Beim Weitsprung darf auch übergetreten werden


von Tageblatt-Redaktion

Während draußen gestern die Kinder beim Weitsprung, Staffellauf oder Schlagball aktiv waren, standen für Schwerst- und Mehrfachbehinderte sportliche Spiele in der Sporthalle des Förderzentrums in der Dillinger Straße auf dem Programm. Foto: Gernot Menzel
Während draußen gestern die Kinder beim Weitsprung, Staffellauf oder Schlagball aktiv waren, standen für Schwerst- und Mehrfachbehinderte sportliche Spiele in der Sporthalle des Förderzentrums in der Dillinger Straße auf dem Programm. Foto: Gernot Menzel

Jede Menge Betreuer und Kampfrichter standen gestern auf dem Sportplatz des Förderzentrums für Körperbehinderte „Dr. Friedrich Wolf“ in der Dillinger Straße. Überaus streng waren sie nicht mit den jungen Sportlern. „Natürlich darf man auch mal übertreten“, erklärte Franziska Caspar, die an der Weitsprunganlage die Leistungen der Kinder und Jugendlichen notierte. Schließlich geht es bei der Para-Olympiade, der landkreisweiten Meisterschaft für Menschen mit Behinderungen, vor allem um die Freude. „Alle waren natürlich hibbelig“, beschreibt Franziska Caspar die Aufregung der Schulkinder.

Zum 6. Mal findet die Para-Olympiade im Landkreis statt. Gestern war offizielle Eröffnung. Schon am Abend zuvor fanden Bowling-Wettbewerbe statt. Bis zum 1. Oktober stehen noch Wettbewerbe im Sitzball, Fußball und Schwimmen auf dem Programm. Etwa 350 Teilnehmer sind in diesem Jahr dabei. Sie lernen nicht nur im Förderzentrum in der Dillinger Straße, wo die Organisationschefin Martina Wussack als Hauptsportlehrerin tätig ist. Teilnehmer kommen auch aus Kamenz, der Wohnstätte Dörgenhausen sowie den Lausitzer Werkstätten.

Für die Förderschule ist der Wettbewerb, der alle zwei Jahre stattfindet, etwas sehr Besonderes, sagt Schulleiterin Bärbel Henkel. Nicht nur, weil jeder Schüler eine Medaille und Urkunde bekommt. Jedes Jahr gibt es zwar ein Schulsport- und ein Schwimmfest, aber die Para-Olympiade mit den vielen Gästen ist deutlich umfangreicher.

 Unterstützung geben auch Schüler der Ausbildungsstätte für Medizinal- und Sozialberufe in der Löfflerstraße. „Sie haben die Stationen vorbereitet und leiten sie. „Für die jungen Leute ist es eine gute Möglichkeit, um Erfahrungen zu sammeln“, sagt Bärbel Henkel. Sportarten- und behindertenspezifisch lernen die Auszubildenden bereits bei Praktika in der Schule.

Für Martina Wussack bedeuten solche Sportfeste viel Arbeit, aber auch Freude. So viele Möglichkeiten für behinderte Sportler, sich in der Gruppe zu messen, gibt es nicht. Deshalb ist sie froh, dass nun auch Landeswettbewerbe im Schulsportwettbewerb „Jugend trainiert für Paralympics“ angeboten werden. Das war lange nur auf Bundesebene der Fall. Vor zwei Jahren schafften dort die Leichtathleten der Schule in Kienbaum einen fünften Platz, hatten aber tolle Begegnungen mit anderen – wie auch gestern bei der Para-Olympiade.

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