In vier Monaten eröffnet Elsterhorst-Infozentrum

Freitag, 13. Mai 2011

Oberbürgermeister Stefan Skora und Eigenbetriebschefin Carmen Lötsch mit dem Gestaltungsplan für den ersten Ausstellungsraum des Informationszentrums zum Lager Elsterhorst.
Oberbürgermeister Stefan Skora und Eigenbetriebschefin Carmen Lötsch mit dem Gestaltungsplan für den ersten Ausstellungsraum des Informationszentrums zum Lager Elsterhorst

Der Fußboden ist rausgerissen, die Tapete ab, ein paar Zwischenwände fehlen. Nach Krieg und Elend sieht es in der unscheinbaren Baracke C am Rande der Landesfeuerwehrschule Nardt trotzdem nicht aus. Elke Roschmann und Andreas W. Vetter vom Stadtmuseum Hoyerswerda befestigen mit Klebestreifen Zettel neben den Türen. Auf denen steht Oflag IV D, oder Wachraum.

Da wo Vertriebenenlager dransteht, informiert sich Oberbürgermeister Stefan Skora über den Stand der Vorbereitungen für das Ausstellungs- und Dokumentationszentrum zum Lager Elsterhorst. Die Baracke, in der man steht, gehörte zum Lazarett. Es ist praktisch das letzte Gebäude aus der Zeit des Lagers, das im Laufe der Jahrzehnte zwar modernisiert wurde, aber eben noch erhalten ist.

Am 17. September zum Tag der Vertriebenen und dem Tag der Heimat soll der erste Abschnitt des Dokumentationszentrums eingeweiht werden. Er wird sich jener Zeit widmen, in der das Lager, das sich auf dem Gelände des jetzigen Flugplatzes Nardt befand, nach Ende des Zweiten Weltkrieges Zehntausenden Vertriebenen für Tage und Wochen Übergangsdomizil war.

Museumschef Andreas W. Vetter zeigt auf den Gestaltungsplan für den Raum. Ein Originalbett wird man zeigen können, Koffer, eine Truhe mit Rädern und andere Ausstellungsstücke, darunter viele Dokumente. In der Mitte ist eine Hörstation geplant, an der man Erinnerungsberichte aus der Lagerzeit wird hören können, die von Schauspielern auf Band gesprochen wurden. In den anderen Räumlichkeiten soll zunächst die Wanderausstellung gezeigt werden, die vor einigen Jahren erstellt wurde und erstmals das Lager Elsterhorst dokumentierte. Der Bau des Kriegsgefangenenlager war noch vor Beginn des Zweiten Weltkrieges gestartet worden.

Zunächst wurden hier tschechische und polnische Kriegsgefangene interniert, ab 1945 vor allem französische Offiziere und ihre Ordonanzen. 1945 übernahm die sowjetische Armee das Lager, um ihrerseits deutsche Kriegsgefangene hier zu inhaftieren. Es folgte die Nutzung als Quarantäne und Umsiedlerlager, bis das Lager Ende März 1948 offiziell aufgelöst wurde. Die Reste wurden abgerissen, der Bereich der Küche und des Lazaretts wurde zu DDR-Zeiten Feuerwehrschule, die mit ihren Gebäuden noch bis vor wenigen Jahren erhalten war.

Im Zuge des Schulneubaus durch den Freistaat wurden alle Alt-Gebäude abgerissen. Die Baracke C wurde in gutem Zusammenspiel zwischen Stadt Hoyerswerda, Feuerwehrschule und dem Freistaat erhalten. Denn das internationale Interesse an dem Lager ist ungebrochen. Dem will die Stadt Hoyerswerda mit dem Informationszentrum Rechnung tragen. Doch bis zur Eröffnung ist noch einiges zu tun.
Das Stadtmuseum Hoyerswerda sucht weiterhin Originalgegenstände und Dokumente aus der Zeit des Lagers: G 03571 456490.

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