Unfallschwerpunkt soll entschärft werden

Donnerstag, 09. Juni 2011

Ingo Link ist Chef der Verkehrsunfallkommission des Landkreises Bautzen und kann selbst die Kreuzung zwischen Neuwiese und Bergen nicht mehr sicherer machen. Jetzt hilft nur noch Umbauen oder Ampel.
Ingo Link ist Chef der Verkehrsunfallkommission des Landkreises Bautzen und kann selbst die Kreuzung zwischen Neuwiese und Bergen nicht mehr sicherer machen. Jetzt hilft nur noch Umbauen oder Ampel.

In diesem Jahr ereigneten sich an der Kreuzung zwischen Bergen und Neuwiese bereits vier Verkehrsunfälle, bei denen ein Mensch schwer und sieben leicht verletzt wurden. Jetzt denkt man über einen Umbau der Kreuzung nach. Die Verkehrsunfallkommission des Landkreises Bautzen stellt beim Straßenbauamt Bautzen den Antrag auf verkehrsplanerische Untersuchung.

Warum zählt die Kreuzung als Unfallschwerpunkt?
Wenn an einer Kreuzung binnen drei Jahren fünf Unfälle mit Personenschäden registriert werden, ist das ein Kriterium für einen Unfallschwerpunkt. Diese Zahl ist allein schon dieses Jahr fast erreicht. Schlimmstes Unfalljahr war bis jetzt 2007. Da gab es elf Unfälle mit sieben Schwerverletzten. Laut Ingo Link, Sachgebietsleiter der unteren Straßenverkehrsbehörde des Landkreises und Vorsitzender der Kreis-Unfallkommission befasste sich die Kommission auf ihrer jüngsten Sitzung am 1. Juni intensiv mit der Kreuzung

Warum kracht es hier so oft?
Bei den Unfällen wird stets die Vorfahrt missachtet, für die Verkehrsunfallkommission auffallend ist, dass fast immer den von rechts kommenden Fahrzeugen die Vorfahrt genommen wird. Doch ausgerechnet in diese Richtungen ist jeweils die Sicht auf die Hauptstraße ausgezeichnet. Alkohol oder überhöhte Geschwingkeit spielen kaum eine Rolle.

Was wurde bislang an der Kreuzung getan?
1999 hatte man im damaligen Landkreis Bautzen die Kreuzung das erste Mal im Visier. Es wurde mit Schildern zusätzlich vor der Unfallfgefahr gewarnt. Später wurden an den untergeordneten Straßen mehrere Stoppschilder angebracht, die unübersehbar sind. Das schien zu wirken. Dann folgten wieder schwere Unfälle und man fällte gar gesunde Bäume, um einen besseren Blick an der Kreuzung zu ermöglichen. Aus Sicht der Experten ist die Kreuzung verkehrstechnisch nun auf einem vernünftigen Stand, Beschilderung und Sicht sind in Ordnung. Kontrollen durch die Polizei erscheinen hier nicht sinnvoll. Die Unfallkommission des Kreises appelliert an alle Autofahrer, hier noch mehr Vorsicht walten zu lassen.

Wie könnte die Situation entschärft werden?
Das soll jetzt das Straßenbauamt Bautzen untersuchen. Möglich wären beispielsweise eine Ampel, der Ausbau zum Kreisverkehr und der Ausbau zu einer versetzten Kreuzung. Rein theoretisch möglich wäre auch die völlige Kappung einer der beiden untergeordneten Straßenäste.

Wann könnte man mit einer Realisierung rechnen?
Das liegt nicht in der Hoheit des Landkreises. Da es sich um eine Staatsstraße handelt, muss das Straßenbaumt untersuchen, planen und der Freistaat muss bauen, zuvor die entsprechenden Mittel einstellen. Dieses Procedere dauert aller Vorraussicht nach mehrere Jahre. Der Erfahrung nach ist hierbei ein Jahrzehnt schneller vorbei, als dass tatsächlich gebaut wird.

Gibt es ähnliche Schwerpunkte im Landkreis?
Eine ähnliche Kreuzung am Eierberg bei Pulsnitz wird gerade nach langer Planung und Vorarbeit zu einem Kreisverkehr umgebaut. Die Kreuzung S 119/K 7253 bei Bautzen liegt ebenfalls im Blickfeld der Verkehrsunfallkommission. „Da untersuchen wir noch“, sagt Ingo Link. Auch das Landesinstitut für Straßenwesen wird befragt.

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Kommentare zum Artikel:

Kommentar von uwe garten |

Sehr geehrter Herr Link,

Verkehrszeichen "Wildwechsel" wird reduziert. so heißt die Pressemitteilung Ihres Landratsamtes von gestern. Ich hätte Sie gern dazu gesprochen. Bitte rufen Sie mich unter 0171-22 39 696 an.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

Mit freundlichen Grüßen

Uwe Garten
Redakteur Dresdner Morgenpost

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