„Dem helfen, der sich selber nicht mehr helfen kann“


von Tageblatt-Redaktion

Sanitätshelferin Bianca Schröder und Rettungssanitäter Silvo Kuschereitz gehören dem Katastrophenschutzzug der Johanniter in Hoyerswerda an. Der verfügt über moderne Einsatzfahrzeuge, hat auf diesen aber noch Platz für weitere Mitstreiter.  Foto: rgr
Sanitätshelferin Bianca Schröder und Rettungssanitäter Silvo Kuschereitz gehören dem Katastrophenschutzzug der Johanniter in Hoyerswerda an. Der verfügt über moderne Einsatzfahrzeuge, hat auf diesen aber noch Platz für weitere Mitstreiter. Foto: rgr

Mit der Umstrukturierung des Katastrophenschutzes vor rund zwei Jahren wurde aus dem seit der Wende in Hoyerswerda stationierten Betreuungszug der Johanniter ein Einsatzzug, der sich in fünf Gruppen gliedert. Und plötzlich hatten die Johanniter ein Problem: Waren bis dahin 16 ehrenamtliche Kräfte nötig, um die Mannschaftsstärke für den Betreuungszug sicherzustellen, stieg der Kräftebedarf für den Einsatzzug auf 32 Personen.

Aktuell können die Johanniter in Hoyerswerda lediglich 20 Helfer aufbieten, wie Zugführer Christian Eckhardt gestern erläuterte. Die komplette Einsatztechnik sei vorhanden. Es gibt aber nicht genug qualifizierte Einsatzkräfte, um alle Fahrzeuge entsprechend dem Plan zu besetzen. „Wir sind zwar einsatzbereit“, betonte Danilo Schulz vom Johanniter-Regionalverband Dresden. Allerdings sei der Einsatzzug nur „bedingt einsatzfähig“, wie Christian Eckhardt sagt.

Daran wollen die Johanniter schleunigst etwas ändern. Bis Mitte dieses Jahres sollen die fehlenden zwölf neuen Mitstreiter gefunden werden. Der gestrige Pressetermin am alten Standort der Berufsfeuerwehr in der Senftenberger Vorstadt, den die Johanniter seit ein paar Jahren gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Hoyerswerda-Altstadt nutzen, diente dazu, die Werbetrommel zu rühren. „Wir wollen auch in die Schulen gehen, um uns bekannter zu machen“, kündigte Christian Eckhardt an. Zudem sei geplant, einen Schulsanitätsdienst ins Leben zu rufen.

„Es ist keine neue Erscheinung, dass es immer schwieriger wird, Leute für das Ehrenamt zu begeistern“, so der Hinweis von Danilo Schulz. Bei den aktuell 20 Johannitern in Hoyerswerda, die zwischen 19 und 44 Jahre alt und teilweise schon seit geraumer Zeit dabei sind, ist das allerdings gelungen. „Wem irgendetwas passiert ist, dem kann ich helfen“, beschreibt der 44-jährige Harry Gierke seine Motivation.

„Für Betroffene ist jeder, der mit so einer Jacke, wie wir sie tragen, daher kommt, ein Helfer, auf den sie vertrauen.“ Und Christian Eckhardt, der seit 2005 bei den Johannitern und seit einem Dreivierteljahr Zugführer ist, ergänzt: „Dem helfen, der sich selber nicht helfen kann, ist ein gutes Gefühl.“

Die ehrenamtliche Tätigkeit bei den Johannitern erfolgt ohne Dienstregime. Die Helfer treffen sich nach Absprache zur Ausbildung, zu Schulungen, zu Übungseinsätzen oder wenn mal etwas an der Wache oder an der Technik zu tun ist. Einsätze, wie etwa beim Hoyerswerdaer Stadtfest, sind längerfristig fristig geplant. Bei Einsätzen, zum Beispiel zur Unterstützung der regulären Rettungskräfte bei Unfällen, rückt auch nicht der komplette Einsatzzug aus, sondern nur die jeweils benötigte Gruppe. „Bei einem Verkehrsunfall brauchen wir nicht mit unserer Feldküche dabei sein.“

Danilo Schulz schwört auf das kameradschaftliche Verhältnis unter den Johannitern und wirbt mit der Möglichkeit, eine den jeweiligen Interessen entsprechende und für sich im privaten Alltag nutzbare Ausbildung zu erhalten. Und Christian Eckhardt bietet sich für Interessenten als Ansprechpartner an (Tel. 0162 2142664 oder E-Mail Christian.Eckhardt@johanniter.de).

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