Alle Jahre wieder: Tierezählen im Zoo


von Tageblatt-Redaktion

Igeltanrek Willi brachte gestern exakt 166 Gramm auf die Waage
Igeltanrek Willi brachte gestern exakt 166 Gramm auf die Waage

Von Mirko Kolodziej

Welches Tier im Zoologischen Garten zu Hoyerswerda mag wohl das meiste Gewicht auf die Waage bringen? Wahrscheinlich ist das einer der beiden Braunbären. Solche Tiere wiegen schon einmal 300 Kilo. Genau bestimmen lässt sich das allerdings nicht. „Bären sind sehr neugierig. Die hätten eine Waage sicher rasch zerlegt“, sagt Zooleiterin Dr. Kathrin Witzenberger. Also setzte sie gestern lieber die beiden Igeltanreks des Zoos auf eine Waage. Besser gesagt: Willi und Flöckchen nahmen auf einer Kleinst-Waage Platz. Die Tiere bringen es auch nur auf jeweils 160 Gramm. Man wiegt im Zoo, um zum Beispiel herauszufinden, wie Futter ansetzt oder ob die Entwicklung eines Tieres planmäßig verläuft. Und wenn man einen Zoobewohner zwecks der Jahres-Inventur ohnehin aus seinem Gehege nimmt, kann man ihn auch auf die Waage setzen – sofern er sich eben setzen lässt. In den letzten Tagen war das wieder verstärkt der Fall: Die Tiere sind wie in jedem Januar gezählt worden. Nicht nur die Tierkartei im Zoo-Computer muss stimmen. Auch Veterinär- und Umweltamt sowie die Verantwortlichen der diversen Zuchtprogramme wollen Bescheid wissen.

„So beherbergte der Zoo Hoyerswerda zum Inventurstand insgesamt 838 Tiere in 115 Formen. Das sind 35 Individuen und sechs Arten mehr als im Vorjahr“, ließ die Sprecherin der städtischen Zookultur-GmbH, Stefanie Jürß, gestern wissen. Zwar ist man im Zoo grundsätzlich weiter bemüht, die Anzahl der Tiere so zu reduzieren, dass erstens mehr Platz für jedes einzelne Tier zur Verfügung steht und zweitens die Futterkosten überschaubar bleiben. Aber einerseits sollten Einzeltieren im vorigen Jahr Partner zugesellt werden. So zog Flöckchen zu Willi. Andererseits kamen Tiere für die Zooschul-Arbeit hinzu, zum Beispiel zwei Landschildkröten. Die stehen zwar nun als Bewohner in der Statistik, gehören aber nach wie vor dem Land Niedersachsen, dessen Schildkröten-Auffang-Station sie dem Zoo zur Verfügung gestellt hat.

Umgedreht sind zehn Weißbüscheläffchen im Besitz des Zoos, aber vier davon sind an andere Tiergärten verliehen. Zur Jahresinventur wird in solchen Fällen regelmäßig abgefragt, wie es den Tieren bei den Partnern denn geht. Die sechs Äffchen im Tropenhaus zum Zählen zusammenzurufen, ist übrigens gar nicht einfach. „Die sind nicht blöde“, sagt Kathrin Witzenberger. Größere Gruppen von Tierpflegern kommen ihnen komisch vor. Sollte es zum Tierarzt gehen? Dann nähert man sich besser nicht. So ungefähr empfinden die Äffchen. Weil sie so lebhaft sind, muss man sie zum Zählen aber an einem Fleck haben. Es helfen Mehlwürmer. Das Futter lockt zum Sammelplatz. Wie einfach ist das Ganze dagegen bei den Zwergflusspferden! Es sind, für jedermann leicht feststellbar, zwei Exemplare – übrigens zwei von 179 Säugetieren im Zoo. Fische gibt es 471 und zum Beispiel die Anzahl der Buntbarsche im Tropenhaus lässt sich nur feststellen, indem man ein Foto vom großen Aquarium macht und darauf dann auszählt.

„Man ist schon froh, wenn man die Inventur abgehakt hat“, sagt Dr. Witzenberger. Aber die Bestands-Kartei mit den Angaben zu den Tieren muss eben stimmen. So kennt man in der Regel auch das Alter der Zoobewohner. Galapagos-Riesenschildkröte Julante etwa wurde voriges Jahr 50.

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