Das Team ist alles


von Tageblatt-Redaktion

Gruppen-Skilauf mit der Neschwitzer Feuerwehr beim Spiel ohne Grenzen.
Gruppen-Skilauf mit der Neschwitzer Feuerwehr beim Spiel ohne Grenzen.

Von Andreas Kirschke

Meter für Meter tasteten sie sich am Seil vor. Ihre Augen dicht verbunden. „Weiter. Jetzt 90 Grad nach rechts“, dirigierte Lars Krüger (16) seine Kameraden Tom Menzel (13), Jonas Pannasch (11) und Richard Domaschk (11) von der Jugendfeuerwehr Neschwitz. Die Station „Blindschleiche“ verlangte wache Ohren und Vertrauen in die Mannschaft. Sie gehörte beim Teamtag „Spiel ohne Grenzen - vom Ich zum Wir“ am Samstag am Dreiweiberner See zu den acht vorbereiteten Stationen. Sie musste von den 340 Teilnehmern der 44 Mannschaften absolviert werden. Natürlich gab jeder sein Bestes. Denn die Mannschaften von 27 Jugendfeuerwehren aus dem gesamten Landkreis Bautzen, ebenso vom Jugend-Rot-Kreuz des DRK Ortsvereins Bautzen und von der Weißkollmer Partner-Jugendfeuerwehr Nový Oldrichov (Tschechien). Organisator war die Kreisjugendfeuerwehr Bautzen. Der Landesfeuerwehrverband förderte das Projekt.

„Der Aufwand ist wirklich enorm. In der Vielfalt an Teilnehmern ist dieser Wettbewerb in Ostsachsen einzigartig“, sagt Mirko Horn, seit 2012 Kreisjugendwart. Ausdauer, Konzentration, Teamgeist und Koordination forderte der Teamtag heraus. Er verlangte zugleich Allgemeinwissen, Geschick und Schnelligkeit. „Er fordert und fördert auch das logische Mitdenken und in jeglicher Hinsicht die Toleranz“, sagte der Kreisjugendwart. Von 2003 bis 2006 leitete er die Jugendwehr Bischofswerda. Aus der Praxis weiß er um den Wert von Ansporn und Anerkennung für Jugendliche.

„Seit fünf Monaten haben wir den Tag langfristig vorbereitet“, schilderte Hubert Hatwig. Jugendwart in Weißkollm und Leiter Regionalbereich Jugendwehren im Raum Hoyerswerda. Die Idee für das „Spiel ohne Grenzen“ kam ihm in Görlitz. Dorthin fuhr er von 2005 bis 2010 in jedem Jahr gern mit der Jugendfeuerwehr Weißkollm. „Die Umsicht und Vielfalt dort begeisterten mich. Mit vertreten waren auch Jugendgruppen des DRK, der Johanniter und des Technischen Hilfswerks“, so Hubert Hatwig. „Seitdem schlummerte die Idee auch bei uns.“

Voriges Jahr fand das „Spiel ohne Grenzen“ erstmals am Dreiweiberner See statt. Es kam gut an. Der Wunsch auf Fortsetzung reifte. „So ein Wettbewerb fördert vor allem den Teamgeist. Denn nur als Einheit sind wir stark“, meinte Robert Richter, Betreuer der Jugendwehr Neschwitz. Voriges Jahr erreichte die Neschwitzer Jugendwehr am Dreiweiberner See einen respektablen vierten Platz. Daran wollte sie diesmal anknüpfen.

Zum ersten Mal nahm die Jugendfeuerwehr Radeberg teil und das gleich mit zwei Mannschaften. Station 1 „Heiße Kugel“ verlangte Geschick und Feingefühl. Mit Fäden musste hier eine Kugel so weit wie möglich über eine Lochplatte gezogen werden, ohne dabei in Löcher zu fallen. Die Station „Gruppen-Skilauf“ forderte Takt und Teamgeist. Zugleich war hier Schnelligkeit gefragt. Geschick und Koordination erforderte die Station „Balance“, wo es galt, zu viert ein Holzstück auf einem kreuzförmigen Tragegestell durch Hindernisse zu fädeln. Grips und Zusammenhalt verlangte die Station „Wasserlauf“, an der jeweils vier Jugendliche Wasser mit Hilfe einer Büchse schöpften, die wiederum nur über Leinen gesteuert werden durfte.

Erstmals nahm der DRK-Ortsverein Bautzen mit zwei Mannschaften teil. Neun Jugendliche im Alter von acht bis 17 Jahren starteten. „Hier beim Wettbewerb lernen sie die Jugendfeuerwehren kennen“, meinte Vorstandsvorsitzender Andreas KIemm. „Diese Zusammenarbeit ist uns wichtig. Frühes Kennenlernen ist sinnvoll. Denn irgendwann arbeiten sie auch als Erwachsene zusammen. Umso besser sind später das Zusammenspiel und Verständnis dafür, welche Aufgaben jede Einsatz-Einheit im Ernstfall übernimmt“.

Mirko Horn kann solche Schritte nur begrüßen. „Meine Vision ist, dass wir langfristig ein Jugend-Netzwerk aufbauen. Das heißt, dass wir unter dem Stichwort ´Blaulicht´ die Zusammenarbeit von kIeinauf fördern. Zum Beispiel die Zusammenarbeit von Jugendgruppen des DRK, der Feuerwehr, der Polizei, des THW, der DLRG, der Johanniter und der Malteser. Der erste Schritt könnte eine gemeinsame Internet-Seite sein.“ Sonnabend, zum Teamtag am Dreiweiberner See, wurde er in dieser Idee bestärkt. Das „Spiel ohne Grenzen“ soll künftig jährlich am Dreiweiberner See stattfinden. Ort und Bedingungen sind ideal – nicht nur für den Testlauf.

Der Teamtag „Spiel ohne Grenzen“ wurde im Anschluss ausgewertet. Die Ergebnisse sollen auf der Internetseite der Kreisjugendfeuerwehr Bautzen unter www.kjf-bautzen.de veröffentlicht werden.

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