Jetzt wird aufgeräumt


von Tageblatt-Redaktion

An der Karl-Liebknecht-Straße in Hoyerswerda wurden gestern die Sandsäcke geleert und verladen. Das Hochwasser hat sich zurückgezogen.
An der Karl-Liebknecht-Straße in Hoyerswerda wurden gestern die Sandsäcke geleert und verladen. Das Hochwasser hat sich zurückgezogen.

Der Tag nach dem Hochwasser ist für die 133 Bewohner von Groß Neida wie ein Aufwachen aus einem Alptraum. Nach den tagelangen Regenfällen zeigt sich die Sonne, ist das Wasser so weit zurück gegangen, dass man viele Höfe auch ohne Gummistiefel betreten kann. Nur ein paar Pfützen auf der Dorfstraße erinnern die Bewohner an die Wassermengen, die 24 Stunden zuvor den gesamten Hoyerswerdaer Ortsteil überflutet hatten.

Schlauchleitungen ziehen sich wie Spinnengewebe über die Straße. Feuerwehrleute pumpen Wasser aus Kellern und Innenhöfen. An Zäunen und vor Eingangstüren liegen Sandsäcke. Gabriele Ziemer ist fassungslos. „Was da passiert ist, begreife ich immer noch nicht“, meint die Groß Neidaerin. Ihr hinter dem Hof gelegener Garten steht noch unter Wasser. Bis das Nass auf allen Grundstücken verschwunden sein wird, werde es, so Achim Niemz, „sicher noch zwei, drei Tage dauern“. Überall wird gekehrt, geräumt. Stühle, Elektrogeräte stehen vor den Häusern. Für manche ist das Hochwasser auch eine Gelegenheit „um endlich die alten Möbel ganz zu entsorgen“, wie das eine Bewohnerin meint.

 Nachbarn stehen zusammen. Erfahrungsaustausch. Was ist überhaupt trocken geblieben, was nicht mehr zu retten. „Ich kann nun Menschen verstehen, die so etwas erlebt haben. Ich weiß jetzt, was in denen vorgeht“, erzählt eine ältere Frau. Dabei schwingt mit, dass sie aber auf diese Erfahrung sehr gerne verzichtet hätte. Wie alle Groß Neidaer. Der gestrige Tag ist auch der Tag, an dem bilanziert wird, man nun einen genauen Eindruck von den angerichteten Schäden bekommt. Mancher ist froh, dass diese dann doch nicht so hoch ausgefallen sind. Jetzt steht im Dorf die Frage im Raum, wohin mit dem Unrat. In Groß Neida hoffen sie darauf, dass sie Container bekommen – für den Sperrmüll.

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