher gilt.

Als die Sanierung vor einigen Jahren das erste Mal öffentlich ins Gespräch kam, war nicht bekannt, was diese Sanierung für einen touristisch bereits genutzten See wirklich bedeutet. Dann verzögerten sich die Arbeiten wegen Rutschungen, neuer Erkenntnisse und der Sicherheitsfahrweise. Mit der Sanierungsankündigung 2010 brach der Tourismus am See schlagartig ein, obwohl der See im Sommer noch offen war. Das spürte Burgfried Tannenhauer in seiner Silberseeschänke am großen, seitdem meist leeren Parkplatz. Das merkte Falk Nowotnick auf dem von ihm betrieben Campingpark Silbersee Lausitz.

Ohne die Dauercamper hätte er nicht überleben können. 160 sind es mittlerweile, davon sind 30 vom Knappensee hierher umgesiedelt. Erst in der vergangenen Woche kamen fünf neue hinzu. „Ich habe an den guten Abschluss dieser Zeit geglaubt“, sagt er und schaut jetzt wieder positiver in die Zukunft. Da wird wohl auch der Tagescampingbetrieb irgendwann wieder anlaufen.

Bürgermeister und Landrat haben sich gestern jedenfalls für das Durchhalten aller Beteiligten bedankt, dass sie die schweren Zeiten überwunden haben. Landrat Michael Harig übte sich in Pragmatismus: „Es ist das Einzige, was uns übrig bleibt: nach vorn zu schauen.“

Da leuchtet am Silbersee sogar ein Silberstreif. Wenn auch in diesem Jahr die Angler noch nicht auf den See dürfen, so soll es laut Udo Witschas im nächsten Jahr einen Bootssteg geben und irgendwann auch wieder am Nordufer ein Anglerdomizil. Es sind Fördermittel in Aussicht gestellt, um den Strand neu zu gestalten, was aber vor 2017 wohl nicht viel Sinn machen wird. Und Harig sprach erneut von den Seenverbindungen, die es zwar nicht so groß wie im Norden des Seenlandes, so doch aber im kleineren Format auch zwischen Knappensee und Silbersee geben könnte. Man kämpfe dafür. Doch gestern war es erst einmal das kleine Glück, das genossen wurde. Der Schatz des Silbersees ist, dass man in ihm baden kann.
Wetterprognose Wochenende: bis zu 30 Grad Celsius!



Zurück

Einen Kommentar schreiben

Es werden nur jene Kommentare veröffentlicht, die unter Angabe von Vor- und Familienname und einer gültigen E-Mail-Adresse (für Rückfragen) abgegeben wurden.

Bitte rechnen Sie 9 plus 6.