Sperrmüll sammeln oder zahlen


von Tageblatt-Redaktion

Ab 1. Januar 2011 wird HLD-Mitarbeiter Thomas Krause auf dem Wertstoffhof der Hoyerswerdaer Landhandel und Dienste GmbH im Industriegelände den Sperrmüll nicht mehr kostenfrei entgegennehmen.
Ab 1. Januar 2011 wird HLD-Mitarbeiter Thomas Krause auf dem Wertstoffhof der Hoyerswerdaer Landhandel und Dienste GmbH im Industriegelände den Sperrmüll nicht mehr kostenfrei entgegennehmen.

Die Vereinheitlichung von drei verschiedenen Müllentsorgungssystemen gehört bei der jüngsten Kreisreform wohl zu den undankbarsten Aufgaben. Christian Handrik, der Leiter des Abfallwirtschaftsamtes im Landkreis Bautzen, schätzte gestern in der Sitzung des Hoyerswerdaer Stadtrates ein, dass man die drei Systeme gut und gerne hätte weiterlaufen lassen können. Denn sie funktionieren und sind in sich schlüssig.

Aber drei Modelle und drei Berechnungsprogramme bei 80 000 Grundstücken und 140 000 Haushalten auf Dauer zu händeln, ist etwas ganz anderes. Zumal keines der drei Systeme kostendeckend arbeitete. In den Altkreisen Bautzen und Kamenz war dies gewollt, musste man doch angehäufte Rücklagen abschmelzen. Für den Ausgleich des Defizits beim Hoyerswerdaer Modell gab es keine Ersparnisse.

Jetzt sind auch die anderen Rücklagen weg. Ab 2011 müsste der Kreis für die Entsorgung des Restmülls jährlich rund 3,2 Millionen Euro zuschießen. Will er nicht, kann er nicht. In dem Moment hat der Kreis zwei Stellmöglichkeiten – entweder man ändert die Verträge, was vor allem für die Verbrennung des Mülls in der thermischen Restmüllbehandlungsanlage Lauta gelten dürfte, oder aber erhöht die Müllgebühren. Doch da die Verträge mit den Entsorgern bis Ende 2014 laufen, blieben nur noch die Gebühren. Am ärgsten treffen die Erhöhungen die Bewohner des Alt-kreises Kamenz, gefolgt von Hoyerswerda. Immerhin – am Ende dürfte alles kostendeckend sein.

Die Ausweitung des Hoyerswerdaer Ident- und Wägesystems auf den gesamten Kreis hätte einer Investition von 1,1 Millionen Euro in die Müllautos bedurft. Also kam es diesmal nicht in Frage. Gewogen wird daher der Hoyerswerdaer Müll ab Januar nicht mehr. Was zählt ist, neben der Grundgebühr und der Gebühr für die Bereitstellung des Behälters, die Kippung selbst, egal ob die Tonne voller Schaumstoff oder bedeutend schwererer Dinge ist.

Was bei Gemeinschaftsmülltonnen wie in der Neustadt für Probleme sorgen könnte. Denn hier wurden in den letzten Jahren die großen Müllbehälter öfter gekippt, als in vergleichbaren Gebieten in Bautzen und Kamenz, nur dass dort eben das Volumen eine Rolle spielt und nicht das Gewicht. Die Großvermieter im Landkreis stehen aber offenbar schon im Erfahrungsaustausch, wie man die Mieter für das Thema Müll(volumen)vermeidung sensibilisieren kann.
Wenigstens die Wertstoffhöfe von Veolia und HLD bleiben den Hoyerswerdaern erhalten. Da muss man zwar ab 1. Januar für die Sperrmüllentsorgung bezahlen, doch man muss ihn wenigstens nicht sammeln, um ihn einmal im Jahr kostenlos vor der eigenen Haustür entsorgen zu lassen.

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