Superlative im Zirkus

Samstag, 17. März 2012

Hardy Weisheit füttert seine Giraffe auch schon mal so . . .
Hardy Weisheit füttert seine Giraffe auch schon mal so . . .

Wenn sich Schwedens König Carl Gustav XVI. und Königin Silvia in einigen Monaten die Vorstellung des Zirkus „Afrika“ ansehen werden, wird das Königspaar sicher ganz schön staunen: über das, was dieser Wanderzirkus alles im Programm hat.

Nach Auffassung von Hardy Weisheit hebe sich das gewaltig von dem ab, was andere zirzensische Unternehmen zu bieten haben. „Unsere Show enthält eine Menge Superlative“, so der 42-jährige Juniorchef, der gestern Vormittag ziemlich gestresst wirkte. Der Grund: „Unser Clown hat sich den Nerv eingeklemmt, ist gerade im Krankenhaus“, hatte Weisheit kurz zuvor erfahren. Fraglich, ob der rechtzeitig zur Premierenvorstellung am Nachmittag wieder fit sei. Wenn nicht „werde ich oder ein anderer für ihn einspringen“, so Weisheit. Aber so ist Zirkus, Improvisieren gehört dort zum Alltag.

In den zurückliegenden vier Monaten waren sie im Winterlager, hatte man an neuen Events geprobt. „Ich bin gespannt, wie die beim Publikum ankommen werden“, meint Weisheit. Er hat nicht viel Zeit, aber ein Teil des Best-of-Programms seines Zirkus will er schon vorführen. Auf dem Weg zu dem Zelt, wo die Pferde und Ponys untergebracht sind, fällt auf, dass vier Stunden vor der ersten Vorstellung eine bemerkenswerte Ruhe über dem Areal liegt.

Kaum einer der 60 Mitarbeiter ist zu sehen, nur vor dem Kassenwagen stehen einige Menschen, um Karten zu kaufen. „Für die Abendvorstellung sind schon über 1 000 Karten verkauft worden“, freut sich Weisheit, der aus einer Artistenfamilie stammt, die seit sieben Generationen in Zirkussen auftritt. Neben dem Tierzelt stehen Elefanten auf einem eingezäunten Stück Wiese. „Das ist Big Gandia“. Er zeigt auf einen indischen Elefanten. Mit seinen 50 Jahren sei er der älteste Zirkuselefant Deutschlands. Zwischen Araberhengsten und Friesen läuft etwas dunkles Zotteliges herum. „Unser Prinz“, so Weisheit. So heiße das kleinste Pony der Welt, das aus Argentinien stamme. Während des Rundganges klingelt sein Handy unentwegt.

Zu den rund 100 Tieren gehören auch Albinokamele. „Eine echte Rarität“, so Weisheit. Wenige Minuten später steht er vor einem Tier, das er als „Weltsensation“ anpreist. Ein Giraffenbaby. Der Auftritt eines solchen Tieres in einem Zirkus sei höchst selten. Das habe man von einem italienischen Zirkus erhalten.

Bis einschließlich Montag gastiert der Zirkus neben dem Lausitzbad. Mit einem Programm für die ganze Familie, wie Weisheit betont. Das rund zweistündige Programm bestehe aus Artistik und Tiernummern. Zu den Höhepunkten jeder Vorstellung gehöre am Schluss, dass „Besucher in der Manege auf Kamelen und Zebras reiten können“. Darauf ist man ebenfalls stolz. Denn normalerweise ließen sich Zebras nicht reiten, so der Juniorchef. Damit nicht genug. Otto Weisheit ist auch ein Bestandteil des Programms. Und angesichts so vieler Superlative wundert es nicht, dass der mit seinen knapp 80 Jahren der älteste Zirkusdirektor in Deutschland ist. Von Anfang Mai bis Mitte September gastiert der Zirkus in Schweden. In Stockholm werden sie ihr Zelt aufbauen. Juniorchef Weisheit ist gespannt auf den Besuch des schwedischen Königspaares. Vielleicht schaut auch Kronprinzessin Victoria vorbei. Die hat, wie ihr Mann Daniel, ein großes Faible für Zirkusse.

Vorstellungen: Am heutigen Samstag um 15 und 19 Uhr. Am Sonntag um 11 und 15 Uhr sowie am Montag um 15 Uhr. Tickets unter G 0175 3333020.

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Kommentare zum Artikel:

Kommentar von christian brandenburg |

Sehr geehrte Damen und Herren, von einem Portal bzw. einer Regionalzeitung mit journalistischem Anspruch, hätte ich eine ausgewogenere Berichterstattung erwartet, als "Jubelmeldungen" bzw. einseitige Berichte. Es wäre doch interessant gewesen, mal etwas zur Vergangenheit des Zirkus zu recherchieren bzw. im Tageblatt zu veröffentlichen. Google kann da eine schnelle Hilfe sein. Anbei lediglich ein Link mit interessanten Berichten, die sich bei genauerer Internetrecherche auch auf verschiedenen Websites verifizieren lassen... Mit besten Grüßen aus Hoyerswerda, Christian Brandenburg (P.S. Weder Peta-Mitglied noch allgemeiner Zirkushasser.)

http://www.peta.de/web/home.cfm?p=2229

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