Neue Zoo-Biologin mit Start sehr zufrieden


von Tageblatt-Redaktion

Kathrin Witzenberger ist 29 Jahre alt und stammt aus Hessen. Studiert hat sie in Osnabrück und Trier.
Kathrin Witzenberger ist 29 Jahre alt und stammt aus Hessen. Studiert hat sie in Osnabrück und Trier.

Selten geworden ist die Arabische Sandkatze, etwa so selten wie im Berufsleben stehende Akademiker mit Hoyerswerdaer Adresse. Für Kathrin Witzenberger war die Sandkatze wichtig für ihre Doktorarbeit an der Uni Trier. Es ging um genetische Auswirkungen der Zucht in Zoos auf bedrohte Tierarten. Nun richtet Kathrin Witzenberger, frisch promoviert, sich eine Wohnung in der Hoyerswerdaer Neustadt ein. Seit vier Wochen arbeitet sie als Biologin im Zoo.

Die 29-Jährige, die aus der hessischen Wetterau stammt, wollte schon zeitig im Zoo tätig sein. Ausweis dafür ist zum Beispiel ein frühes Praktikum im Zoo von Frankfurt am Main. Also bewarb sie sich zum Ende des Studiums beim Verband Deutscher Zoodirektoren. Daraufhin meldete sich die Stadt Hoyerswerda, die ein Problem hatte: Nach dem Weggang von Direktorin Monika Häfner fehlte der Wissenschaftler im Zoo, die Suche nach einem Kurator blieb erfolglos.

Wegen der Gründung der Zoo, Kultur und Bildung gGmbH ist die Biologin zunächst per Werksvertrag bis zum Jahresende gebunden. Sie kümmert sich zum Beispiel um das Tierbestandsmanagement, koordiniert etwa die Beteiligung an Zuchtprogrammen oder vermittelt Jungtiere in andere Tiergärten. Auch die Planung von Führungen soll sie in die Hände nehmen. Derzeit ist die junge Frau zudem dabei, die große Tierkartei des Zoos, die das im Wortsinn noch ist, zu digitalisieren. Und: Kathrin Witzenberger gefällt es hier. Sie würde gern bleiben und wird sich deshalb bei der geplanten Neuausschreibung auch um die Kuratoren-Stelle bewerben.

„Ich war ganz beeindruckt. Sämtliche Menschen, die ich bisher hier getroffen habe, waren unglaublich freundlich“, sagt sie und die Zusammenarbeit mit den Zoo-Leuten sei sehr gut: „Es gibt da wirklich schöne Ideen.“ Kathrin Witzenberger hat sich jetzt von den Revier-Verantwortlichen herumführen und Einblicke gewähren lassen: Wo ist Nachwuchs zu vermitteln? Wo fehlt ein Zuchtpartner? Welchen Arbeitsaufwand verursachen welche Arten? Letztere Frage ist wichtig für die Zukunft des Zoos, der sich, wie seine kommissarische Chefin Carmen Lötsch schon angekündigt hat, von einzelnen Arten zu trennen gedenkt.

Andere Tiere sollen vergesellschaftet werden. Ohne wissenschaftlichen Beistand würde man dabei natürlich nicht weit kommen. „Man merkt, dass es hier viel zu tun gibt“, sagt Kathrin Witzenberger und will das positiv verstanden wissen. Das vom Stadtrat beschlossene Zookonzept sei als Ganzes ein sehr, sehr spannendes Projekt: „Im Grunde soll ja der ganze Zoo umgekrempelt werden.“ Die Biologin sagt, derartig große Vorhaben gebe es nicht so sehr oft. Und das reizt sie wohl. Denn wenn man ihr die mehr als dürftige Finanzlage auseinandersetzt, die eine nur schrittweise Umgestaltung des Zoos erlauben wird, und bemerkt, das könne gut und gern eine Lebensaufgabe werden, dann nickt Kathrin Witzenberger nur.

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