Blick in die neue Station für Altersheilkunde


von Tageblatt-Redaktion

Mittels Banddurchschnitt wurde die Station symbolisch eröffnet. Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch griff zur Schere.
Mittels Banddurchschnitt wurde die Station symbolisch eröffnet. Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch griff zur Schere.

Von Anja Wallner

Neugierig durchstreiften die überwiegend älteren Besucher gestern Nachmittag die Betten- und Therapiezimmer der frisch eröffneten Akutgeriatrie des Lausitzer Seenland-Klinikums (LSK), überreichten den Mitarbeitern Blumen, plauderten in einem der beiden Aufenthaltsräume, wo die Patienten künftig zusammen essen werden. Das Interesse an diesem Tag der offenen Tür war groß. Patienten waren gestern freilich noch keine zu sehen – sie ziehen ab heute peu-à-peu in die neuen Räume um. Vorwiegend sind das Zwei-, aber auch Einbett-Zimmer. Aus ursprünglich drei Patientenzimmern wurden zwei gemacht, die mit je einem geräumigen Bad ausgestattet sind.

Bis Weihnachten soll der Betrieb auf der Station dann komplett laufen, sagte Chefärztin Michaela Stöckel, die Besucher durch die Räume führte. Sie arbeitet hier künftig mit einem „gemischten“ Team aus (Assistenz-)Ärzten, Pflegekräften, Physio- und Ergotherapeuten, Psychologen, Logopäden, Sozialarbeitern. Die Betreuung hier ist aufwendig und komplex. Es geht, einfach gesagt, darum, bei den im Schnitt über 80-jährigen Patienten mit unterschiedlichsten Krankheitsbildern möglichst die Selbstständigkeit und Mobilität zu erhalten, sie weitestgehend „fit“ für den Alltag nach Hause zu entlassen. Akutbehandlung kombiniert mit Früh-Reha nannte es die Chefärztin.

Die Patienten werden gefordert: „Bewegung und Aktivierung ist der Knackpunkt“, betonte Michaela Stöckel, „sodass man nicht einrastet und -rostet.“ Zu den Besuchern gehörte gestern auch eine lustige Truppe ehemaliger Chirurgie-Schwestern, die teils bis 2007 im Klinikum tätig waren. „Damals war es schon modern, jetzt ist alles noch moderner“, so ihr Eindruck. Am gestrigen Vormittag hätten sie vermutlich so einige frühere Kollegen getroffen, denn da wurden die Station und die Tagesklinik feierlich eingeweiht – mit Klängen von Musikern des Dresdener Salonorchesters, mit Kabarett, mit der Eröffnung einer Ausstellung zweier regionaler Künstler, mit Vorträgen und natürlich Grußworten.

„Noch knapp drei Wochen sind es bis Weihnachten, aber für uns ist heute schon Bescherung, obwohl das Geschenk auf keinen Gabentisch passt“, wandte sich Klinikums-Geschäftsführer Jörg Scharfenberg an die Zuhörer, darunter zahlreiche Mitarbeiter des Hauses, Landes- und Lokalpolitiker, Aufsichts- und Stadträte sowie Vertreter des Klinikums-Gesellschafters Sana. Auch der ehemalige LSK-Geschäftsführer Andreas Grahlemann war gekommen. Er hatte den Aufbau der Geriatrie mit auf den Weg gebracht: Die Eröffnung gestern hatte auch Symbolcharakter, denn eine Station für Altersheilkunde, wenn auch in einem Übergangsdomizil, gibt es im Klinikum seit über zwei Jahren. 2014 begann dann der Bau der neuen Geriatrie im zweiten Stock des Hauses. Bis zum gestrigen Tag sei es ein aufregender, arbeitsreicher und kostenintensiver Weg gewesen, sagte Jörg Scharfenberg weiter. 3,7 Millionen Euro, davon drei Millionen Landes-Fördermittel, flossen in Station und Tagesklinik. Die neuen Bereiche böten höchsten Komfort und optimale Bedingungen für die medizinische Versorgung, so der Geschäftsführer nicht ohne Stolz.

Er und weitere Redner sprachen von der steigenden Bedeutung der Altersheilkunde, die früher lediglich ein Nebenfach der Medizin gewesen sei. Denn inzwischen werden die Menschen immer älter. Hoyerswerda gehört, gemessen an der Bevölkerungsstruktur, zu den ältesten Städten in Sachsen. Die Art der Versorgung älterer Menschen im LSK könne da als Chance begriffen werden, hieß es, man könne hier Vorreiter sein.

 



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