Neue Ferienhäuser für das Seenland


von Tageblatt-Redaktion

Richtfest und Einweihung in einem. Der letzte Nagel wurde gestern in das erste Haus der Partwitzer Ferienhaussiedlung eingeschlagen.
Richtfest und Einweihung in einem. Der letzte Nagel wurde gestern in das erste Haus der Partwitzer Ferienhaussiedlung eingeschlagen.

Liegestühle und ein Gartentisch würden sich hier gut machen, hier auf der Terrasse unter dem weit vorgezogenen Dach. Doch wo sich bald Urlauber entspannen, drängten sich gestern Vormittag die rund 30 Gäste, um vor dem strömenden Regen Schutz zu suchen. Nein, Ferienwetter war der Familie Ittmann wahrlich nicht vergönnt, um das Richtfest und die Einweihung des ersten Hauses der Ferienhaussiedlung „zum Anker“ in Klein Partwitz zu feiern. Der Stimmung tat das keinen Abbruch. „Wir begießen das Ereignis eben gleich“, meinte Anja Ittmann, Tochter der Bauherrenfamilie.

Noch gleicht das Areal hinter dem Gasthof „zum Anker“ einer großen Baustelle. Ein Ferienhaus ist fertig, ein weiteres steht im Rohbau. Eine Bodenplatte und zahlreiche farbige Markierungen zeigen an, wo die nächsten Gebäuden stehen werden. Zehn Holzblockhäuser unterschiedlicher Größe mit insgesamt 65 Betten sollen hier, in unmittelbarer Seenähe, auf 6 000 Quadratmetern Fläche bis August aus dem Boden wachsen. Vier bis acht Personen können darin ihren Urlaub im Seenland verbringen. Die Siedlung dürfte die bisher größte Ferienhausanlage im sächsischen Teil des Seenlands sein.

Sieben Jahre lang hat die Bauherrenfamilie Ittmann, die gleichzeitig den Gasthof „zum Anker“ betreibt, auf den Tag des Baubeginns, den 15. Dezember 2010, hingearbeitet. „Dass es ein langer und beschwerlicher Weg mit Bergen von Anträgen, Vorschriften, Genehmigungen werden würde – das war uns klar“, sagte Jürgen Ittmann zu den anwesenden Vertretern von Kommunalpolitik, Kreditinstituten, bauausführenden Firmen, des Bergbausanierers LMBV und Touristikern. „Dass sich der Berg zu einem Gebirge mit steilen Anstiegen und tiefen Schluchten entwickeln würde, damit hatten wir aber nicht gerechnet.“

Eine besonders tiefe Schlucht sei die Finanzierung gewesen, da es zunächst geheißen hätte, das Vorhaben sei nicht förderfähig, kreditwürdig, und die Region liege abseits des wirtschaftlichen Wachstums. Die Kommunalpolitik hatte sich letztlich bei den Kreditgebern für das Ferienhausprojekt eingesetzt. Und nun, so Jürgen Ittmann, sollte er den Bau zügig abschließen: „Bis Juni müssen sieben Häuser fertig sein.“ – Es gebe bisher schon 200 Buchungen für dieses Jahr. Drei neue Arbeitsplätze hat Familie Ittmann geschaffen. Den Baufortschritt des gestern eingeweihten Hauses konnten Nutzer des Internetnetzwerks Facebook sozusagen Holzbohle für Holzbohle online verfolgen.

Landrat Michael Harig (CDU) sah eine Symbolik im schlechten Wetter: „Nach dem Regen kommt die Sonne, und der Regen steht hier für die Mühe und Anstrengung, die sich in Erfolg auszahlt.“ Er freue sich, dass Planer und Bauschaffende aus der Region stammten und wünschte sich viele Unternehmer im Seenland, die es den Ittmanns gleichtun. Der Himmel wurde nach dem symbolischen Nageleinschlag durch Jürgen Ittmann zumindest etwas heller. Hell und freundlich wirkt auch das erste, zum Teil schon eingerichtete und für vier Personen ausgelegte Ferienhaus, das die Gäste danach unter die Lupe nahmen.

Es handelt sich dabei um eines von insgesamt zwei barrierefreien Gebäuden der Siedlung. Das 67 Quadratmeter große, sehr geräumige Haus hat breite Türen und bekommt eine spezielle Badausstattung. Die Inneneinrichtung von Wohnküche mit Sofa, Esstisch und kleiner Küchenzeile sowie die des Schlafzimmers ist passend zum hellen Holz des Hauses in Naturtönen gehalten. Mitangereiste Kinder dürften sich über den kleinen Schlafboden unter dem Dach freuen, der über eine Leiter zu erreichen ist. Wärme wird ein noch einzubauender Kamin spenden.
Die ersten Gäste ziehen übrigens am 27. Mai ein: Reinhard Zwanzig vom Sächsischen Brauerbund, der gestern ebenfalls anwesend war, wird mit seiner Familie ein Wochenende im Seenland verbringen.

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