Auf dem Weg zum Denkmal mit Böller beworfen


von Tageblatt-Redaktion

Auf dem Weg zum Denkmal mit Böller beworfen
Foto: TB-Archiv / Juliane Mietzsch

Hoyerswerda. Nach einem Vorfall am vergangenen Sonnabend in der Niederkirchnerstraße ermittelt der Staatsschutz der Polizei wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. Am Nachmittag war eine Gruppe von Besuchern der Stadt, die mit dem Dachverband der Migrantenorganisationen in Ostdeutschland (DaMOst) unterwegs war, nach Schilderung des Vereins aus einem Haus heraus mit einem Böller beworfen worden.

Sie war auf dem Weg zum Denkmal am Kreisverkehr in der Külzstraße. Denn die Gäste waren auf den Spuren der pogromartigen Gewalttage im Herbst 1991 im Stadtgebiet unterwegs; begleitet vom Mosambikaner David Macou, der von 1979 bis 1991 als Vertragsarbeiter hier lebte. Verletzt wurde durch den Böller niemand. Die Organisation spricht, da der Gruppe viele nichtweiße Personen angehörten, von einem rassistischen Angriff.

Verlangt werden strafrechtliche und politische Konsequenzen. Zivilgesellschaft, Politik, Polizei und Justiz müssten den Vorfall lückenlos aufklären und Derartiges in Zukunft verhindern. Die Polizei sagt, Motive und Hintergründe seien Gegenstand der Ermittlungen.  Aus dem Rathaus heißt es, der Vorfall verdeutliche die Notwendigkeit, weiterhin gemeinsam als Zivilgesellschaft gegen Rassismus und Diskriminierung einzustehen.

Man stehe an der Seite der Betroffenen, so eine Mitteilung der Stadtverwaltung vom Donnerstag. Niemand solle sich in Hoyerswerda wegen Herkunft, Hautfarbe oder ethnischer Herkunft bedroht fühlen. Zugleich dürfe man nicht verallgemeinern. Ein großer Teil der Stadtgesellschaft sei für Respekt und Gleichberechtigung. (red)

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Kommentare zum Artikel:

Ronald Will schrieb am

Vor ein Paar Tagen fand ich ein Stück Straßenmalkreide auf dem Fußweg. Ich nahm es und überlegte, was ich damit anfangen könnte. Ich entschied mich, auf den Weg zu schreiben: LIEBE = Frieden. Und ein kleines Herz. Leider war es bereits schon 2 Tage später weg. Der Mehrheit der Menschen fehlt Liebe. Viele suchen Anerkennung im Aussen. Sie sehnen sich eigentlich nur nach Liebe, aber machen vieles, um ihre Liebesersatz durch Anerkennung von außen zu erhalten. Eine Zivilgesellschaft gegen Rassismus und Diskriminierung sollte auch immer im Auge behalten, dass es letztendlich immer um Spaltung und somit Schwächung der Gesellschaft geht. Eine schwache Gesellschaft kann den Machthabenden nicht so gefährlich werden. Dumme Menschen wird es immer geben, welche verblendet dann irgendwelche Taten begehen. Wer verblendet ist, ist nicht in wahrer Liebe gewesen. Die Fähigkeit, alle Menschen, alle Lebewesen, ja die gesamte Schöpfung zu lieben - dass sollte gelehrt werden.

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