Bauarbeiten am künftigen Bürgerzentrum beginnen


von Tageblatt-Redaktion

Inge Ilin gründete 2006 den Verein Braugasse1 zum Erhalt des Hauses. Gestern feierte sie mit Oberbürgermeister Stefan Skora - Mitte - und Baudezernent Dietmar Wolf den Baubeginn.
Inge Ilin gründete 2006 den Verein Braugasse1 zum Erhalt des Hauses. Gestern feierte sie mit Oberbürgermeister Stefan Skora - Mitte - und Baudezernent Dietmar Wolf den Baubeginn.

Es war fast klar, dass der Satz fallen musste. Es war gestern Günter Zirnstein, der ihn sprach. „Dass ich das noch erleben darf“, sagte der Senior aus dem Hoyerswerdaer WK VII, der mit seinem Fotoapparat Wachsen und Schrumpfen der Stadt begleitet hat. Er war zum symbolischen Baubeginn an die Braugasse gekommen, wo aus dem seit einem Jahrzehnt leer stehenden einstigen Ballhaus in den nächsten Monaten das Bürgerzentrum „Konrad Zuse“ werden soll.
In der ersten Januar-Woche rücken die Abrissbagger an, um zunächst den maroden Ostanbau, der zuletzt das „Café Stilbruch“ der KulturFabrik beherbergt hat, abzutragen. In der Nordfassade hat sich inzwischen ein beachtlicher Riss gebildet, der Anbau hat Schräglage und bevor Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) gestern für den symbolischen Baggerhub in einen Minibagger kletterte, flachste er: „Reißen wir ihn also lieber selber ab, bevor er noch abbricht.“
Die im Rathaus an den Vorbereitungen für den Baustart Beteiligten dankten gestern ausdrücklich dem Landratsamt, dem Innenministerium und der Sächsischen Aufbaubank. In Zeiten knapper Kassen ist so ein Bauvorhaben schließlich nicht einfach. Und auch, wenn das Land 2,8 Millionen Euro Förderung zuschießt, bleiben für die Stadt immer noch 2,3 Millionen Euro zu stemmen. Wie schwierig das ist, zeigt die Tatsache, dass 2012 eine Bau-Pause eingelegt werden muss. Man musste im Rathaus also recht eng planen. „Wir haben gut anderthalb Jahre auf den heutigen Tag hingearbeitet“, sagte gestern Baudezernent Dietmar Wolf (parteilos).
Architektin Dorit Baumeister hat sich wieder einmal vorgenommen, durch Sanierung und Neubau Historie und Moderne miteinander zu verbinden: „Das ist eine Herausforderung, weil eine Menge Leute mit dem Ort emotional sehr verbunden sind. Fast jeder in der Stadt kann über das Haus eine persönliche Geschichte erzählen.“ Schließlich war es Schulbau, Pionierhaus und zuletzt Hort für die Soziokultur.
Letzteres soll es auch wieder werden. Nach Fertigstellung 2014 sollen es als Hauptnutzer KulturFabrik, Naturwissenschaftlich-Technisches Kinder- und Jugendzentrum Natz sowie Zuse-Forum, ansonsten aber auch noch eine Menge anderer Vereine und Initiativen in Besitz nehmen. „Das ist nicht das Haus der KuFa“, macht KulturFabrik-Geschäftsführer Uwe Proksch klar. Die KuFa hat daher schon ein neues Programm ersonnen. Es trägt den schönen Namen „Trainingsmaßnahme Braugasse 1“. Gefördert vom Fonds Soziokultur soll in verschiedenen Projekten bis Ende nächsten Jahres die Zusammenarbeit zwischen den künftigen Nutzern „geübt“ werden: „Wir wollen 2014 schließlich nicht bei null anfangen“, sagt Uwe Proksch. Es geht etwa um ein gemeinsames Feriencamp oder auch um eine Dokumentation zur Historie des vor 125 Jahren errichteten Denkmals. „Wir suchen Leute, die uns Geschichten erzählen oder alte Fotos haben“, erläutert der KuFa-Geschäftsführer. Es gehe um Vernetzung und darum, Leute einzubeziehen. Deshalb sei auch jede Idee willkommen. Wie sagte schon 1996 ein Stadtratsbeschluss zum Haus? „Ein gelungenes Projekt hätte auch Modellcharakter für unsere Region.“

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