Der Koschener Kanal ist zwangsgeschlossen


von Tageblatt-Redaktion

Eisenhydroxid vor der Schleuse im Koschener Kanal auf der Seite des Senftenberger Sees – sehr unschön. Doch das Brandenburger Landes-Umweltamt hat die Schleuse gesperrt, weil wohl das Wasser auf Geierswalder Seite zu sauer sei.
Eisenhydroxid vor der Schleuse im Koschener Kanal auf der Seite des Senftenberger Sees – sehr unschön. Doch das Brandenburger Landes-Umweltamt hat die Schleuse gesperrt, weil wohl das Wasser auf Geierswalder Seite zu sauer sei.

Von Uwe Jordan und Uwe Schulz

Überraschungen im Lausitzer Seenland sind keine Seltenheit. Aber manche lösen besondere Verwunderung aus: Eigentlich sollte zum 1. April die Schleuse im Koschener Kanal zwischen Senftenberger und Geierswalder See wieder ihren Betrieb aufnehmen. Doch seitens des Brandenburgischen Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz wurde dies offenbar kurzfristig untersagt. Das Merkwürdige daran ist, dass die Information darüber nicht gerade offensiv verbreitet wurde. Schleusenwärter Dirk Hartmann war immerhin informiert worden und hatte am Wochenende frei. Bei den touristischen Anlaufstellen am Senftenberger See wusste man wohl aus einem Zeitungsbericht, dass die Schleuse zu sein soll.

Warum und wie lange, darüber hatte man keine Informationen. In der Elsterheide auf sächsischer Seite hatten bis gestern Bürgermeister Dietmar Koark, der Geierswalder Ortsvorsteher Roland Sängerlaub und auch Karl-Heinz Radochla, der Vorsitzende des Vereins Wasserwelt Geierswalde, keinerlei offizielle Information über die Sperrung der bislang einzigen wirklich schiffbaren Verbindung im Lausitzer Seenland. Im Internet fand sich weder auf den Seiten des Landesamtes noch auf denen des Senftenberger Sees oder der des Lausitzer Seenlandes irgendein Hinweis auf die Sperrung.

Nach allem, was bislang bekannt ist, geht das Landesamt offenbar davon aus, dass die Wasserqualität auf Geierswalder Seite der Schleuse nicht gut für die auf der Senftenberger Seite ist. Dabei hatte die LMBV im März ein Bekalkungsschiff im Einsatz. Es wurden insgesamt 750 Tonnen Kalksteinmehl und 250 Tonnen Weißkalkhydrat von einem Bekalkungsschiff in den Bergbaufolgesee eingebracht. Ziel der LMBV ist es, auch im Bereich der Kohlebahnausfahrt, also vor der Schleuse im Überleiter 12, einen pH-Wert von 6,5 zu gewährleisten.

Allerdings war auf der Senftenberger Seite dieser Tage, ohne dass geschleust wurde, das typische rostrote Wasser zu sehen – gelöstes Eisenhydroxid. Bereits im vergangenen Sommer hatte der Senftenberger See damit in weiten Teilen zu kämpfen. Fische starben, Urlauber beschwerten sich über vermeintliche Fäkalien im Wasser. Damals war der Koschener Kanal als Ursache dafür ausgeschlossen worden. Die bislang unbefristete Schleusensperrung ist das eine, die Ursachenforschung das andere. Der Informationsbedarf ist jedenfalls enorm.

Der Präsident des brandenburgischen Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Prof. Dr. Matthias Freude, bestätigte gestern nach Informationen der „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ die Sperrung. Sie sei infolge einer nicht genehmigten Probeschleusung in der letzten Woche notwendig geworden, bei der sofort wieder „Fische hochgekommen“ seien. Freude meint auch, der Eisenschlamm sei nicht der vom (Vor-Spreewald) her bekannte, sondern werde hier von den Tagebauen her eingespült. Über das weitere Vorgehen ist noch keine letztgültige Entscheidung getroffen worden. Die Sportbootführer habe man allerdings von der Sperrung der Schleuse verständigt. (mit MaMat)



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Kommentare zum Artikel:

Günni schrieb am

dieses Problem wird keiner so schnell lösen

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