Letzte Proben für die Ostersängerinnen


von Tageblatt-Redaktion

Freiluftprobe am Osterbrunnen auf dem Schwarzkollmer Dorfplatz. Das Ostersingen selbst findet am Samstag gegen 18 Uhr statt.
Freiluftprobe am Osterbrunnen auf dem Schwarzkollmer Dorfplatz. Das Ostersingen selbst findet am Samstag gegen 18 Uhr statt.

Die Gäste einer Geburtstagsfeier im Schwarzkollmer Frentzelhaus haben am späten Sonnabendnachmittag nicht schlecht gestaunt, manch einer zückte sogar den Fotoapparat: Eine Gruppe von Frauen läuft bedächtig und laut singend um den geschmückten Osterbrunnen auf dem Dorfplatz, formiert sich dann in Dreierreihen und zieht singend in Richtung Dorf davon. Kurze Zeit später kehren die Sängerinnen wieder zurück, besprechen sich kurz, und das Ganze beginnt von vorn. – Die rund 20 Schwarzkollmerinnen proben für das Ostersingen am Sonnabend. Ein Brauch, der im vergangenen Jahr nach jahrzehntelanger Pause im Hoyerswerdaer Ortsteil wiederbelebt wurde. Und jetzt natürlich weiterleben soll.

„Es war nicht schwer, Sängerinnen zu finden“, sagt Veronika Lupp, die das Ostersingen zusammen mit Ortsvorsteher Mirko Pink organisiert und auch beim Anziehen der Ostersingertracht hilft. Ein Großteil der Frauen war schon im letzten Jahr dabei, einige neue sind hinzugekommen. Seit Anfang März proben sie wöchentlich im Frentzelhaus. Fünf Lieder aus dem evangelischen Gesangbuch werden sie auf ihrem rund einstündigen Weg durchs Dorf am Ostersonnabend singen, immer wieder von vorn.

Vier auf Deutsch, eines auf Sorbisch, von Pfarrer Joachim Nagel übersetzt. „Es sind Passionslieder, melancholisch, sehr getragen“, sagt Heike Koch, eine der Sängerinnen. „Es ist schwierig, eben diese getragene Stimme zu halten“, begründet Veronika Lupp den recht langen Probenzeitraum. Auch die Aufstellung in Dreierreihen soll heute geklärt werden: Die Kantorka Silvia Stephan läuft vorn, das steht fest. Aber auch die Größe der Frauen spielt eine Rolle, und die „Durchmischung“ der Reihen mit kräftigen Stimmen – damit am Ende Bild und Ton stimmig sind. Und irgendwo im Dorf muss ein „Wasserstützpunkt“ eingerichtet werden. „Singen und Laufen im langsamen Schritt sind zwar nicht anstrengend – aber der Hals wird trocken“, erklärt Mitsängerin Cornelia Unger.

Früher sind die Mädchen in der Osternacht auf den Dörfern allein und unbeachtet gelaufen, am Sonnabend sehen sicher einige Schaulustige am Straßenrand zu. Allein zwei Reisebusse aus der Nähe von Oldenburg werden erwartet. „Die Touristen verbringen ein paar Tage in der Gegend, sie wollen Osterbräuche kennenlernen“, erzählt Veronika Lupp. Aufgeregt sei sie deswegen im Gegensatz zum letzten Mal nicht, meint Cornelia Unger. „Man ist ja in der Gruppe und hat jetzt schon «Übung».“

Ostersingen, Sonnabend 23. April, 18 Uhr, Dorfplatz. Route: Dorfplatz–Richtung Oberdorf–Krabatweg–Teich–Dorfplatz–um den Brunnen–Richtung Unterdorf–zurück zum Dorfplatz. Anschließend Abschluss und Andacht in der Dorfkirche mit Superintendent Heinrich Koch

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