Wege im Seenland bald fit für Skater


von Tageblatt-Redaktion

Um das Lausitzer Seenland für Inlineskater attraktiver zu machen, hatten sich die kommunalen Seenland-Zweckverbände in Sachsen und Brandenburg in den vergangenen Monaten mit den Anforderungen an ein geschlossenes, länderübergreifendes Skaterwegenetz beschäftigt. Der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen (LSS) hat nun am Dienstag in Lohsa per Grundsatzbeschluss den Weg zum Skaterwegenetz geebnet. Wie berichtet, hatte Titus Faustmann, früher Mitarbeiter im Seenland-Projektbüro, ein Konzept dafür erarbeitet, gemeinsame, für das ganze Seenland geltende, Standards definiert und Kosten aufgelistet. Grundlage für die Skaterwege sind die bereits vorhandenen Radwege (um die Seen). Die Qualität deren Asphaltdecke sei grundsätzlich skatertauglich, heißt es. Separate Wege nur für Inliner soll es nicht geben. Faustmann hatte mehrfach betont, dass man nur mit einem ausgewiesenen Wegenetz die Werbetrommel für das Seenland als Inliner-Region rühren könnte.

Was sieht der Beschluss inhaltlich vor?
Die Verbandsversammlung hat als Grundlage für die Wegenetzentwicklung eine Vereinbarung zwischen dem Tourismusverband Lausitzer Seenland und den Baulastträgern/Verkehrssicherungspflichtigen für die Skaterwege abgesegnet. Man beschloss zudem gemeinsame Skaterwege-Standards im Seenland. Nur wenn diese eingehalten werden, wird der Tourismusverband die Wege vermarkten. Der Grundsatzbeschluss bedeutet nicht, dass die Kommunen sofort mit dem Ausweisen von Skaterwegen beginnen müssen. Besagte Vereinbarung wird unterzeichnet, wenn sich die jeweilige Kommune dazu bereiterklärt.

Was hat das Seenland vom Skaterwegenetz?
„Das Angebot für Inliner bringt Gästezuwachs“, sagte Michael Vetter, Vorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) und verwies auf diesbezügliche Erfahrungen des Fläming-Skates. Außerdem habe man dadurch bessere Möglichkeiten, die Radwege dauerhaft zu erhalten. Der LSB hat das Thema in seiner Sitzung am Montag auf der Tagesordnung.

Welche Kosten kommen auf die Kommunen zu?
Nach Ansicht von Michael Vetter sind das keine Rieseninvestitionen. „Die Radwege müssen wir ohnehin in Ordnung halten“, sagte er. Es gehe darum, einmalig Geld in die Hand zu nehmen, um Hinweisschilder aufzustellen. Laut Faustmanns Konzept kostet das je nach Seegröße geschätzte 162 bis 430 Euro. Michael Vetter nannte mit Verweis auf die „Radverkehrsanalyse Brandenburg“ die Summe von 650 Euro pro Kilometer touristischem Radweg, der jährlich für die Unterhaltung aufgebracht werden müsse. Nach Erfahrung des LSB liegen die Kosten aber höher: Für einen Rundweg wie den um den Senftenberger See seien rund 25 000 Euro im Jahr fällig. Dazu kämen rund 1 000 Euro pro See für die empfohlene Kilometrierung.

Warum sollen die Wege Kilometerangaben erhalten?
„Eine Kilometrierung im Seenland wird von den Gästen gewünscht“, sagte Michael Vetter. Sie erleichtere die Orientierung und sei zudem hilfreich für Rettungskräfte bei Unfällen. Vorgesehen ist, die Rundkurse um die Seen sowie deren Verbindungswege mit Kilometerangaben zu versehen. Brandenburg will dies bereits 2013 am Senftenberger See umsetzen.

Welche Hinweisschilder werden empfohlen?
Vorgeschlagen werden im Konzept Schilder mit Piktogrammen, die auf Gefahren, zum Beipiel scharfe Kurven, hinweisen, die vor starken Gefällen und Steigungen warnen, oder Belagwechsel anzeigen.

Was sagen die Bürgermeister der betroffenen Kommunen?
Skeptisch zeigte sich Spreetals Bürgermeister Manfred Heine, vor allem wegen der Wege-Unterhaltungskosten. Er erwähnte bereits in der letzten Sitzung, dass die Skater ohnehin jetzt schon fahren. Dass ausgewiesene Skaterwege mehr Gäste anziehen, wollte er zwar nicht bestreiten, sprach aber auch von mehr Verantwortung seitens der Kommunen. „Die Kosten schießen uns in die Höhe.“ Kein Problem hätte er, wenn der über kommunale Umlagen finanzierte Zweckverband die Wege übernehmen würde. Sein Boxberger Kollege Roland Trunsch meinte, er fühle sich „gebunden“, obwohl „nur“ ein Grundsatzbeschluss gefasst werden solle. Bei der Abstimmung dazu enthielt er sich, genauso wie Hoyerswerdas OB Stefan Skora. Lohsas Bürgermeister Udo Witschas gab Michael Vetter insofern recht, dass Urlauber Qualität suchen. „Wenn die erste Kommune die Vereinbarung schließt, geraten andere unter Druck.“ Dies sei aber „gar nicht so schlecht“, wenn die Seenland-Entwicklung wirklich gewollt sei. Der Verbandsvorsitzende Landrat Michael Harig meinte, dass ein „Grundrauschen in den Kassen“ nötig sei, um die Infrastruktur vorzuhalten.

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