Baggern in der Seenkette


von Tageblatt-Redaktion

Im Spreetaler See wurde mit der Schilfmahd begonnen. Anschließend werden im Auftrag der LMBV Überhöhen beseitigt.  Foto: LMBV
Im Spreetaler See wurde mit der Schilfmahd begonnen. Anschließend werden im Auftrag der LMBV Überhöhen beseitigt. Foto: LMBV

Von Uwe Schulz

Das Lausitzer Seenland mausert sich zur Urlaubsregion. Dabei sind die meisten Seen noch gar nicht für die Nutzung freigegeben. Wenn man aber an die Zeit der Grundsanierung und Böschungssicherungen denkt, dann fällt vieles von dem, was derzeit getan wird, schon unter die Kategorie Restarbeiten. Was nicht bedeutet, dass sie gleich morgen erledigt sind. Doch an einigen Stellen in der mit Kanälen verbundenen Seenkette kann man diese Arbeiten derzeit beobachten.


Geierswalder/Partwitzer See
Die Uferböschungen am Partwitzer See und Geierswalder See sind nach Einschätzung der LMBV weitestgehend bereits so hergestellt, dass sich die Böschungen und ihre Oberkanten durch nachträgliche Einflüsse wie Erosion und Wasserspiegelschwankungen nicht mehr wesentlich verändern werden. Dennoch wird derzeit im Geierswalder See unweit der Einfahrt zum Barbara-Kanal ein Schwimmbagger eingesetzt, um Untiefen zu beseitigen. Eines der Sanierungsziele ist, dass selbst bei Niedrigwasser bis zu einer Mindesttiefe von 2,50 Meter unter dem Wasserspiegel kein Totholz wie Wurzelstubben oder andere Baumreste vorhanden sind. Aber auch Untiefen werden beseitigt. Andererseits mus Trittsicherheit im Uferbereich gegeben sein. Daher werden die Uferflächen zunächst vom Bewuchs befreit bzw. dieser abgetragen. Der Bewuchs, der sich schon unter Wasser befindet, wird ebenfalls entfernt. Gewonnene Bodenmassen werden mithilfe von Schuten und Schubboot in Tieflagen des Sees verklappt. Die Arbeiten hatten in diesem Jahr im Geierswalder See begonnen und dauern nach Auskunft von LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber voraussichtlich bis September an. Danach erfolgt die Umsetzung in den Partwitzer See.

Blunoer Südsee/ Sabrodter See
Hier stehen bedeutend umfangreichere Arbeiten noch an. Zum Beispiel an den Überhöhen. Das sind gigantische Erdmassen, die bei der Geländeprofilierung vor über 20 Jahren aufgekippt wurden. Allerdings rutschten sie nicht wie gedacht von allein in die Restlöcher, sondern blieben stehen. Einigen der ziemlich imposanten Gebilde, vom Rastplatz und Aussichtspunkt unweit von Bluno gut zu sehen, rückte man bereits mit Sprengstoff zu Leibe. Damit wurde ein Setzungsfließen initiiert, das weite Teile der Berge in den See rutschen ließ. Der Rest blieb vorerst stehen. Zurzeit erfolgt die Erarbeitung der Ausführungsplanung für die Beseitigung der Überhöhen für den Blunoer Südsee und den Sabrodter See durch das Ingenieur-Büro BIUG Freiberg. Die Maßnahmen sind laut LMBV für die Jahre 2016 und 2017 geplant.

Spreetaler See
Bereits gestartet sind hingegen die Arbeiten im benachbarten Spreetaler See. Mitte Juli 2015 begannen die Bergbausanierer der LMBV mit einem Schwimmbaggereinsatz. Im restlochseitigen Vorfeld der Kippenböschungen sind Kippenbereiche stehengeblieben, die höher als 105 m über Normallhöhe Null (NHN) sind. Die größte Überhöhe mit knapp 114 m NHN ragt über den projektierten Endwasserstand von 107 m bis 108,0 m über NHN hinaus. Der See soll in diesem Jahr erstmals seinen Endwasserstand erreicht haben.

Doch die genannten Überhöhen stellen, sofern sie nicht geotechnisch gesichert werden, unzulässige Abweichungen vom vorgesehenen Sanierungsziel dar. Die ungesicherten Überhöhen, die sich vor allem im Bereich der Zufahrt des bereits fertiggestellten Überleiters 1 und dem Innenkippenvorland befinden, werden wasserseitig abgetragen und in tieferen Bereichen des Restloches verklappt. Insgesamt sollen so rund 100 000 Kubikmeter Erdreich bewegt werden.
Auch hier kommen Bagger auf Pontons zum Einsatz. Das Material wird mit Schuten transportiert. Die Firma Reinhold Meister Wasserbau wurde von der LMBV nach entsprechender Ausschreibung mit dem Schwimmbaggerauftrag betraut. Gegenwärtig erfolgt zunächst ein Schilfschnitt. Zeit für diese Arbeiten hat die Firma bis Ende Februar 2016.

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