Moderne Grundrisse im 50er-Jahre-Haus


von Tageblatt-Redaktion

Lebensräume-Sprecherin Gudrun Ladusch zeigt den Entwurf zur Umgestaltung eines Hauses im WK II, der eine Anerkennung bekommen wird.
Lebensräume-Sprecherin Gudrun Ladusch zeigt den Entwurf zur Umgestaltung eines Hauses im WK II, der eine Anerkennung bekommen wird.

Spannende Entwürfe liegen derzeit im Saal der LebensRäume-Genossenschaft aus. Sie zeigen moderne Grundrisse von Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen. Allerdings nicht für einen Neubau, sondern für über 50 Jahre alte Mehrfamilienhäuser. Sie sind das Ergebnis eines Wettbewerbes, den die Lebensräume-Genossenschaft zusammen mit der Hochschule Senftenberg im Fachbereich Architektur, Bauingenieurwesen und Versorgungstechnik ausgeschrieben hat. Die Entwürfe sind die Antwort auf die Frage: Was passiert, wenn man angehenden Architekten die Grundrisse eines normalen Mehrfamilienhauses aus dem WK II gibt, mit der Maßgabe, Umbauvarianten zu entwickeln, selbstverständlich unter dem Gesichtspunkt, dass sie von der Gebäudestatik her auch machbar sind?

Neun Entwürfe wurden eingereicht, sechs davon mit Modell. Drei wird der Genossenschaftsvorstand prämieren, einen weiteren mit einer Anerkennung versehen. Die Siegerentwürfe arbeiten mit offenen Wohnbereichen und Küchen, bieten aber gerade bei den Bädern sehr interessante Lösungen. Als Trend ist erkennbar, dass der Toilettenbereich von dem der Dusche oder der Badewanne oft nochmals räumlich getrennt ist. Mancher Entwurf verzichtet auch auf den klassischen Schlafzimmerschrank, setzt vielmehr auf einen Ankleidebereich. Es ist so vieles vorstellbar: Eine raumhohe Glasscheibe als Abgrenzung zwischen Bad und Schlafzimmer, Schiebetüren statt klassischer Zimmertüren, vergrößerte Balkone. „Wir sind jedenfalls angetan von den Arbeiten“, lobt Gudrun Ladusch. Am 28. April werden die Studenten ihre Entwürfe bei der LebensRäume-Vertreterversammlung vorstellen.

Für die LebensRäume geht es um die Zukunft. „Wir haben im Wohnkomplex II sehr viele Wohnungen“, sagt Unternehmenssprecherin Gudrun Ladusch. Das sind Drei- und Vier-Raum-Wohnungen, aber keine Zwei-Raum-Wohnungen. Die Studenten haben daher die vom Grundriss her gleichgroßen Wohnungen auf einer Etage meist so geschnitten, dass eine Zwei- und eine sehr großzügige Drei-Raum-Wohnung entstehen. Ein Entwurf, der nicht prämiert wurde, machte aus der gesamten Etage gar eine schicke Loft-Wohnung. Für den Großvermieter sind die Ideen eine Basis, um tätig zu werden. Nicht in diesem Jahr und auch nicht im nächsten, vielleicht aber danach.

„Wir lassen die Entwürfe von Statikern überprüfen und dann rechnen wir uns das alles mal durch“, sagt Gudrun Ladusch. Es geht nicht darum, den kompletten Wohnungsbestand im WK II umzubauen. Immerhin hat man es hier bislang nicht mit großem Leerstand zu tun. Der Großvermieter will vielmehr neben den bestehenden auch andere Wohnformen anbieten, die sich vom Gewohnten unterscheiden, andererseits natürlich bezahlbar bleiben. Daher wird man sehen, was sich von den Vorschlägen tatsächlich umsetzen lässt. Dass ein Wohnblock aus den 1950er Jahren Raum für traditionelle, aber auch moderne Wohnformen bietet, das haben die Senftenberger Studenten mit ihren Entwürfen jedenfalls eindrucksvoll bewiesen.

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