Wachs soll Fuhrpark der Energiefabrik schützen

Samstag, 24. Juli 2010

Fachrestaurator Manfred Biedermann schützt auf der Freifläche der Energiefabrik Knappenrode den auf einem Panzerfahrgestell montierten Kran mit einem Spezialwachs gegen weitere Umwelteinflüsse. Zuvor war das Fahrzeug gründlich gereinigt worden.
Fachrestaurator Manfred Biedermann schützt auf der Freifläche der Energiefabrik Knappenrode den auf einem Panzerfahrgestell montierten Kran mit einem Spezialwachs gegen weitere Umwelteinflüsse. Zuvor war das Fahrzeug gründlich gereinigt worden.

Das Regenwasser perlt auf dem rostbraunen Metall des auf einen Panzerunterbau montierten Krans ab wie auf einem frischpolierten Pkw. Und auch wenn der Regen für die anstehenden Arbeiten in der Energiefabrik derzeit gar nicht gelegen kommt, so zeigt es doch Sinn und Zweck der Arbeit von Manfred Biedermann. Der Fachkonservator aus der Sächsischen Schweiz hat erst in dieser Woche das einstige Tagebau-Hilfsgerät mit einem speziellen Wachs eingesprüht. Ein mikrokristallines, synthetisches Produkt, das auch in kleine Risse einzieht.

Auf den ersten Blick sieht der Kranpanzer immer noch verrostet auch. Doch seine Oberfläche ist jetzt geschützt, sein Verfall verlangsamt worden. „Stoppen kann man den ohnehin nicht“, betont der Fachrestaurator, der auch schon Exponate für die Türckische Cammer behandelte. Von dem Fuhrpark der Energiefabrik ist er begeistert. Die Fahrzeuge erzählen Geschichten, vor allem, weil sie nicht wie Neuwagen im klimatisierten Vorführraum stehen, sondern in der Kulisse der Fabrik, allesamt mit Bearbeitungs- und Gebrauchsspuren wie Schweißnähten, Farbabplatzungen, Dellen und Remplern. Und so sollen sie bleiben. Museale Konservierung heißt das dann.

Dem geht eine gründliche Entfernung von Bewuchs, Schmutzablagerungen und ähnlichem voraus, es folgt eine Feuchtreinigung und schließlich der Wachsauftrag. „Nach zwei, drei Jahren sollte der erneuert werden“, sagt der Restaurator. Nach etwa drei Zyklen hat man dann eine solide Basis. Und doch muss jedes Exponat regelmäßig untersucht und bei Bedarf nachbehandelt werden.

Bislang wurden drei Fahrzeuge schon konserviert: Neben dem Panzerkran eine als Band-Rücker fungierende DET-Raupe und eine Grabenfräse. Zu tun ist reichlich. Allein, um die restlichen Exponate zu reinigen, so rechnet Museumschefin Ute Baumgarten, benötigen drei oder vier Leute 500 Tage. Sie hofft, dass dies im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme geschehen kann. Die eigentliche Konservierung sollen dann Museumsmitarbeiter vornehmen. Manfred Biedermann wird stets beratend zur Seite stehen.

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