Rettungsleitstelle geht später in Betrieb


von Tageblatt-Redaktion

Die neue Großleitstelle ist fast fertig. Doch die vollständige Inbetriebnahme verzögert sich.
Die neue Großleitstelle ist fast fertig. Doch die vollständige Inbetriebnahme verzögert sich.

Direkt neben der Hauptfeuerwache ist die neue Integrierte Regionale Leitstelle Ostsachsen entstanden. Der Bau wird zwar pünktlich fertig, doch die letzten Disponenten werden entgegen den Planungen hier erst in einem Jahr Notrufe entgegennehmen und Rettung schicken. Volker Sanderhoff, Leiter Rettungsdienst beim Landratsamt Bautzen, sagt, warum.

Wann wird der Bau der Leitstelle fertig sein?
Das Gebäude an sich soll voraussichtlich bis Ende Februar fertiggestellt sein. Für die Leitstelle beginnt im März die Installation der technischen Systeme, dieser Prozess soll einschließlich Abnahme und Test im August 2011 abgeschlossen sein.

Wann wird das Objekt in Betrieb genommen?
Es wird eine zeitlich versetzte Inbetriebnahme geben. Die Rettungswache wird als Erstes einziehen. Im März erfolgt der Umzug von der benachbarten Hauptfeuerwache in das neue Gebäude. Der offizielle Start ist für den 1. April geplant. Die Leitstelle selbst wird erst Ende November für den ersten Teilbereich in Betrieb genommen. Das ist dem gegenwärtigen Terminplan, den die Projektgruppe BOS-Digitalfunk Sachsen vorgegeben hat, zu entnehmen. Was hier zwar nicht Volker Sanderhoff sagt, aber beim Landrätekonvent am Montag zu erfahren war, ist, dass durch den Weiterbetrieb der alten kleinen Leitstellen recht hohe Mehrkosten entstehen.

Warum verzögert sich die Ausbildung der Disponenten?
Die Ausbildung der Disponenten an der neuen Technik erfolgt an der Landesfeuerwehrschule Nardt. Die Technik, so Schulleiter Lutz Fichtner, ist seit Sommer 2010 eingebaut. Doch die Software steht noch nicht zu Verfügung. Die beauftragte Firma rüstet sowohl die Leitstellen als auch die Schule aus. Derzeit ist avisiert, mit der Ausbildung der Disponenten an der Landesfeuerwehrschule am 29. August 2011 zu beginnen. Laut Ablaufplan werden die einwöchigen Lehrgänge zunächst durch Disponenten der Leitstelle Dresden belegt, aber jeweils zwei Lehrgangsplätze sollen für Ostsachsen verfügbar sein. Da alle Mitarbeiter der künftigen Regionalleitstellen diesen Lehrgang absolvieren müssen, wird sich die Ausbildung für den Bereich Ostsachsen bis in das Jahr 2012 erstrecken. Der Lehrgangsplan wird derzeit erstellt.

Welche der fünf Leitstellen zieht zuerst um?
Bis Ende November werden so viele Disponenten ausgebildet sein, dass die Integrierte Rettungsleitstelle Ostsachsen mit der Übernahme des jetzigen Leitstellenbereiches Hoyerswerda (Stadt Hoyerswerda und ehemaliger Landkreis Kamenz) in Betrieb gehen wird.

Wie sieht die weitere Reihenfolge aus?
Die derzeitigen Planungen sehen vor, dass die Leitstellen dann in der Reihenfolge Bautzen, Löbau, Görlitz und Weißwasser in die Regionalleitstelle umziehen. Voraussetzung ist jedoch die Schulung der Disponenten und die Anbindung der analogen Funksysteme sowie der Alarmierungssysteme für das jeweilige Territorium an die Leitstelle. Der Übernahmeprozess wird sich nunmehr bis in das 1. Quartal 2012 erstrecken.

Wird es später im Notruf Warteschleifen geben?
Nein. Die personelle Besetzung der künftigen Leitstelle basiert auf den zu bearbeitenden Einsätzen für die gesamte Region und wird über den Tagesverlauf je nach Bedarf zwar unterschiedlich, aber so bemessen sein, dass alle regelmäßig zu erwartenden Notfallereignisse sofort bearbeitet werden können. Darüber hinaus gewährleistet der Betrieb der Leitstelle durch die Berufsfeuerwehr, dass bei einem erhöhten Einsatzaufkommen innerhalb kürzester Zeit weitere Arbeitsplätze mit ausgebildeten Mitarbeitern besetzt werden können.

Wie viele Disponenten werden hier arbeiten?
Die bestehenden Leitstellen in Ostsachsen sind derzeit durchgängig mit je zwei Disponenten besetzt, tagsüber sind zum Teil drei Disponenten tätig, zum Beispiel in Bautzen und Hoyerswerda. In der neuen integrierten Leitstelle in Hoyerswerda wird sich die Besetzung am Gesamteinsatzaufkommen orientieren und über den Tagesverlauf schwanken. Nach den derzeitigen Planungen beträgt die maximal notwendige Besetzung neun Disponenten und einen Dienstgruppenführer, über die meiste Zeit des Tages jedoch weniger. Die Planungen für die Gestaltung des zukünftigen Schichtsystems sind noch nicht abgeschlossen. 

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Kommentare zum Artikel:

Müller schrieb am

Wie ist der Stand in der LST Hoyerswerda?

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