Machtwechsel nach Böllerbeschuss


von Tageblatt-Redaktion

Elf Minuten nach elf wurde auf dem Hoyerswerdaer Markt die Konvettikanone gezündet.
Elf Minuten nach elf wurde auf dem Hoyerswerdaer Markt die Konvettikanone gezündet.

Die Hoyerswerdaer Rathausuhr geht etwas nach. Beim Feuerbefehl für den Konfetti-Böllerschuss auf die Rathaus-Pforte verließ sich Andreas Kubale, Präsident des Hoyerswerdaer Karnevalsclub Gelb-Blau 1997, gestern lieber auf seine Armbanduhr. Oberbürgermeister Stefan Skora und Kulturbürgermeister Thomas Delling ergaben sich planmäßig, überreichten Rathausschlüssel und die schokotalergefüllte Schatulle. Zum 15. Mal zelebrierten die Hoyerswerdaer Karnevalisten das Spektakel.

In Bernsdorf wurde gestern bereits die 59. Karnevalssaison eröffnet. Natürlich überreichte auch hier Bürgermeister Harry Habel Schlüssel und Stadtkasse an BKC- Präsidentin Peggy Grimmert. Doch an diesem Punkt war es mit der Ähnlichkeit der alljährlichen Rathaus-Stürmerei schon vorbei. Die Bernsdorfer Karnevalisten wandten sich umgehend den ersten Spielen zu. Bausachgebietsleiter Frank Schäfer sollte in einen Geschlechterkampf mit Sachbearbeiterin Monika Knabe treten. Doch der Mann zierte sich.

Die motivierenden Anfeuerungsrufe halfen. Überredet! Lustige Fragen über Frauen und Männer galt es zu beantworten. Harry Habel mahnte die neuen Amtsinhaber, die versprochene Sanierung des Rathauses nicht zu vergessen. Der Anfang sei schon gemacht, rief ein BKC-Mitglied, zeigte dabei auf das herumliegende Konfetti. Die Masse zum Abdichten des Gebäudes sei ja schon mal da …

In Hoyerswerda wurden derweil die Aufgaben verteilt. Ziemlich ernste sogar. Stefan Skora nahm den HKC in die Pflicht, zum Stadtkindertag 2012 eine karnevalistische Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Andreas Kubale akzeptierte die Aufgabe. Im Gegenzug hat Stefan Skora erstmals vom HKC eine Aufgabe bekommen. Er soll sich um eine dauerhafte Bleibe für den Verein kümmern, was vor allem die Probenräume für die Kinder- und Mädchentanzgruppe der Funkengarde anbelangt. Das Training findet derzeit dreimal pro Woche im Haus III des Foucault-Gymnasiums statt.

Allerdings gibt es hier schulbedingte Nachteile, und das Domizil wird nach dem Auszug der Elster-Grundschule, die im Haus ihr Übergangsquartier hat, nicht ewig den Vereinen zur Verfügung stehen. Und auch ein neues Lager für die Funkengarde-Kostüme wäre nicht schlecht. Stefan Skora und Thomas Delling greifen das Problem auf. Der OB sagte aber auch, dass es nicht bis zum nächsten Sommer wird zu lösen sein. Denn der HKC braucht zwar Platz, hat aber im Vergleich zu anderen sächsischen Karnevalsvereinen nur wenige Sponsoren. Man kommt eben so über die Runden. In dem Punkt unterscheiden sich die Narren-Regierungen in der Faschingszeit nicht einmal von den regulären Rathaus-Mannschaften.

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