Bitteres Ende eines Trefferfestivals


von Tageblatt-Redaktion

Es ist zum Verzweifeln: Diese Mimik – in einem früheren Spiel – von Andreas Schütz, der immerhin acht Treffer warf, passt auch bestens zur knappen Niederlage des LHV Hoyerswerda beim LSV Ziegelheim.
Es ist zum Verzweifeln: Diese Mimik – in einem früheren Spiel – von Andreas Schütz, der immerhin acht Treffer warf, passt auch bestens zur knappen Niederlage des LHV Hoyerswerda beim LSV Ziegelheim.

Niederlagen können wehtun. Erst recht, wenn man in des Gegners Halle selbst 36 Mal ins Tor trifft. So geschehen am Sonnabend, als die Oberliga-Handballer des LHV Hoyerswerda in einem dramatischen Spiel in Ziegelheim mit 36:37 den Kürzeren zogen. Stand in den Schlussphasen der Begegnungen daheim gegen Radis und Köthen das Glück des Tüchtigen noch auf Seiten des LHV, so schlug es sich diesmal auf die Seite der Thüringer.

Was bleibt, ist eine bittere Niederlage, die vielleicht nicht hätte sein müssen. Wenn man sich in der 57. Spielminute beim Stand von 35:35 eine doppelte Zeitstrafe einhandelt, ist es naturgemäß mehr als schwer, mit nur vier Mann einen von der Heimkulisse gepuschten 6-0 Abwehrriegel der Ziegelheimer zu knacken.

Bis dahin hatten die LHV-Mannen sehr viel richtig gemacht. Ihr Offensivspiel gestalteten sie sehr variabel. Torgefahr strahlten sie von allen Positionen aus. Das taktische Mittel der schnellen Mitte nutzten sie konsequent aus. So dauerte es mehrfach nur wenige Sekunden, bis ein Treffer der Hausherren mit einem eigenen Tor beantwortet wurde. In der Defensive hatten sie die beiden Außenpositionen und den Kreisläufer der Ziegelheimer nahezu aus dem Spiel genommen. Nur mit dem bekannt wurfgewaltigen Rückraum der Ziegelheimer kamen sie überhaupt nicht klar.

12-mal David Heinig, 9-mal Steffen Moritz, 7-mal André Heinig: Dreiviertel ihrer Treffer erzielten die Thüringer über diese Achse - mal mit Urgewalt, mal mit Raffinesse, aber immer mit großer Präzision. Benjamin Reißky und Eric Zeithamel hatten einen schweren Stand. Vielleicht wäre es rückblickend besser gewesen, den eigenen Torerfolg in 1-1 Situationen gegen Heinig bzw. Moritz zu suchen und damit die Torjäger zu ihrer dritten Zeitstrafe zu zwingen. Beide haben nämlich schon in den ersten 30 Minuten jeweils zweimal auf der Strafbank gebrummt.

Den Lausitzern muss aber ebenfalls eine hohe Effektivität im Abschluss bescheinigt werden. Die Schütz‘ und Sieber’s ballerten den Ziegelheimer Keepern die Bälle nur so um die Ohren. Auch hier griffen deren Trainer ein und tauschten mehrfach ihre Torhüter aus, weil sie einfach zu selten eine Hand an den Ball bekamen. Genutzt hat es indes wenig. In wahrer Hasenjagd-Manier trieben beide Mannschaften die Zahlen auf der Anzeigetafel unermüdlich in die Höhe.

Der Spielverlauf sieht keine Mannschaft groß im Vorteil. Vom 3:3 (6.) bis zum 15:15 (22.) folgte auf jedes Tor immer die entsprechende Antwort des Kontrahenten. Mal war der eine vorn, mal der andere. Das spätere Zwei-Tore-Polster (18:16/25.) der Ziegelheimer drehten die Lausitzer in einen eigenen 20:19 Halbzeitvorsprung - 39 Tore in dreißig Minuten. Der zweite Durchgang glich dem ersten. Tore hüben wie drüben. Auch wenn jetzt meist der LSV mit ein bis zwei Treffern vorn lag, blieben die Lausitzer stets dran. Selbst ein zwischenzeitlicher Drei-Tore-Vorsprung der Thüringer war noch keine Entscheidung. Die Hoyerswerdaer behielten den Kopf oben, glichen binnen 120 Sekunden das 34:31 zum 34:34 (55.) wieder aus.

Mit wechselseitigen Treffern ging es jetzt bis zur Sirene weiter. Der letzte und entscheidende Treffer durch den Ziegelheimer Spielertrainer Steffen Moritz fiel 20 Sekunden vor Schluss. Viel Zeit eigentlich noch für die Lausitzer, jedoch sollte ihnen der 37. Treffer einfach nicht mehr gelingen. Das war bitter. (MM)

LHV Hoyerswerda mit: Zeithamel, Reißky - Schütz (8), Sieber (6), Kalweit (6/5), Canbek (4/1), Devantier (4/1), Däumel (3), Eckert (2), Baase (1), Böhme (1), Schäfer (1), Pollack 

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