Abrissfläche im WK V soll Bienenwiese werden

Sonntag, 09. Februar 2020

Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Vor gut fünf Jahren hat die städtische Wohnungsgesellschaft im WK V das Haus Semmelweisstraße 11 bis 17 abreißen lassen. Jetzt soll hier eine Art Insekten-Biotop entstehen.

Nach dem Abriss war nur Rasen gesät worden. Nun will der Vermieter auf 2.000 Quadratmetern eine sogenannte Bienenwiese schaffen.

Es soll hier also künftig blühen, wozu zusätzliche Kräuter ausgesät werden. Zudem macht sich eine andere Art der Pflege nötig. (red)

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Kommentare zum Artikel:

Kommentar von Mario Jahn |

Da hat sich die Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda ja wieder mal was tolles einfallen lassen. Mitten in der Stadt eine Bienenwiese zu planen. Warum macht die Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda so etwas? Weil eine Bienenwiese wahrscheinlich die finanziell günstigste Möglichkeit ist, diese Fläche nach dem Abriss des Blocks zu gestallten. Eine Bienenwiese braucht nach dem anlegen nämlich bedeutend weniger Pflege als eine herkömmliche Rasenfläche. Während nämlich eine Rasenfläche mehrmals im Jahr gemäht werden muss, muss so eine Bienenwiese bedeutend weniger oder gar nicht gemäht werden und der Umwelt kommt so eine Bienenwiese auch zu gute? Eigentlich alles super oder? Nicht ganz. Als Anwohner habe ich ganz klar einige Dinge anzumerken und gebe diese zu bedenken.

Gedanken zur Lage der Bienenwiese
Damit eine Wiese zu Bienenwiese wird braucht es vor allem Bienen, ansonsten ist es einfach nur eine wilde, verwucherte und ungepflegte Fläche mitten in der Stadt. Bienen sammeln ihren Nektar in einem Radius von bis zu 3km (Quelle: https://www.bienenkiste.de/rat/faq/faq.46/index.html). Mir ist in der Stadt aber kein Imker bekannt der Bienenvölker in diesem Umkreis hält. Also wie soll die Bienenwiese zur Bienenwiese werden? Wäre eine Bienenwiese nicht sinnvoller, an einem Ort wo ein Imker auch seine Bienen fliegen lässt? Oder wird ein Imker dann regelmäßig dort seine Bienenvölker hinfahren und fliegen lassen?

Gedanken zum Schutz der Anwohner
Wie jeder weiß sind Bienen die harmlosen Honigsammler und Wespen sind die stechenden Insekten. Wie will die Wohnungsgesellschaft denn verhindern, dass nicht auch vermehrt Wespen und andere Insekten durch die Blühwiese angelockt werden? Findet es die Wohnungsgesellschaft eine gute Idee, so ein Insekten-Biotop direkt neben einem Kinderspielplatz anzulegen? Ein weiterer Gedanke der sich mir auftut ist, dass sich in einer Wiese die nicht regelmäßig runtergemäht wird auch Zecken ansiedeln können. Ist so eine "wilde Zeckenwiese" mitten in der Stadt eine gute Idee? Wo nebenan ein Kinderspielplatz ist und wo viele Anwohner mit ihren Hunden spazieren gehen?

Ich würde mich wirklich freuen wenn sich die WGH nochmal zusammensetzt und das Vorhaben der Bienenwiese überdenkt. Es gibt so viele Flächen wo eine Bienenwiese viel besser hin passen würde und mehr Sinn machen würde als am Standort im WK V.

Vielleicht liest dies ja ein Verantwortlicher der WGH oder es wird diesen vielleicht zugetragen?

Kommentar von Thomas Häntschke |

Ja da hat sich die WGH etwas tolles einfallen lassen, da es mit Sicherheit nicht nur um Bienen geht, sondern um die Natur (Insekten, Vögel usw.) im Gesamten.
Gerade in der jetzigen Situation, wo durch die mehrmaligen (bis zu 5 x im Jahr) Grünflächenrodungen, immer mehr Natur- und Umweltschäden (dramatischer Rückgang von Insekten, Vögeln usw.) hervorgerufen werden, ist das Zurückkehren zu Blumenwiesen (dienen auch der Luftreinigung und als Nahrungsquelle), wie es sie zu DDR-Zeiten in allen Wohnkomplexen gegeben hat, sehr sinnvoll. Natürlich sind die Bedenken in Bezug der Zecken nachvollziehbar, aber wenn es keine Bienen und andere Insekten zur Bestäubung von Pflanzen mehr gibt, braucht der Mensch auch keine Angst mehr vor Zecken zu haben, denn dann gibt es keine Menschen mehr.
DER MENSCH BRAUCHT DIE NATUR, DIE NATUR ABER NICHT DENN MENSCHEN.
In diesem Sinne, noch mehr Blumenwiesen in den Wohngebieten und das nicht nur in Hoyerswerda.
MfG Thomas Häntschke

Kommentar von Wohnungsgesellschaft mbH Hoyerswerda |

Sehr geehrter Herr Jahn,
aufmerksam haben wir Ihre Hinweise zum Thema Bienenwiese gelesen.
Gern teilen wir Ihnen hier die Hintergründe unserer Idee mit:
Unsere Wohnungsgesellschaft mbH Hoyerswerda stellt sich immer wieder die Frage, was kann auf den Freiflächen, wo einst Wohnblöcke standen, entwickelt werden? Welchen Beitrag kann ein Wohnungsunternehmen zum Schutz von Tier und Natur leisten? Dafür prädestiniert sind größere Flächen, wo Gräser und Blumen angesät werden können, auf denen sich dann beispielsweise Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere nützliche Insekten tummeln können. All diese Tiere sind ein wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems, die zum Leben viele verschiedene Blütenpflanzen benötigen. Und Insekten sind unverzichtbar für die Bestäubung von Blütenpflanzen.

Zu unserer Idee, eine Bienenwiese auf der Fläche ehemals Semmelweißstraße 11 – 17, entstehen zu lassen, haben wir im Vorfeld unsere im Einzugsgebiet wohnenden Mieter nach Ihrer Meinung gefragt. Der überwiegende Teil, ca. 95 %, hat sich für eine Bienenwiese ausgesprochen.

Bevor eine Bienenwiese entstehen kann, bedarf es einiger Vorbereitungsarbeiten zur Aufbereitung des Bodens. Danach wird die Saat eingebracht. Auch solch eine Fläche muss regelmäßig gepflegt werden. Dazu gehört ebenso eine entsprechende Mahd. Gemäht wird immer dann, wenn ein Großteil der Pflanzen Samen gebildet hat. Bei einer Schnitthöhe von 8 – 10 cm bleibt das Schnittgut zwei bis drei Tage auf der Fläche liegen, damit die Samen ausfallen können.

Uns ist es wichtig, vor allem innerhalb unserer Stadt Lebewesen zu retten, die Umwelt zu bewahren, aber auch die Natur zu schützen und Lebensgrundlagen zu erhalten.

Gern können Sie sich bei weiteren Fragen an unsere Wohnungsgesellschaft mbH Hoyerswerda wenden.

Kommentar von Wohnungsgesellschaft mbH Hoyerswerda |

Sehr geehrter Herr Häntschke, vielen Dank für Ihre positive Meinungsäußerung zum Thema Bienenwiese. Es ist genau so, wie sie es so schön beschreiben. "Der Mensch braucht die Natur, die Natur aber nicht den Menschen."

Kommentar von Marita Gatzlaff |

Ich schließe mich den Kommentaren des Herrn Häntschke und der WGH voll und ganz an. Wir haben Anfang vorigen Jahres auf unserem Grundstück auch eine Blumenwiese angelegt, und uns bis Anfang November an ihr erfreut, an den diversen Farben, an der Blütenpracht und -vielfalt und vor allem an den vielen Schmetterlingen, Bienen und anderen Insekten. Wir haben in unmittelbarer Nähe zwei Schaukeln stehen, die auch häufig genutzt werden, und von uns bzw. den Kindern und Enkeln ist noch nie jemand gestochen bzw. von einer Zecke heimgesucht worden.

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