August der Starke als Stollenkurier


von Tageblatt-Redaktion

An Weihnachtsstollen wird es bei Familie Schumann aus Zeißig in diesem Jahr nicht mangeln. Niclas Schumann gewann bei den Krabatfestspielen in Schwarzkollm entsprechend seinem Körpergewicht 35 Stollen zu je einem Kilo.
An Weihnachtsstollen wird es bei Familie Schumann aus Zeißig in diesem Jahr nicht mangeln. Niclas Schumann gewann bei den Krabatfestspielen in Schwarzkollm entsprechend seinem Körpergewicht 35 Stollen zu je einem Kilo.

Von Anja Wallner

Es war schon ein ungewöhnlicher Anblick gestern Nachmittag in der Zeißiger Wohnsiedlung „Am Sender“: Denn wie oft kommt es vor, dass der sächsische König August der Starke quasi leibhaftig in Perücke und Gewand an der Haustür klingelt? Bei Familie Schumann ist genau das gestern passiert. Im Gefolge Seiner Majestät: Doris und Peter Siebecke von der Festspielleitung der Schwarzkollmer Krabatfestspiele – und 35 original Dresdner Stollen der Bäckerei Emil Reimann. Das weihnachtliche Backwerk, hübsch verpackt in knallroten Geschenkboxen, hat der Viertklässler Niclas Schumann bei den diesjährigen Krabatfestspielen gewonnen.

Man erinnere sich: Dort ging es um „Das Glücksspiel um die Schwarze Mühle“, und während der Aufführungen drehten „August der Starke“, der Schauspieler Steffen Urban, sowie jeweils ein Gast aus dem Publikum am Glücksrad und ermittelten Gewinner unter den Besuchern anhand der „erdrehten“ Tisch- und Sitznummern. Und der Viertklässler Niclas gehörte zu den Gewinnern, deren Körpergewicht praktisch mit Stollen aufgewogen wurde. Den Schumanns wurde die Ehre zuteil, dass „August der Starke“ Steffen Urban persönlich die 35 Kilogramm süßes Gebäck vorbeibrachte. Die anderen Gewinner holen sich ihre Ration am Samstag in Dresden ab und können mit etwas Glück dort noch Karten für die bereits ausverkauften Krabatfestspiele im nächsten Jahr ergattern. Sagenhafte 832 Kilo Stollen wurden im Sommer in Schwarzkollm insgesamt verlost. Und da gab es auch 100-Kilo-Männer, die gewonnen haben…

Was macht man nun mit 35 Stollen, die gestern hübsch aufgestapelt vor dem Schumann‘schen Eigenheim standen? Glücklicherweise hält sich die reichhaltige Backware ja eine Weile. „Wir werden sie hauptsächlich innerhalb der Familie, an Freunde und Kollegen verschenken“, sagte Jörg Schumann. Seine Frau Franka habe schon eine Liste gemacht. „Habt ihr Westverwandtschaft?“, wollte der „König“ wissen. „Dann könnt ihr Stollen rüberschicken!“ Ein Teil der Kartons bleibt natürlich in der eigenen Vorratskammer und kommt in der Advents- und Weihnachtszeit auf den Tisch. Selbst Stollen zu backen, wie bei Schumanns sonst üblich, das fällt in diesem Jahr wohl aus.

Niclas, der schon zum zweiten Mal die Krabatfestspiele besucht hat, gab aber zu, gar nicht so ein großer Stollenesser zu sein, er mag nämlich keine Rosinen. Und die sind im Dresdner Original reichlich vorhanden. Jedoch befindet sich der Junge da in bester Gesellschaft mit Steffen Urban, der übrigens seit zehn Jahren den Weihnachtsmann auf dem Strietzelmarkt gibt und dabei auch hin und wieder herzhaft in ein Stück Stolle beißen muss…

Dass er gewonnen hat, habe ihm am besten an den Krabatfestspielen gefallen, erzählt Niclas. Im nächsten Jahr ist er wieder dabei. Seine Eltern, die alle Ausgaben des Spektakels in Schwarzkollm gesehen haben, hatten das Glück, noch Tickets bekommen zu haben. Die waren bekanntermaßen innerhalb von Stunden weg.

Der Ansturm auf die Eintrittskarten machte selbst Festspieldirektor Peter Siebecke sprachlos. „Echt irre, die Nachfrage“, sagte er. Die Vorbereitungen für die Veranstaltungen im Juli 2015 haben natürlich längst begonnen. Steffen Urban und Joachim Kaps, der den Obristen von Schadowitz darstellt, sind wieder mit von der Partie. Die gesamte Schauspielerriege steht aber noch nicht fest.

Zunächst gilt es ohnehin, die diesjährigen Festspiele Revue passieren zu lassen und den vielen Helfern und Laiendarstellern noch mal Danke zu sagen. Im Schwarzkollmer Frentzelhaus wird es demnächst einen gemütlichen Abend geben – mit einer Filmaufführung der Vorstellung, mit Glühwein – und natürlich jeder Menge Stollen.

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