Schlechte Bedingungen für Leichtathleten


von Tageblatt-Redaktion

Auf den ersten Blick sieht es im Sportforum nicht schlecht aus. Doch für die Leichtathleten ist das alles nicht mehr wettkampftauglich.  Schulnote wäre wohl eine 6.
Auf den ersten Blick sieht es im Sportforum nicht schlecht aus. Doch für die Leichtathleten ist das alles nicht mehr wettkampftauglich. Schulnote wäre wohl eine 6.

Zum eigenen Sportfest müssen die Leichtathleten des SC Hoyerswerda am morgigen Sonntag etwas weiter fahren als angedacht. Nicht im Sportforum in der Nieskyer Straße, sondern im Kamenzer Stadion der Jugend wird gelaufen, geworfen und gesprungen. „Es ist keine Frage der Organisation“, sagt Rudi Tietz, Trainer beim SC über die Verlegung der Wettkämpfe zum Partnerverein. Man kann und will die Anlage in Hoyerswerda den Sportlern nicht mehr zumuten. „Wettkämpfe sind nicht mehr möglich“, sagt Tietz. „Es fehlen die Markierungen für die Laufstrecke und die Tartanbahn ist stellenweise gerissen.“ Es ist vermutlich nicht so, dass sich Sportler verletzen könnten, aber ein Wettkampfgericht würde es sich nicht einfach machen, bei strittigen Fragen zum Wettkampfablauf Entscheidungen zu fällen.

Es sind nicht nur die Leichtathleten, die sich um das Sportforum sorgen. So stellt man sich unter Fußballern die Frage: Droht die Schließung der Anlage, weil sie zu verschlissen ist und die Kosten zu hoch sind? Schließlich heißt es im Ende 2007 vom Stadtrat beschlossenen Sportentwicklungsplan für die Jahre 2008 bis 2012, man müsse kurzfristige Entscheidungen zur Mitte der 90er Jahre sanierten Sportstätte am östlichen Stadtrand treffen.

René Dasler, als Vizepräsident des Sportbundes Lausitzer Seenland, der die Anlage bewirtschaftet, sagt, das Sportforum wird weiter gebraucht für den Volkssport und den Breitensport. „Wir werden es so lange bewirtschaften, wie es geht.“ Die Kunststoffplätze werden nicht zu erhalten sein. Hier und auch in der benachbarten „Arena“ muss der Bewirtschafter auch seiner Fürsorgepflicht nachkommen. Weist der Untergrund zu starke Schäden auf, müssen die Plätze gesperrt werden. Investiert werden muss ohnehin: Auch für die Entsorgung der Beläge wird Geld benötigt.

Die Tartanbahn um den Hauptplatz hat ihre Lebensdauer schon überschritten. Aufgrund der technischen Parameter war die Anlage nur für zehn Jahre konzipiert. Mittlerweile ist sie schon sechs Jahre älter. Im Sportentwicklungsplan wurde vorgeschlagen, die Flächen zu betonieren, um sie beispielsweise Skatern zur Verfügung zu stellen. In einer Stadt, deren Einwohnerzahl sich in den nächsten 15 Jahren noch einmal um ein Drittel verringern könnte, ist eine so große Anlage nicht mehr nötig. Die Leichtathleten sollen im Jahnstadion, der zentralen Sportstätte der Stadt, zu Hause sein. Vor allem das vor sechs Jahren für 1,8 Millionen Euro fertiggestellte Sozialgebäude bietet beste Bedingungen. Was hier fehlt sind neue Leichtathletik-Kunststoffbeläge – ein Vorhaben aus dem Entwicklungskonzept, das noch nicht realisiert ist. „Die Planung muss jetzt angegangen werden“, fordert René Dasler von der Stadt als Eigentümer.

Die Fußballer nutzten das Jahnstadion schon stärker als in den Vorjahren, vor allem im Nachwuchs. Allerdings wird es mitunter eng, berichtet Maik Tank, Vorstandsvorsitzender des HSV 1919. „Dann teilen sich zwei Großfeld- und eine Kleinfeldmannschaft einen Kunstrasen.“ Ihm fehlt es an Ausweichmöglichkeiten bei schlechtem Wetter. Hier sollte der Rasenplatz des Sportforums stärker einbezogen werden. Die Fläche, das ist unstrittig, gehört zu der am besten erhaltenen im Sportkomplex an der Nieskyer Straße. Den Leichtathleten des SC hilft das nicht. Dieses Jahr gibt es keine Heimwettkämpfe wie in den vergangenen Jahren. Sie hoffen, dass nun endlich im Jahnstadion etwas passiert. Die Nachwuchsgruppe, die im Aufbau ist, wird bald gute Freiluftbedingungen benötigen.

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