Frischer geht es nicht


von Tageblatt-Redaktion

Tobias Kockert von Krabats Milchwelt mit lauter regionalen Produkten.
Tobias Kockert von Krabats Milchwelt mit lauter regionalen Produkten.

In und um Hoyerswerda werden Lebensmittel angebaut oder hergestellt, die nicht nur lecker sind, sondern bei denen man selbst prüfen kann, wie sie wachsen oder was in das Produkt hineinkommt. In einer neuen Serie werden wir ab morgen jeden Samstag solche Produkte und die Menschen, die dahinterstehen, vorstellen. Zum Auftakt sprachen wir mit Direktvermarkter Tobias Kockert in Kotten.

Herr Kockert, ich nehme mal an, dass Sie als Direktvermarkter bestimmt großen Wert auf eine gesunde Ernährung legen?
Oh, die kommt bei mir manchmal leider viel zu kurz. Ich bin ja ein richtiger Workaholic. Aber dafür lege ich Wert auf bewusste Ernährung.

Den Unterschied zwischen gesund und bewusst, den müssen Sie mir mal erklären.
Na, der Unterschied zwischen slow und fast food ist Ihnen doch sicher klar. Ich bin ein Bekenner von slow food. Man isst nicht nur die Produkte, die in der eigenen Region produziert werden, sondern das hat auch was mit bewusstem Essen zu tun. Wie hat schon Kästner gesagt: Man ist, was man isst. Gesund ist nicht immer nur das, was schmeckt.

Stimmt es, das heutzutage immer mehr Städter aufs Land fahren, um dort einzukaufen?
Das kann man nicht unbedingt sagen. Auf jeden Fall herrscht beim Verbraucher zunehmend eine große Sehnsucht, zu erfahren, woher die Lebensmittel kommen, die man kauft. Und ob man sie guten Gewissens verzehren kann. Ich bekomme auch häufig mit, dass viel Grundsätzliches bei den Leuten überhaupt nicht mehr bekannt ist. Können Sie sich vorstellen, dass heutzutage Kinder oft nicht mehr wissen, woher die Milch kommt. Die denken, da gibt es eine lila Kuh und die Milch hängt im Tetrapack am Euter. Da sind wir als Direktvermarkter gefordert, klären wir auf, zeigen wir, wie Milch, Eier oder Gemüse produziert werden, auf einem Bauernhof wohlgemerkt.

Aber wundert Sie das alles? Der Verbraucher ist doch heutzutage ziemlich träge, wichtig ist doch vor allem, dass die Lebensmittel nicht allzu teuer sind.
Da liegen Sie nicht ganz falsch. In der Tat hat sich in Deutschland in den vergangenen Jahren eine Mentalität entwickelt, die mir gar nicht gefällt. Es wird immer weniger Wert auf ein gutes Essen gelegt.

Dabei wird ja überall in den Medien tagaus tagein die gesunde Ernährung forciert, da müsste doch der Direktvermarktung die Zukunft gehören?
Man könnte das denken, ja. Aber mit der Direktvermarktung kann man nicht alle Verbraucher eines Landes, eines Kontinents ernähren. Das geht einfach nicht. Das würde auf Kosten der Qualität der Lebensmittel gehen. Außerdem wollen sich nicht alle Menschen diese Produkte leisten, die etwas teurer als im Supermarkt sind. Lebensmittelskandale hingegen machen den Verbraucher hellhörig, und so mancher besinnt sich in solchen Situationen auf Lebensmittel, die ohne Geschmacksverstärker oder Konservierungsstoffe hergestellt werden.

Wie kamen Sie dazu, ihre Erzeugnisse direkt ab Hof zu verkaufen?
Anlass war für mich die Abhängigkeit. Etwa von Molkereien. Wenn man den Preis nicht selbst bestimmen kann, macht das unzufrieden. Also habe ich mich entschieden, unsere Produkte direkt am Hof zu verkaufen.

Worauf legt die Kundschaft besonders großen Wert?
Auf Qualität, Frische und natürlich auf faire Preise.

Was bieten Sie den Kunden, was größere Geschäfte, etwas Supermärkte, nicht bieten?
Die Direktvermarktung ist glaubwürdiger. Ich kann den Kunden nicht belügen. Wer will, kann sich bei uns ansehen, wo die Milch herkommt, womit unsere Kühe gefüttert werden. Das hier ist ein sehr transparenter Betrieb. Wir haben eine gläserne Produktion, der Kunde kann beispielsweise zuschauen, wie wir Käse herstellen. Das überzeugt den Verbraucher. Die Glaubwürdigkeit und, wenn man so will, die Reinheit unserer Produkte, das macht Direktvermarktung so interessant.

Woher kommen Ihre Kunden?
Seit wir unseren Hofladen vor vier Jahren hier in Kotten öffneten, kommt unsere Kundschaft insbesondere aus der näheren Region, auch aus Hoyerswerda und Wittichenau.

Welche Produkte sind besonders in Ihrem Hofladen gefragt?
Vor allem der Käse und natürlich die Milch, die müssen Sie unbedingt einmal probieren.

Entschuldigung, offengestanden mag ich gar keine Milch.
(kippt etwas Milch in ein Glas) Diese wird Ihnen schmecken, das garantiere ich Ihnen, die war gestern noch im Euter einer Kuh.

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Es werden nur jene Kommentare veröffentlicht, die unter Angabe des vollständigen Namens und einer gültigen E-Mail-Adresse (für Rückfragen) abgegeben wurden.

Was ist die Summe aus 9 und 3?