Wer will das Kulturhaus Knappenrode kaufen?


von Tageblatt-Redaktion

Das Kulturhaus Knappenrode hat einen herrlichen Saal. Doch der lässt sich kaum wirtschaftlich betreiben.
Das Kulturhaus Knappenrode hat einen herrlichen Saal. Doch der lässt sich kaum wirtschaftlich betreiben.

Die Zukunft des Knappenroder Kulturhauses ist schon seit Jahren ungewiss. Spätenstens mit der Entscheidung vor vielen Jahren, die ehemalige Schule zum Gemeindezentrum auszubauen, war das Schicksal des Hauses besiegelt. Noch in den 90er Jahren gab es viele Überlegungen, das 1915 als Werksgasthaus der „Eintracht“-Grubengesellschaft gebaute und später erweiterte Haus mit großem Saal, Kino-Balkon, Eckzimmer und Büroanbau als Knappenroder Zentrum zu entwickeln. Nun ist der Komplex zu groß für die Nutzung. 1958 hatte die Bergarbeitergemeine noch fast 1800 Einwohner, heute sind es rund 750.

Mit dem endgültigen Auszug aller Nutzer seit dem abgeschlossenen Umbau der ehemaligen Schule Ende 2009 könnte das denkmalgeschützte Haus den Besitzer wechseln. Die Stadt sucht wieder einen Käufer. „Es muss kein Haus mit Gaststättenbetrieb und kultureller Nutzung bleiben“, sagt Ralf Große, bei der Stadt zuständiger Mitarbeiter für Denkmalschutz. „Vorstellbar wäre auch betreutes Wohnen.“

Allerdings: Im Inneren des Hauses müsste viel passieren, Grundrisse geändert werden. Denkbar wäre zum Beispiel, in den großen Saal eine Zwischendecke einzuziehen. Es gebe Möglichkeiten, aber die müssten aus Sicht des Denkmalschutzes akzeptabel sein. „Wir sind kompromissbereit, aber irgendwo muss die Grenze sein“, sagt Große. Denn: Als ehemaliger Gasthof der Siedlung Werminghoff prägt das Haus einen Teil der Wirtschaftsgeschichte und das Gesicht des August-Bebel-Platzes: „Es ist wichtig, dass der Platz seine Fassung behält.“

Durchaus überlegenswert wäre ein Teilabriss, denn dass jemand das komplette Areal umbauen würde, hat sich schon in der Vergangenheit als unwahrscheinlich erwiesen. Schon in den 90er Jahren scheiterten Verkaufsabsichten. Die Ausschreibung für den neuerlichen Verkauf hat die Verwaltung auf die Internetseite der Stadt gestellt. Klar ist: Je länger die Suche dauert, um so schwieriger wird sie.

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Kommentare zum Artikel:

Leo Gucker schrieb am

Das Haus sieht auf dem Bild sehr ungepflegt und alt aus. Ich würde sagen, dass die Optik die Menschen dazu verleitet, das Haus nicht zu kaufen. Man müsste es etwas herrichten. Optisch ist das oft schon einfach machbar. Allerdings denken die meisten gleich an eine Menge von Geld, das sie darin investieren müssten. Da hört der Spaß für die meisten auf. Danke für die tolle Aufführung.

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