Umbaupläne für marodes Eckhaus


von Tageblatt-Redaktion

Das Eckhaus Mann-Straße 1-13 prägt die Kreuzung am Klinikum. In zwei Jahren könnte es schon um- und ausgebaut sein.
Das Eckhaus Mann-Straße 1-13 prägt die Kreuzung am Klinikum. In zwei Jahren könnte es schon um- und ausgebaut sein.

Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda (WH) und Seenland-Klinikum (LSK) forcieren ihr Vorhaben, aus dem ziemlich maroden Eckgebäude Heinrich-Mann-Straße 1-13 im WK IIIe eine Art medizinischen Wohn- und Dienstleistungskomplex zu machen. „Wir möchten gern dem einen oder anderen Leistungserbringer Mut machen, in die Nähe des Krankenhauses zu rücken und mit ins Gebäude zu ziehen“, warb gestern Klinikums-Chef Andreas Grahlemann bei einer Vorstellung des Projektes vor Journalisten, die er gemeinsam mit WH-Chefin Margitta Faßl bestritt.

Dabei geht es vor allem um die ehemalige Ladenzeile im Erdgeschoss. Hier gibt es nur noch den Frisiersalon „Anja“, der auch bleiben kann. Die WH denkt zudem daran, eine Begegnungsstätte ihres Vereins „Wohnen zu Hause“ einzurichten. Gewünscht sind allerdings auch andere Mieter. Grahlemann nannte als Beispiele etwa eine Logopädie, eine Ergotherapie, ein Sanitätsfachgeschäft oder Sozialdienstleister. Man wolle schon vor dem Start der Detailplanungen wissen, welche baulichen Veränderungen nötig sind.

Vorgesehen ist, im nächsten Jahr zu bauen. „Die Nutzung soll ab 2014 möglich sein“, so Margitta Faßl. In das Haus einziehen sollen zum einen Menschen nach einer Behandlung in der neuen Altersheilkunde-Abteilung des Klinikums. Hierfür sollen nach derzeitigen Überlegungen 16 Wohnungen barrierefrei hergerichtet werden. Gedacht ist aber auch an Appartements für Ärzte und andere Mitarbeiter des Krankenhauses.

Margitta Faßl schätzt die Kosten für das Vorhaben auf rund fünf Millionen Euro. Momentan sind von den 110 Wohnungen im Eckgebäude noch 30 belegt. Nachgedacht wird im Augenblick darüber, es noch weiter einzukürzen. „Es gibt die Option, an einem der beiden Giebel noch ein Segment wegzunehmen“, sagte die WH-Geschäftsführerin. Ausgemachte Sache ist bereits der Abriss des Garagenkomplexes im Innenhof. An seiner Stelle soll ein kleiner Park mit Grünflächen und Sitzmöglichkeiten entstehen, erläuterte Margitta Faßl: „Es muss ja für die Mieter, die wir uns erhoffen, schon eine gewisse Qualität haben.“

Die Grundidee zum Medicare-Housing resultiert aus dem Fakt, dass Patienten, die älter als 75 sind, nach einem Schlaganfall, einer Hüft-OP oder einem Herzinfarkt häufig zwar nach Hause zurück können, dort aber mit Barrieren zu kämpfen haben. Das kann so weit gehen, dass es ihnen nicht mehr möglich ist, das Haus zu verlassen. Künftig will das LSK sie in seiner neuen Geriatrie aktivieren, um sie dann auf Wunsch in die barrierefreien Wohnungen an der Mannstraße entlassen zu können.

Zugleich lässt sich hier das Problem der Unterkunft für Gast-Ärzte oder am Klinikum ebenfalls nur temporär tätige Studenten lösen. Bisher hatte das Krankenhaus Pläne, hierfür anstelle des abgerissenen DRK-Komplexes am Kastanienweg zwei Stadtvillen errichten zu lassen. „Davon nehmen wir nun natürlich Abstand“, erklärte Andreas Grahlemann. Andere Pläne für das Areal gebe es zwar momentan nicht, jedoch: „Die Entwicklung geht ja weiter. Man könnte dort schon das eine oder andere machen.“ Das Vorhaben an der Mannstraße lässt für Grahlemanns Haus auch noch weitere Optionen für eine Kooperation mit der WH offen. So könnte die Klinikums-Tochter Lausitz-Catering zum Beispiel die Essenversorgung für Bewohner übernehmen, während die Lausitz Clean GmbH, eine andere Tochter, für Reinigungsleistungen zur Verfügung stünde.

Man darf davon ausgehen, dass die relativ hohen Umbau-Kosten sich sicher in den Mieten widerspiegeln werden. Allerdings glaubt Andreas Grahlemann nicht, dass das zum Problem werden wird. Für die ins Auge gefassten Mieter würden auch andere Aspekte eine Rolle spielen: „Es wird darum gehen, vielleicht die letzten fünf bis zehn Jahre noch ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.“ Zunächst einmal geht es nun aber in die Planung. „Wir verfeinern die Sache gerade“, so Margitta Faßl.

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