Laster-Bergung frühestens 2017


von Tageblatt-Redaktion

Die vor knapp zwei Jahren verunglückten Lkw bei Bergen bleiben noch Jahre dort liegen.
Die vor knapp zwei Jahren verunglückten Lkw bei Bergen bleiben noch Jahre dort liegen.

Hilflos liegt der rote Kipper auf der Seite, seine Ladefläche steht vom Rahmen ab. Nähern sollte man sich dem Laster besser nicht. Es ist eines von drei havarierten Fahrzeugen, die sich noch im Sperrbereich am Bergener See befinden. Hier war im Oktober 2010 bekanntlich eine mächtige Geländefläche in Bewegung geraten. Damit, dass die Lkw rasch geborgen werden, ist nicht zu rechnen. Nachdem die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft LMBV sie gekauft hat, besteht aber wohl auch keine Eile.

Laut Unternehmenssprecher Uwe Steinhuber ist derzeit erst nach 2017 von einer generellen Sanierung der betroffenen Fläche am Bergener See auszugehen: „Die Lkw sollen bei diesen Arbeiten dann nach Möglichkeit mit geborgen werden.“ Wie schwierig so etwas ist, zeigte sich schon, als im März beziehungsweise im November vorigen Jahres zwei weitere havarierte Laster, die deutlich leichter zugänglich waren, aus dem Gefahrenbereich geholt wurden.

Uwe Steinhuber spricht von einem enormen Sicherheitsaufwand für die Arbeiten. Man habe im Gelände eigens Trassen für die Bergungen präparieren müssen. Und als man in diesem Juni am Rand der Mülldeponie Bergen zwei zu deren Entgasung nötige Container aus der Havarie-Zone barg, musste ein 500-Tonnen-Großkran mit extra-langem Ausleger anrücken.

Die betroffenen LKW hatten selbst nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass es vor knapp zwei Jahren zu der Riesen-Rutschung auf der Innenkippe des einstigen Tagebaus Spreetal kommen konnte. Sie hatten in der näheren Umgebung nämlich Erdmassen verkippt. Wie spätere Untersuchungen zeigten, war der durch die langen Regenfälle vom Herbst 2010 mit Wasser gesättigte Kippen-Boden hier aber nicht in der Lage, das zusätzliche Gewicht zu tragen. Folgerichtig gab er nach, rutschte und sackte auf gut 150 Hektar weg. Konsequenz waren mannigfaltige zusätzliche Kippen-Sperrungen in der Lausitz auf insgesamt mehr als 17 000 Hektar.

Ihre Sanierung soll sich nach jüngsten Angaben des zuständigen Sächsischen Oberbergamtes in Freiberg noch Jahrzehnte hinziehen. Im Moment laufen schon umfangreiche Vorbereitungen, die sich vor allem mit Technologie-Fragen befassen. Wie es vom beauftragten Bergbausanierer LMBV heißt, sind sowohl seine Abteilung Geotechnik als auch weitere Gutachter und Böschungssachverständige im Augenblick dabei, Konzeptionen für den Umgang mit den gesperrten Kippenbereichen zu erarbeiten. Die Experten haben dabei die Büros und Labore bereits verlassen und beschäftigen sich auch mit verschiedenen Feldversuchen direkt auf den gesperrten Kippen.

Für die Allgemeinheit gilt hingegen bezüglich dieser Gebiete eine erst vor wenigen Tagen verbreitete Warnung der LMBV. „Mit Nachdruck appelliert Manfred Kolba, der bergrechtlich zuständige Sanierungsbereichsleiter Lausitz an die Öffentlichkeit, die aufgestellten Lebensgefahr-Sperrschilder ernst zu nehmen“, hieß es da. Insofern sind die drei havarierten Lkw im Moment einfach nicht zu erreichen.

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