Begeisterung, die Funken sprüht


von Tageblatt-Redaktion

„Sesam, öffne dich“ – in diesem Schrank befinden sich ausgewählt schöne der aktuell 1.514 Ausstellungs-Exemplare aus Frank Schulzes Sammlung, ungerechnet weitere 578 Stück Massen- und Tauschware.
„Sesam, öffne dich“ – in diesem Schrank befinden sich ausgewählt schöne der aktuell 1.514 Ausstellungs-Exemplare aus Frank Schulzes Sammlung, ungerechnet weitere 578 Stück Massen- und Tauschware.

Einem heutigen Kraftfahrer gilt die Zündkerze als unbekanntes Wesen, von dem er zwar theoretisch weiß, das er in praxi aber nie zu Gesicht bekommt. Erstens hält sie, verborgen unter der Motor-Abdeckung heutzutage ewig. Zweitens, wenn’s sein muss, wechselt die Werkstatt das Teil. Und drittens: Sehen doch alle gleich aus ...
Zugegeben – so kann man über Zündkerzen denken. Frank Schulze denkt anders. Er sammelt Zündkerzen und alles, was mit ihnen zusammen hängt. Kerzen aus aller Herren Länder und allen Zeiten. Funkelnagelneue und uralte. „Pur“. Im runden oder eckigen Pappschächtelchen, die edelsten sogar einzeln in Blech-Kistchen. Giganten wie für den Bulldog-Motor. Minis wie die kaum daumennagelgroße, voll funktionstüchtige Lebensspenderin für einen Spielzeugmotor. Sockel mit verschiedenmaßigsten Gewinden. Isolatoren, auf denen Firmen mit ihrem Markenzeichen werben – und solche, die einem höchst übel beleumdeten Kanzler zuliebe einst mit Hoheitssymbolen versehen wurden, auf dass sie den Kompressormotor mit dem Stern zum Marschieren brachten.
Frank Schulze kennt viele solcher Geschichten. Noch mehr stehen in den Prospekten und Büchern, die er zum Thema besitzt. Viele Accessoires in Haus und Wohnung, siehe unten, sind auf Zündkerze getrimmt. Schulze hat Konstruktionsvorlagen, Prospekte, Comics, Briefmarken zum Thema Zündkerze. Selbst in John Grishams Roman „Die Farm“ hat er eine Stelle aufgestöbert, in der ein Angler im Bauch eines Fischs eine verrottete Zündkerze gefunden haben will. „Als ich mal in Spremberg einen Vortrag gehalten habe, habe ich eine unrestaurierte alte US-Kerze auf den Tisch gelegt und behauptet, das sei genau diese Grisham-Kerze, die ich in den USA aufgetrieben hätte.“ Das war freilich Angler- und Sammler-Latein.
Aber Schulze muss gar nicht flunkern, denn die Wirklichkeit hat Geschichten, die die Phantasie übertreffen. Ein Beispiel? Da wäre eine Zündkerze von anno dunnemals mit winzigem Ablasshahn und Austrittsrohr vor: „Wenn der Motor «abgesoffen» war, konnte man den Hahn öffnen, und dann spuckte sich die Maschine daraus frei, bis sie wieder zündwillig war.“ Oder eine Konservierungskerze: Die fand Verwendung, wenn ein Motor lange ungenutzt in Bereitschaft stehen musste, so bei Militärflugzeugen. Diese Konservierungskerzen, die während des Langzeitparkens die normalen ersetzte, funkte nicht, enthielt in einer Glas-Kapsel an Isolators Stelle ein wasseranziehendes Gel, das störende Flüssigkeit aus dem Zylinder „saugte“. So sprang der Motor, im E-Fall mit „richtigen Kerzen versehen“, klaglos an.
„Vielleicht habe ich eine der schönsten Zündkerzensammlungen Deutschlands“, mutmaßt Frank Schulze vorsichtig. Ich denke: Er hat. Sehen Sie einfach selbst: www.spark-plug-collector.de



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Kommentare zum Artikel:

Mirko Kolodziej schrieb am

Sehr geehrter Herr Seltenheim, bitte beachten Sie, dass es keine Garantie gibt, dass Herr Schulze Ihre Nachricht liest. Erstens ist das hier nicht seine Seite, und zweitens ist diese Veröffentlichung immerhin schon fast zehn Jahre alt. Bitte wenden Sie sich direkt an ihn. Einen Kontakt finden Sie über seine hier verlinkte Webseite. Mirko Kolodziej, Redaktion

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