In der Energieregion wird der Strom teurer

Dienstag, 20. November 2012

Der Strom der Versorgungsbetriebe Hoyerswerda wird zu 65 Prozent aus Kohle hergestellt, erneuerbare Energien spielen im Energiemix noch keine Rolle.
Der Strom der Versorgungsbetriebe Hoyerswerda wird zu 65 Prozent aus Kohle hergestellt, erneuerbare Energien spielen im Energiemix noch keine Rolle.

Dass die Strompreise zum Jahreswechsel ansteigen werden, wurde bereits angekündigt. Gestern veröffentlichten auch die EnviaM und die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda ihre neuen Tarife.

Wie teuer wird der Strom ab 1. Januar?
Rechnet man alle Umlagen zusammen, die von den Versorgern an ihre Kunden weitergereicht werden müssen, werden es bei den VBH pro Kilowattstunde 2,703 Cent (netto) mehr sein, brutto (also mit Umsatzsteuer) sind das 3,22 Cent, macht also 30,69 Cent je Kilowattstunde. Bei einem durchschnittlichen Familien-Stromverbrauch von 2 000 Kilowattstunden pro Jahr ergeben sich Mehrkosten von rund 5 Euro pro Monat oder 60 Euro pro Jahr. Auch die EnviaM erhöht. Hier steigt der Brutto-Verbrauchspreis laut dpa um jeweils 4,17 Cent pro Kilowattstunde auf 30,23 Cent im Grundtarif. Die Nachrichtenagentur errechnete eine Mehrbelastung von 82 Euro für den durchschnittlichen Privatkunden pro Jahr. Bei beiden Stromversorgern bleibt der Grundpreis stabil, er ist bei den VBH allerdings höher als bei der EnviaM.

Warum wird der Strom überhaupt teurer?
Kurioserweise kaufen die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda den Strom sogar etwas günstiger ein als bislang. Aber die Umlagen der Netzbetreiber und des Staates für den Ökostrom sind ein Vielfaches höher. Steffen Grigas, Geschäftsführer der Versorgungsbetriebe Hoyerswerda sagt: „Auch wenn wir nicht dafür verantwortlich sind, so sind wir doch der Überbringer der schlechten Nachricht.“

Kann ich meinen Stromanbieter wechseln?
Das geht selbstverständlich. Allerdings müssen alle Stromversorger zum 1. Januar die Umlagen an ihre Kunden weiterreichen. Die sogenannten Grundversorger sind gesetzlich verpflichtet, die neuen Preise sechs Wochen vor Inkrafttreten zu veröffentlichen. Freie Anbieter rechnen jetzt ihre Preise aus und werden mit diesen werben.

Warum sind die VBH teurer als andere Strom-Anbieter?
Geschäftsführer Steffen Grigas nennt zum einen den Status als Grundversorger. Wenn beispielsweise ein Online-Händler Insolvenz anmeldet, müssen die VBH in Hoyerswerda die Stromversorgung eines davon betroffenen Kunden dennoch gewährleisten. Man leistet sich ein Kundencenter für die direkte Beratung und ist ein wesentlicher Unterstützer des öffentlichen Lebens in Hoyerswerda.

Was machen die VBH in der Stadt möglich?
Das der Gruppe der Städtischen Wirtschaftsbetriebe zufließende wirtschaftliche Ergebnis beträgt jährlich etwa 2,5 bis 3 Millionen Euro. Unter anderem mit diesem Geld werden auch das Lausitzbad, die Lausitzhalle und der Stadtbus gestützt. Weihnachtsmarkt und Stadtfest hätten ohne die VBH wohl auch viel dürftiger ausgesehen. Grigas betont, dass jährlich ein sechsstelliger Betrag in die Unterstützung von Vereinen fließt, sein Unternehmen einer der großen örtlichen Arbeitgeber ist und Aufträge für rund 5 Millionen Euro auslöst.

Welche Spar-Tarife bieten die VBH ihren Kunden?
Drei neue Stromtarife wurden aufgelegt, die eine gewisse Einsparung garantieren, allerdings natürlich mit einer Laufzeitbindung versehen sind. Besonders belohnt werden VBH-Kunden, die Strom und Heizgas beziehen. Sie sollen eine jährliche Gutschrift von 50 Euro erhalten.

Was beinhaltet die Stromspar-Offensive der VBH?
Wer seinen Tarif umstellt, kann in einer zeitlich begrenzten Aktion beim Kauf eines Haushaltsgerätes mit der Energieeffizienz A+++ bei Expert Geld sparen. Es werden im Kundencenter und online Beratungen zum Energiesparen angeboten. Man kann sich auch ein Strommessgerät ausleihen und mit Hilfe des neuen Lampenkoffers die von Form und Lichtfarbe her angenehmste Energiesparlampe für Zuhause aussuchen. Haus- oder Wohnungseigentümern wird der Kauf einer hocheffizienten Heizungspumpe ebenfalls mit einer Zuzahlung schmackhaft gemacht. Zudem wird über eine Kundenkarte nachgedacht, die VBH-Stromkunden Vergünstigungen bzw. persönliche Vorteile bringt.

Ist 2013 mit weiteren Umlagen zu rechnen?
Steffen Grigas verneint dies – jedenfalls bis zum 31. Oktober 2013. Derzeit seien keine weiteren Entgelterhöhungen der Netzbetreiber und der Bundesregierung im Gespräch. Über die Entwicklung des Stromeinkaufspreises könne man hingegen nur spekulieren.

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