Bunt und gut


von Tageblatt-Redaktion

In der Cafeteria des Seenland-Klinikums gibt es am Nachmittag auch selbst gebackenen Kuchen und Kaffee, hier dargeboten von Wolfgang Kühmel und Gudrun Herrmann.  Foto: Uwe Schulz
In der Cafeteria des Seenland-Klinikums gibt es am Nachmittag auch selbst gebackenen Kuchen und Kaffee, hier dargeboten von Wolfgang Kühmel und Gudrun Herrmann. Foto: Uwe Schulz

Die Lampenschirme sind der absolute Hingucker. Bunte grelle Farben in einer Form, von der man nicht weiß, ob die Lampen fünfzig Jahre alt sind und aus einem US-amerikanischen Highway-Restaurant stammen oder ob sie unter retro-modern fallen. Sie sind knallig, alles andere als kühl und nicht unbedingt das, was man sich so im Unterbewusstsein unter der Beleuchtung einer Klinikums-Cafeteria vorstellt. Das sorgt für bessere Laune, gerade jetzt, wenn draußen der Himmel Bleigrau zur Tagesfarbe erklärt hat.

Ja, die neue Cafeteria des Seenland-Klinikums Hoyerswerda hat Stil. Sie hat weniger Sitzplätze als die alte, aber deutlich mehr als das während der Bauarbeiten genutzte Übergangsdomizil. Die Hausfarbe Blau ist auch hier zu finden. Vor allem aber findet man die Cafeteria selbst jetzt besser als früher. Wer das Klinikum durch den Haupteingang betritt, steuert direkt auf sie zu. Eher Hotel als Krankenhaus. Hier kann man essen oder einen Kaffee trinken und gemütlich auf seinen Termin in der Aufnahme warten. Ein Bildschirm zeigt die nächsten Nummern an, die aufgerufen werden.

Ihre ersten 100 Tage hat die neue Cafeteria bald rum. Betriebsleiter Wolfgang Kühmel ist damit zufrieden. Lediglich von den Mitarbeitern des Klinikums hat er sich mehr Zuspruch erhofft. Und betont in diesem Zusammenhang, dass zwar im Imbissbereich die Preise nach oben angepasst werden mussten, die Hauptgerichte des Mittagstischs preislich aber so geblieben sind, wie sie es waren.

Wolfgang Kühmel hat in Hotels und für Dynamo Dresden gekocht, besitzt selbst eine Feldküche, und wenn er von Grillen spricht, dann meint er über dem Holzkohlenfeuer und nicht etwa auf Gas oder Elektro. Jeden Tag pendelt der Dresdener nach Hoyerswerda. Natürlich ist hier viel Administratives zu erledigen, aber man sieht den 56-Jährigen auch selbst regelmäßig irgendwo in der Küche mitwirken. 55 Leute arbeiten bei der Lausitz Catering GmbH. Sie sichern die Patientenversorgung und den Betrieb der Cafeteria ab. Die hat immerhin von 8 bis 17.30 Uhr durchgängig geöffnet, bietet Frühstück, Mittag, Kaffee und natürlich auch am Abend was an.

In Zahlen bedeutet das pro Tag im Schnitt allein 350 Mittagessen für die Patienten, 150 bis 180 Portionen in der Cafeteria für Mitarbeiter und Gäste und noch einmal 150 Portionen für die Versorgung von „Essen auf Rädern“. Und wenn eine Party ausgerichtet werden soll, müssen diese Vorbereitungen auch noch getroffen werden.#

Im Klinikum selbst gibt es jeden Tag Vollkost, leichte Vollkost, ein vegetarisches Gericht und in der Cafeteria noch ein bis zwei Aktionsessen. Das in der Catering-GmbH angewandte System von „cook & chill“ hat sich bewährt. Das Essen wird in der Großküche neben dem Klinikum zubereitet, anschließend abgekühlt, kalt portioniert und mit speziellen Wagen, die eine Seite für gekühlte und eine für erwärmte Speisen haben, durch einen Versorgungsgang ins Klinikums-Hauptgebäude transportiert. Rechtzeitig vor dem Servieren auf Station werden die Speisen in diesen Wagen wieder auf über 70 Grad erhitzt. „Wir bekommen von den Patienten gute Rückmeldungen“, sagt Klinikums-Sprecherin Stefanie Jürß.

Und Wolfgang Kühmel weiß ja, dass, wenn mal jemand sagt, die leichte Vollkost schmecke zu lasch, er es gar nicht anders machen darf. Vorgabe ist Vorgabe. Und doch versucht er so viel wie möglich originell und frisch zu machen. Rund neunzig Prozent der Mahlzeiten werden vor Ort aus frischen Zutaten zubereitet. Da spielt auch die regionale Wertschöpfungskette eine Rolle. Wurst- und Fleischwaren bezieht die Catering GmbH beispielsweise von Korch, bei den Backwaren arbeitet man mit Bresan in Sollschwitz zusammen, wenngleich Kuchen und Brötchen auch selbst gebacken werden. Gemüse und Getränke kommen ebenfalls aus der Gegend.

Und es gibt Aktionswochen ebenso wie Aktionstage. Donnerstag bedeutete in den letzten Wochen stets Grilltag. Steaks, Würste, Hähnchenspieße und Lachs im Gemüsebett wurden gebrutzelt. Vergangene Woche für dieses Jahr das letzte Mal. Es gab auch schon einen Nudeltag und eine Spargelwoche. Für den Herbst plant Wolfgang Kühmel eine Fisch- und eine Kürbiswoche. Und im Winter wird es auch mal eine Schlachtewoche geben.

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